Kegeln
DJK Eppstein sucht händeringend Nachwuchs
An diesem Mittwochabend wird bei den Keglern der DJK Eppstein wieder trainiert. Sportwart Günther Berndt (67) läuft an. „Links, rechts, links – Kugel weg. Das gilt so für alle Rechtshänder“, erklärt Gunter Schweizer. „Da muss erstmal der Anlauf stimmen.“ Gerade die Schritttechnik sei beim Kegeln ausschlaggebend. Friedrich Rutt kegelt eine Bahn neben Berndt und wirkt zufrieden. „Obwohl wir Corona-Pause hatten: Ich hab’ kein Muskelkater – gar nichts“, wundert er sich.
Schwerer Start
Nachdem nach fast zwei Jahren mit Corona die Lockerungen wieder das Kegeln erlauben, läuft der Spielbetrieb wieder an. „Also, wir hatten jetzt ein paar Spieltage in der neugegründeten Liga“, berichtet Schweizer. Leider sei es kein leichter Start für die DJK Eppstein gewesen, die bereits zwei Niederlagen einstecken musste. Die erste davon gleich mit 0:8 gegen den klaren Favoriten der Liga, KSC 56 Pirmasens. Für das Team sei es trotzdem eine gute Leistung gewesen.
„Wenn wir auf 500 Holz pro Spieler kommen, sind wir zufrieden“, sagt Schweizer. „Eigentlich sehen wir uns im Mittelfeld. Ich denke schon, dass wir ein paar Spiele gewinnen.“ Den Sport nimmt man hier ernst. Bei den Spielen der DJK Eppstein gilt ein absolutes Alkoholverbot. Erst nach dem Ende des Spiels sei es erlaubt, ein Bier zu trinken. „Wir wollten dadurch dem Bierkegeln entgehen“, erklärt Gunter Schweizer.
Schwierigkeiten mit Plattenbahnen
Seit der Corona-Pandemie sind neben den eigenen Regeln des Vereins noch zusätzliche Hygienevorkehrungen verbindlich. Eine davon sieht vor, dass jeder seine eigenen Kugeln zu den Spielen mitbringen muss. Für die Spieler der DJK Eppstein sei das kein Problem, erläutert Schweizer. Friedrich Rutt sei bislang der einzige, der sich noch kein eigenes Material besorgt habe.
Eine größere Umstellung für das Team habe damals jedoch die Einführung der Plattenbahnen bedeutet. „Gerade die Bahnen in Oggersheim sind immer schwer zu bespielen“, findet Gunter Schweizer. Auch wenn diese Neuerung bereits einige Jahre zurückliegt, sei das Team noch die alten Kunststoffbeläge gewohnt. Schweizer habe darauf das Kegeln gelernt, und der Verein spiele auch aktuell auf solch einer Bahn. Auch wenn in der Verbandsliga B des Landesfachverbands Rheinland-Pfalz Sektion Classic beide Bahnbeläge zugelassen sind, verschwinde die Kunststoffbahn zunehmend in den höheren Ligen.
Gealtertes Team
Seit 1987 ist Schweizer im Verein als Kegler aktiv. Nachgelassen haben seine Begeisterung für den Sport und sein Engagement für das Team nicht. Die DJK habe in der Vergangenheit einige Erfolge verbucht. Schweizer zufolge habe der Verein mit den Senioren Ü60 bis 2019 schon fünfmal bei den Landesmeisterschaften gewonnen. Doch genau da sieht er auch das Problem der DJK: „Uns gehen die Leute aus. Unser Altersdurchschnitt liegt aktuell bei 67,5 Jahren.“ Momentan spielen noch acht Aktive. Altersbedingt hätten zuletzt einige aufgehört.
Der stärkste Kegler des Vereins ist für Schweizer derzeit Viorel Buturca, der in diesem Jahr 50 wurde. Dahinter hat sich nach Spielstärke Michael Gaug als die Nummer zwei des Vereins etabliert. Gaug kam mit drei seiner Teamkollegen Anfang der 2000er-Jahre vom KV Donauland zur DJK Eppstein. Das war der letzte große Wechsel, der dem Verein damals Auftrieb gab. Schweizer betont deshalb: „Unser Hauptaugenmerk liegt im Moment darauf, neue Kegler zu gewinnen.“ Vor allem jüngere Spieler zu finden, stellt sich für die DJK Eppstein aber als schwer dar.
Große Kameradschaft
Auch wenn hin und wieder Interessenten vorbeikämen, um sich das Training anzuschauen, ging es bisher nie darüber hinaus. Dabei habe der Verein seinen Mitgliedern viel zu bieten. „Kegeln macht einfach Spaß“, findet Anton Bauer (68), „die Kameradschaft ist bei uns sehr groß.“ Die Jugendlichen hätten mittlerweile jedoch andere Interessen und seien nicht mehr so leicht fürs Kegeln zu begeistern. Gunter Schweizer versichert, dass er sich die Zeit nehmen würde, um neue Spieler zu trainieren – wenn die Nachfrage da sei.