Frankenthal Energiewende und Elektrofahrrad
Unter dem Motto „Frankenthal wird klimafit“ präsentierten sich beim ersten Klimaschutztag gestern 20 Aussteller aus Stadt und Umland auf dem Rathausplatz – darunter lokale Handwerksbetriebe und Unternehmen für erneuerbare Energien, zukunftsfähige Anlagentechnik und Elektromobilität.
Eröffnet wurde die Messe von Oberbürgermeister Theo Wieder (CDU) und Miss Strohhut Nina Semrau im Beisein von Delegierten aus der polnischen Partnerstadt Sopot, dem englischen Southend On The Sea und der belgischen Stadt Hamont-Achel. Tags zuvor hatten sich 40 Vertreter aus Polen, England und Belgien an einer ganztägigen Klimakonferenz der Stadt beteiligt und eigene Projekte vorgestellt. „Es war ein sehr intensiver Austausch“, stellte Marcin Skierawski, stellvertretender Stadtpräsident der Partnerstadt Sopot, fest. Im Rahmen ihres dreitägigen Besuchs besichtigte die polnische Delegation unter anderem die BASF sowie einige Projekte auf dem Feld der erneuerbarer Energien in Frankenthal. Information und Beratung über die Energiewende gab es an den Ständen der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber, der Projektwerkstatt Bau, Energie, Umwelt Frankenthal, der Stadtwerke Energieberatung, der Energieberatung der Stadt Frankenthal und der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Dass mit dem Klimawandel auch ein Umdenken in Sachen Natur-, Tierschutz und Ernährung einhergehen kann, darüber klärten Vertreter des BUND, des Unternehmens Gaia und der Ortsgruppe Rhein-Pfalz von Animal Rights Watch auf. Letztere informierten über Möglichkeiten veganer Lebensweise. Moderne Anlagentechnik zeigte die Firma Therma Hit Frankenthal mit Hybrid-Wärmepumpen, die ein Gas- und Brennwertmodul enthalten. Wie ein Haus mit entsprechendem Stromspeicher zu 80 Prozent energieautark werden kann, konnte man am Stand von Deimling Solartechnik (Mörsch) erfahren. Über regenerative Energiesysteme informierte RegEnSys (Frankenthal). die Firma Handke (Dirmstein) hat sich auf Garten- und Trinkwasserbrunnen spezialisiert. Aus Sägespänen nachwachsende Holzbrennstoffe wie gepresste Hackschnitzel, Pellets und Briketts macht das Kompostwerk Wagner. Das Unternehmen betreibt auch die Frankenthaler Kompostanlage im Industriegebiet Nord. Holzpellets können entweder als Gebinde zum Mitnehmen gekauft oder aus einem Tankwagen in den Keller geliefert werden. Gleich nebenan zeigte KBW Easyfire eine Pelletheizung mit niedrigsten Emissionswerten, und GTD Gebäudetechnik Dirmstein informierte über energetische Sanierungskonzepte. Geht es nach den Ausstellern, so soll die Mobilität der Zukunft im Nahverkehr und bei Elektroantrieben liegen: Der Infobus des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar informierte über die Möglichkeiten des Nahverkehrs in der Metropolregion. 180 Kilometer Reichweite hat der neue E-Golf, präsentiert von Autohaus Henzel. Für Fahrer von Elektroautos und E-Bikes ist Frankenthal zurzeit noch ein weißer Fleck auf der regionalen Landkarte öffentlicher Stromtankstellen: Es gibt nur eine Aufladestation auf dem Gelände der Stadtwerke. Es sei jedoch im Gespräch, eine Ladestation für E-Bikes auf dem Bahnhofsvorplatz einzurichten, verriet Klimaschutzmanagerin Lisa Wagner. „E-Bikes machen mittlerweile 40 Prozent unseres Umsatzes aus, Tendenz steigend“, berichtet Mike Gruber, Inhaber von Fahrrad Gruber. Vor allem „Mittelalte“ stiegen vermehrt auf E-Bikes um, oft aus praktischen Gründen: „Damit kommt man als Pendler nicht verschwitzt am Arbeitsplatz an“, so Gruber. Besondere Beachtung fand ein Speed-Pedelec mit einer Höchstgeschwindigkeit von 55 Stundenkilometern. (bik)