Frankenthal Doppelt hält besser

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Am Freitag wurde die viertägige Mörscher Kerwe mit einem ökumenischen Gottesdienst und Musik vom Gesangverein eröffnet. Kerweborsch Frank Odenwälder mahnte in seiner Rede mehr Beteiligung am Umzug an. Auch heute am letzten Tag wird im Festzelt auf dem Kerweplatz, im Weinzelt der Sänger und im ASV-Vereinslokal gefeiert.

Gleich zwei Fassbieranstiche hat es in diesem Jahr gegeben. Weil Oberbürgermeister Theo Wieder (CDU) am Freitag zur Kerweeröffnung verhindert war, gab es am Samstagnachmittag, einen zweiten Anstich, nachdem der Kerweumzug am Festplatz angekommen war. Der „Kampf mit dem Bierfass“ glückte schließlich dank Unterstützung von Ortsvorstehern und anderen Fachleuten. Zuvor hatte Bruni Stachs nostalgisches Traktor-Gespann an der Ecke Am Birnbaum/Akazienweg gewartet, um sich in den Kerweumzug einzureihen. Rhythmisch schlug der Deckel auf den Auspuff, als ob er bei den Huddelschnuddlern mitspielen wollte. Die Guggemusik aus Ludwigshafen setzte den Zug in Gang, der durch den festlich geschmückten Vorort schlängelte. Gardemädchen der Wasserhinkele, CDU und SPD mit Bollerwagen und der ASV mit den Abteilungen Kinder-Eltern- und Frauenturnen sowie dem jüngsten Fußballer-Nachwuchs folgten. Blühende Astern und frisches Gemüse schmückten den Wagen der Kleintierzüchter, auf dem ein riesiger Hase thronte. Dahinter fuhr die Kutsche mit ASV-Wirtin Ljiliane Kalajdzi, Ex-Kerwemaid Laura Frühbis und Kerweborsch Frank Odenwälder. Ortsvorsteher Adolf-José König (SPD) ging zu Fuß. Ein Nostalgie-Truck der Eichbaum-Brauerei wurde von den Alten Herren der ASV-Fußballabteilung begleitet. Die Musikanten der Donaudeutschen, ein Quintett mit dem Rosmarinzweig am Hut – dem Symbol der Banater Schwaben –, ließ zünftige Marsch- und Schunkellieder erklingen. Im Cadillac-Cabrio gab sich Miss Strohhut Nina Semrau die Ehre. Der Spielmannszug aus dem Nordend zog ebenso durch die Straßen wie die Gruppe „Deimling und Freunde“ mit ihrem rollenden Bierausschank. Mit von der Partie waren natürlich auch die Kindergartenkinder der Kita Heilig-Kreuz und der Förderverein der Grundschule mit vielen Grundschulkindern. Die wohl jüngsten Teilnehmer dürften die ein Monat alte Mila Kraus, die mit ihren Eltern Lili und Alex vor der Schule den Zug erwartete, und der drei Monate alte Leandro König, der mit Mama Jasmin und Papa Daniel im Kinderwagen mitfuhr, gewesen sein. Einige Mörscher am Wegesrand bedauerten, dass es nicht mehr Zugteilnehmer gebe. Kerweborsch Odenwälder sprach seinen Mitbürgern ins Gewissen: „Feschte feire, do sin die Mörscher Klasse, awer keener will was schaffe.“ Mit solch einer Einstellung stünden die örtlichen Feste bald auf der Kippe. Zum aktuellen Flüchtlingsthema sagte Odenwälder: „Versucht zu integriere, geht uff die Mensche zu.“ Mit Blick auf die Sanierung der Mörscher Au appellierte er an den OB: „Theo, mach’ die Flocke locker, stell’ im Stadtrat die Weiche, dass mer noch schnell die Au streiche.“ Heute endet die Kerwe. Für Musik sorgt abends die Gesangsgruppe Elwetrittsche. (enk)

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