Filmtipps
Drama und Lustiges auf dem Eis sowie zwei Paraderollen für Kevin Costner
Handball
Der Dokumentarfilm „Projekt Gold“ zeigt eindrucksvoll, dass die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt haben und fängt die Dynamik der Mannschaftssportart Handball beim deutschen „Wintermärchen“ klasse ein. Trainingsszenen, die einzelnen WM-Spiele bis zum Endspielsieg über Polen, mit dem sich Bundestrainer Heiner Brand zum Weltmeister als Spieler und Trainer kürt.
Die DVD (Special Edition) kostet etwa sieben Euro.
Eiskunstlauf
Es ist eine Kriminalgeschichte, die Drehbuchautoren in Hollywood nicht besser hätten schreiben können: Das Eisenstangen-Attentat vor den Olympischen Spielen im norwegischen Lillehammer 1994 lieferte die Vorlage für „I, Tonya“. Die beiden US-Amerikanerinnen Tonya Harding und Nancy Kerrigan wollen 1994 Gold im Eiskunstlaufen bei den Olympischen Spielen holen. Am 6. Januar 1994, einem Tag vor dem Start der US-Meisterschaften in Detroit, wird Kerrigan angegriffen: Ein Mann schlägt mit einer Eisenstange auf ihr Knie ein. Die Meisterschaft, die Kerrigan die Olympia-Qualifikation bringen sollte, war somit dahin. Harding, gespielt von Margot Robbie („Suicide Squad“, „Birds of Prey“), wird US-Meisterin und löst das Ticket für Olympia.
Die DVD und Blu-ray kosten je um die acht Euro.
Dramatisch auf dem Eis wird es auch in der Netflix-Eigenproduktion „Spinning Out“, die seit Anfang des Jahres auch in Deutschland zu sehen ist. Nach einer üblen Verletzung will Kat Baker ihre Schlittschuhe eigentlich an den Nagel hängen. Dann macht ihr ein reicher Geschäftsmann ein verlockendes Angebot: Statt alleine soll sie künftig mit seinem verwegen aussehenden und arroganten Sohn eislaufen. Und: Kat ist bipolar und hasst nichts mehr, als ihre Medikamente zu nehmen. Nach der ersten Staffel war Schluss, aber wer Eiskunstlauf und Liebesdrama mag, findet hier Ablenkung.
Zu sehen bei Netflix im Abo ab 7,99 Euro monatlich.
Wer Rittberger, Salchow, Axel und Lutz nicht ganz so ernst nimmt, wird Spaß an „Die Eisprinzen“ haben. Die Parodie ist ein Klassiker unter den Eiskunstlauffilmen: Bei fiktiven Winterspielen werden die beiden Eislaufprofis Chazz Michael Michaels (Will Ferrell) und Jimmy MacElroy (Jon Heder) wegen einer Prügelei vom Wettbewerb disqualifiziert und für immer von der Eisfläche verbannt – zumindest im Herren-Einzel. Doch die beiden schlagen dem Regelwerk ein Schnippchen und melden sich zum Paarlauf an.
Die DVD kostet 6,99 Euro. Wer ein Amazon-Prime-Abo hat, kann den Film streamen.
Treptows Lieblingsfilm
Sonny Weaver Jr. (Kevin Costner) hat in „Draft Day – Tag der Entscheidung“ eine undankbare Aufgabe. Der General Manager der notorisch erfolglosen Cleveland Browns aus der National Football League (NFL) soll beim – natürlich fiktiven – Draft, der Auswahl der besten College-Spieler, den sofortigen Erfolg nach Ohio holen. Es beginnt ein Schachern um die beste Position in der Lotterie, und die Spieler wollen zu ihren Lieblingsteams. Doch Weaver hat einen Plan – und Schwierigkeiten mit Freundin Ali (Jennifer Garner). Kevin Costner ist – wie immer in Sportfilmen – großartig. Den Film unbedingt auf Englisch schauen wegen der markanten Stimme von ESPN-Reporterlegende Chris „Boomer“ Berman, der sich selbst spielt.
Die DVD kostet rund acht, die Blu-ray rund neun Euro. Bei Amazon Prime ist er frei zu streamen.
Müllers Lieblingsfilm
Wieder eine wahre Geschichte: Es war der beste Film des Jahres 1981, 1982 gewann „Die Stunde des Siegers“ den Oscar. Harold Abrahams, Jude, und Eric Lidell, gläubiger Christ, bereiten sich beide auf die 100 Meter bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris vor. Abrahams will mit dem Gewinn der Goldmedaille gegen den herrschenden Antisemitismus der Zeit ankämpfen und engagiert – zum Argwohn der Funktionäre – einen Profitrainer. Lidell wird dagegen von seiner Familie vorgeworfen, über seinen Sport Gott zu vernachlässigen. In Paris verzichtet er dann auf die 100-Meter-Vorläufe, weil sie sonntags stattfinden. Am Ende gewinnt er stattdessen über 400 Meter Gold, Abrahams siegt über 100 Meter. Legendär ist die Eingangsszene des Films, als das britische Nationalteam in Zeitlupe am Strand laufend trainiert – zum Musikstück „Chariots of Fire“ (Originaltitel) von Vangelis.
Die DVD kostet 8,48 Euro, die Blu-ray 19,99 Euro.
Treptows Geheimtipp
Billy Chapel (Kevin Costner) hat als Werfer seine besten Tage hinter sich. Das gilt auch für sein Baseball-Team, die Detroit Tigers. Und in dem Melodram „Aus Liebe zum Spiel“ steht das letzte Saisonspiel gegen die übermächtigen New York Yankees an. In Rückblenden geht es um den Sport, aber auch um das Privatleben von Chapel. Bei einer Autopanne verliebt er sich in Jane Aubrey (Kelly Preston). Doch über die Jahre läuft nicht mehr alles rund. Das lenkt Chapel ab, der alleine auf dem Wurfhügel steht und sich anschickt, das Spiel seines Lebens zu werfen. Es ist für mich der beste Sportfilm mit Kevin Costner. Die Spielszenen sind sehr gut gefilmt. Die Handlung außen rum kommt nicht zu kurz. Auch diesen Film sollte man unbedingt in der Originalversion schauen. Reporterlegende Vin Scully spielt sich selbst und kommentiert Chapels Auftritt mit seiner fantastisch melodischen Stimme.
Die DVD kostet rund zehn, die Blu-ray etwa 13 Euro.
Müllers Geheimtipp
Die Brüder Alexander und Thomas Huber gehören zu den besten Extrembergsteigern der Welt. Regisseur Pepe Danquart hat ihnen im Dokumentarfilm „Am Limit“ ein Denkmal gesetzt. Der Film erzählt von der Liebe zu den Bergen, vom Scheitern und von Erfolgen. 2007 bezwingen die „Huberbuam“ im Yosemite Valley die berüchtigte Granitwand „El Capitan“ und stellen einen neuen Weltrekord im Speedklettern auf. 2:45 Stunden für die knapp 1000 Meter hohe Felswand. Atemberaubende Bilder!
Kosten: DVD (Speed Record Edition) fünf Euro, Blu-ray 8,60 Euro.