Frankenthal Ein prägender Tag fürs ganze Leben
Im Familienalltag sind es die Festtage, die herausragen, ganz besonderen Glanz verleihen und an die sich Kinder oft ein Leben lang erinnern. Die Erstkommunion gehört dazu. In St. Ludwig bereiten sich in diesem Jahr 60 Kinder auf die Kommunion vor. Dabei geht es nicht mehr so streng wie früher zu.
Seit Oktober geht es für 60 Kinder der Pfarreiengemeinschaft St. Ludwig intensiv um das Sakrament der Ersten Heiligen Kommunion. Gemeindereferentin Angelika Büttler-Noby ging bei der Kommunionvorbereitung dieses Jahr neue Wege: Der Unterricht fand in Kleingruppen an jeweils sechs Samstagnachmittagen im Block statt. „Hier konnten wir auch mal länger an einer Sache dranbleiben“, berichtet Büttler-Noby. Mit begleitet wurde das Kind von einem selbst gewählten Paten aus seinem privaten Umfeld. Dieser war immer am Anfang und Ende des Unterrichts dabei oder begleitete das Kind zu Gottesdiensten. „Für uns war einfach wichtig, dass das Kind auch zu Hause mal Fragen stellen und das Erlebte aufarbeiten kann“, erläutert Büttler-Noby die neuen Erfahrungen mit dem Patenkonzept. Obwohl natürlich die Feier der Erstkommunion auch ein Familienfest mit festlicher Kleidung, gutem Essen, vielen Geschenken und Verwandtschaftsbesuch ist, sollte der Empfang des Sakraments und die Begegnung des Kindes mit dem christlichen Glauben im Vordergrund stehen. Wichtig sei dabei, dass das Kind sich wohlfühle und sowohl den Tag als auch die Vorbereitung in guter Erinnerung behalte. Entsprechend gelassen sieht die Gemeindereferentin die in vielen Familien diskutierte Kleiderfrage: „Hier hatte ich schon Mädchen, die partout kein Kleid wollten, sondern Hosen!“ Nach dem Ratschlag, das Kind doch einfach in Hosen kommen zu lassen, war bei der Mutter sichtbar Erleichterung zu spüren. Auch Sommerkleider, die nach dem Fest immer mal wieder angezogen werden können, seien völlig in Ordnung. Ähnlich begrüßenswert findet Angelika Büttler-Noby Familien, die die Kinder auch in die Auswahl des Essens mit einbeziehen und bei dem Festessen einen Gang Spaghetti servieren. Das Kind steht an seinem Festtag naturgemäß im Mittelpunkt. Hier rät Büttler-Noby, selbst Mutter zweier Söhne, möglichst Inseln der Ruhe zu schaffen. Konsequent setzt dies Pfarrer Stefan Mühl auch im Gottesdienst um. Bewusst habe man seit Jahren während der Messe keine Fotoaktivitäten zugelassen, so die Information am letzten Elternabend, bei dem die RHEINPFALZ vertreten war. „Wenn es Ihnen irgendwie möglich ist, wäre es toll, wenn Ihr Kind die Geschenke erst nach dem Gottesdienst auspackt“, lautete eine weitere Empfehlung. Auch hier war die Begründung allen Eltern durchaus einleuchtend, als Büttler-Noby von ehemaligen Kommunionkindern berichtete, die kurz vorm Einzug in die Kirche ihre Geldgeschenke gezählt haben. Wichtig seien ihr und Pfarrer Mühl, dass die Kinder während der Kommunionvorbereitung positive Erfahrungen mit dem Glauben machen und auch in späteren Krisenzeiten des Lebens daran denken, hier ist jemand, der sie hält. Gott sei jemand, zu dem sie immer kommen könnten. Natürlich mache man sich keine Illusionen, nach dem Weißen Sonntag – er fällt in diesem Jahr auf den 27. April – alle Familien und Kinder als regelmäßige Kirchgänger auch weiterhin zu sehen, jedoch blieben immerhin gut 20 Prozent nach der Erstkommunion bei den Messdienern und somit der kirchlichen Jugendarbeit verbunden. Außerdem versuche man mit Freizeitaktivitäten, wie einer Jugendfahrt in den Sommerferien in den Schwarzwald, auch Präsenz der Kirche bei den Heranwachsenden zu zeigen.