Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Party ganz in Weiß im Garten des Kunsthauses

Tänzerinnen posierten in funkelnden Revuekostümen.
Tänzerinnen posierten in funkelnden Revuekostümen.

Eine Party ganz in Weiß: Zur zweiten Auflage der „Kunsthaus-Beats White Edition“ sind am Sonntag rund dreihundert Gäste in den Garten des Kunsthauses gekommen. Weniger als bei der Premiere, was am launischen Wetter lag. Trotzdem war es eine runde Sache.

Die meisten Partygäste kamen zum Plaudern: Um 15 Uhr waren die Plätze in den Pavillonzelten bereits besetzt. Das Wetter zeigte sich launisch, übernahm schon bald die Regie und führte nach gut drei Stunden zum vorzeitigen Ausklang des Events.

Getreu dem Motto „White Edition“ setzten die Partygäste den Dresscode durchaus kreativ um – edler Ibiza-Look bestimmte die Optik. Man sah Herren in weißen Sommeranzügen, Shirts, Hüten und offenen Hemden, und bei den Damen waren Flatterkleider in kurz oder lang angesagt. Der Dresscode erwies sich als Bestandteil des Gemeinschaftserlebnisses und mehr noch die Musik. In seiner Rolle als DJ Alfonks drehte Chris Stockert an den Reglern. Für den in Bobenheim-Roxheim aufgewachsenen Musiker war es die Premiere seines „Beatzmobils“, einem in Eigenregie zum mobilen Arbeitsplatz umgebauten Autoanhänger. Darin hatte der Mixartist hochempfindliche Sound- und Lichttechnik verbaut. Einsetzender Regen sorgte jedoch für musikalische Zwangspausen und zum vorzeitigen Ende des Musikprogramms.

Nur wenige tanzten

Musik der 70er- und 80er-Jahre, frisch aufgemixt mit dem Beat von heute, war das generationenübergreifende Soundkonzept. Es war eher eine Hintergrundbeschallung. Nur wenige Gäste zog es zum Tanzen auf die Wiese unter den Kastanien. Ergänzt wurden die Beats aus der Konserve mit Live-Musik: Jan Beiling steuerte am Saxofon fluffige Improvisationen bei. Der Musiker aus dem Taunus ist eine feste Größe in der Frankfurter Musik- und Kulturszene.

Seitens der Stadt hatte man sich das Sommer-Event als Gesamtkunstwerk ausgedacht und dabei Wert gelegt auf Details. Den Eingang des Kunsthauses flankierten Luftballontrauben in Weiß-Gold und die Stufen machten zwei Tänzerinnen der Agentur „Dreamotionz“ zur Bühne. Sie posierten in funkelnden Revuekostümen. Ganz in Strass und Pailletten gehüllt und mit grazil schwingenden Federfächern waren sie ein glamouröses Fotomotiv.

Kulinarisch war mit Delikatess-Sandwiches im New-York-Stil (Pastrami) von Laras Kantinchen und einer Getränkebar von Exex-Event mit Weinen und Aperol eher Bekanntes geboten. Urlaubsfeeling im gläsernen Foyer des Kunsthauses verbreitete der Stand von „Ocean & Sand“ von Alessa Ksionsek. Die junge Kunsthandwerkerin aus Speyer bot filigranen Schmuck, Handyhüllen aus Muscheln, Taschen und Traumfänger. Aus den USA hatte sie die Idee eines „Permanent-Schmucks“ mitgebracht. Wer wollte, konnte sich filigrane Freundschaftsbändchen um Hand- oder Fußgelenk löten lassen.

Ausstellung als Kontrast

Mit einsetzendem Regen zog es die Besucher dann am frühen Abend in die Ausstellungsräume des Kunsthauses. Dort bildete die aktuelle Exposition „Phönix“ von Nadine Ajsin einen tollen Kontrast zum allgegenwärtigen Weiß. Ihre regenbogenbunten mit Lebensmittelfarbe gemalten Bilder und Fotografien waren wirkungsvoll leuchtend in Szene gesetzt. Besucher konnten mit der Künstlerin ins Gespräch über ihre Maltechnik und ihre asiatisch inspirierten Fantasiewelten ins Gespräch kommen.

Statt der 800 Besucher vom Vorjahr nur rund dreihundert Gäste. Dennoch auch die verkürzte Party in Weiß eine schöne und runde Sache.

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