Frankenthal Duales Studium zunehmend gefragt
Bei der zweiten Praktikums- und Ausbildungsmesse Frankenthaler Schulen am Samstag auf dem Gelände der IGS Robert Schuman haben mehr als 1000 Schüler das umfangreiche Angebot an beruflicher Orientierung genutzt.
Schüler und Eltern in Kontakt zu bringen mit Unternehmen und Hochschulen und dabei die Vielfalt an Perspektiven der Berufe aufzuzeigen – das war das Hauptziel der Messe. Sie wurde organisiert von den Berufswahlkoordinatoren der Schulen und fand dieses Jahr erstmals auf dem IGS-Gelände statt. Einen Vormittag lang wurden zwei Turnhallen zum Messeforum, auf dem 40 Vertreter von überregionalen und regionalen Unternehmen, Hochschulen und Institutionen Gespräche, Information und Beratung anboten. Neben Vertretern von Handwerksbetrieben und Industrie waren auch Kliniken, Polizei, Bundespolizei, Bundeswehr und Zoll dabei. Für Schüler ab der neunten Klasse hat Berufsorientierung einen hohen Stellenwert, es besteht ein hoher Beratungsbedarf und ein Berufspraktikum ist verpflichtend. Ebenso der Besuch der Messe: Mit einem Laufzettel waren die Schüler allein, gruppenweise, oder mit Eltern unterwegs, um sich auf dem Markt der Möglichkeiten zu orientieren und ihre Gespräche mit mehreren Ausstellern schriftlich zu dokumentieren. Ergänzend zum Angebot an den Messeständen gab es im Mensagebäude ein Vortragsprogramm von BASF, KSB, Bundespolizei, Handwerkskammer und Technischer Universität (TU) Kaiserslautern, das sehr gut besucht war. Vor der Mensa gönnten sich Aylin Geißler, Saskia Seiler und Mirella Risoli eine Verschnaufpause und studierten dabei ihre Handzettel. Die drei 17-jährigen IGS-Schülerinnen streben das Abitur an und wollen dann in die Hotel- und Touristikbranche. Sie waren bereits früher auf zwei anderen Messen in Mannheim und Ludwigshafen. Am Stand von Viktors Residenz Hotel und bei Reiseveranstalter Thomas Cook informierten sich die Drei über Möglichkeiten des dualen Studiums. Besonders reizt sie das Modell Work & Travel mit Arbeiten im Ausland. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Pfalz, Dachverband des Handwerks in der Pfalz, war einer von 40 regionalen und überregionalen Ausstellern. Hier informierte Frank Spitzfaden über die Vielfalt an Berufsbildern: Das Handwerk sei nach wie vor attraktiv, Ausbildungen böten oft eine gute Basis für ein späteres Studium. Bei den Schülern warb die IHK besonders für Ausbildungen in sogenannten Nischenberufen wie Orthopädietechniker, Augenoptiker und Hörgeräteakustiker. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung böten sich dort beste Zukunftsperspektiven. Zunehmend beliebt bei den Schulabgängern sei das Duale Studium, es werde von etwa einem Drittel der Abiturienten bevorzugt, weiß Bettina Zolk, Lehrerin am Albert-Einstein-Gymnasium (AEG). Angeboten werde es mittlerweile von vielen Branchen, die damit gezielt auf ihre Bedürfnisse hin ausbilden könnten. Vorteile für die Studierenden seien unter anderem, früh eigenes Geld zu verdienen und die hohe Wahrscheinlichkeit eine Übernahme. Zolk ist als eine von vier Berufswahlkoordinatoren an weiterführenden Frankenthaler Schulen mitverantwortlich für die gemeinsame Organisation der Ausstellung, die im Rahmen der landesweiten Kampagne „Zukunft läuft“ des Bildungsministeriums zum zweiten Mal stattfand. Im Gegensatz zu großen überregionalen Ausbildungsmessen wie „Sprungbrett“ wolle man in Frankenthal mit familiärer Atmosphäre und einem übersichtlichen, gut strukturierten Angebot punkten. Bereits im zweiten Jahr organisieren AEG, Karolinen-Gymnasium, IGS, die Friedrich-Ebert-Realschule plus und die Berufsbildende Schule An-dreas Albert die Messe gemeinsam, aber ohne eigenen Etat. Schon bei der Premiere im Vorjahr habe man, so Zolk, sehr positive Rückmeldungen der Schüler und Aussteller erhalten. Unterstützung gab es auch diesmal von Stadt, Stadtwerken und KSB mit Sachleistungen und Logistik. In der Zukunft wolle man die Messe weiterentwickeln. Dazu wünscht sich das Organisationsteam eigene finanzielle Mittel, etwa zum Drucken von Werbematerial.