Saisonbilanz RHEINPFALZ Plus Artikel DJK Eppstein schöpft ihr Potenzial nicht aus

Die DJK Eppstein (grün) im Ligaduell mit dem TuS Dirmstein.
Die DJK Eppstein (grün) im Ligaduell mit dem TuS Dirmstein.

16 Siege, drei Unentschieden, 15 Niederlagen – am Ende bedeutet das für die A-Klasse-Fußballer der DJK Eppstein den neunten Tabellenplatz. Da war sicher mehr drin.

Von Christian Gaier

Frankenthal. Der letzte Saisonauftritt der DJK Eppstein in der Fußball-A-Klasse Rhein-Pfalz hatte es noch einmal in sich. Mit 6:7 (2:4) unterlag die Mannschaft von Trainer Stephan Krön gegen Vatanspor Frankenthal und beendete die Runde auf Platz neun. Wildwest-Fußball, bei dem die Zuschauer auf ihre Kosten kommen, aber wie ihn kein Trainer mag. „Die Vorrunde und der Sieg im Kreispokalfinale waren gut, die Rückrunde war zum Ende eine einzige Katastrophe“, redet der Trainer Tacheles. Ihn ärgert, dass die Mannschaft ihr Potenzial nicht ausschöpfte. Das soll in der kommenden Runde anders werden.

Bis zum 26. Spieltag scheint die Welt noch in Ordnung bei der DJK Eppstein, die sechs Spieltage nacheinander den vierten Tabellenplatz behauptet. Am 25. Spieltag besiegt die DJK SW Frankenthal mit 4:2. Mit Blick auf das Finale des Kreispokals gegen den Ligakonkurrenten und späteren Meister TuS Dirmstein wollen sich die Spieler empfehlen und geben Gas. Dann aber geht es in der Liga langsam abwärts. Beim SV Südwest Ludwigshafen unterliegen die Eppsteiner 1:4, daheim gibt es gegen den SV Weisenheim am Sand eine 1:5-Niederlage. Die Partie beim ASV Maxdorf geht mit 1:4 verloren. Unglaublich das Spiel gegen die SG SC Alemannia Maudach/SV Maudach am 28. April: Mit 14:0 fegen die Eppsteiner die Gäste vom Platz, Torjäger Mert Hizarci – in der Torjägerliste am Ende mit 33 Toren Dritter – trifft fünf Mal, Dean Wittmann gelingen vier Treffer.

Jubel am Ostermontag

In den Mai startet die DJK beim Tabellenzweiten SC Bobenheim-Roxheim, müsste dort 2:0 oder 3:0 führen, wird aber mit einer 2:7-Schlappe für das Auslassen bester Chancen bestraft. Zwei Tage später wird’s ganz düster: 1:10 lautet der Endstand gegen den VfR Frankenthal. Aber es geht weiter mit den Niederlagen, wenn auch nicht ganz so schlimm. 1:3 bei Croatia Ludwigshafen, 2:7 gegen die TSG Eisenberg und dann der Kehraus mit dem 6:7 gegen Vatanspor.

„Wenn man weiß, welches Potenzial die Mannschaft hat, dann wäre weit mehr als der neunte Platz drin gewesen, aber wir haben es uns selbst kaputt gemacht“, ärgert sich Stephan Krön. Einige desaströse Auftritte in der Rückrunde trüben auch etwas die Freude über den Sieg im Finale des Kreispokals am Ostermontag. Im Frankenthaler Ostparkstadion feiert die DJK Eppstein nach Verlängerung einen überraschenden 2:1-Sieg über den unschlagbar scheinenden Ligaprimus TuS Dirmstein. Vor 650 Zuschauern egalisiert Dean Wittmann in der 87 Minute den 0:1-Rückstand durch Fabio Biundo aus der 54. Minute. Julian Schmidt wird mit seinem Treffern in der 114. Spielminute zum Matchwinner für die DJK Eppstein.

Kader vergrößert

Mag sein, dass einigen Spielern nach dem großen Triumph die Motivation abhanden kam, aber für Stephan Krön kann das niemals eine Entschuldigung sein. „Man kann sich im Vereinsfußball nicht verhalten wie eine Freizeitmannschaft. Was da Woche für Woche abgeliefert wurde, war grenzwertig“, wird der Übungsleiter deutlich. Aufgefallen ist ihm, dass seine Mannschaft gegen Topteams motiviert war, Gegner aus dem unteren Tabellendrittel dagegen auf die leichte Schulter genommen wurden.

Der Trainer hält trotz des verkorksten Saisonfinales große Stücke auf seine Spieler. „Privat sind das alles top Jungs. Ich genieße es, mit den Jungs zusammenzuarbeiten und bin stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein“, betont Stephan Krön, der nach der Saison mit allen Spielern einzeln gesprochen hat. Vor zwei Wochen hat die Vorbereitung auf die neue Runde begonnen. Der Kader wurde zunächst einmal von 24 auf 32 Spieler vergrößert. Nicht mehr dabei sind Oliver Koeberlein, der sich dem Ligarivalen SV Südwest Ludwigshafen angeschlossen hat, und Kaddour Djaouchi, der zum Bezirksligisten FV Freinsheim wechselte.

Apaches Bruder

Vom SV Südwest kamen Abwehrspieler Baran Tunc und Mittelfeldakteur Dominik Blim, vom TuS Dirmstein wechselten die Offenspielspieler Fidan Jasari und Mateo Dujic zur DJK. Peter Ageman, Ibrahim Bakar (SG Maudach) und Daniel Himpel kamen von der SG Maudach, Luca Bühler von der FG 08 Mutterstadt, Bleron Selishti aus dem Kosovo und Hakan Yaman, Bruder des als Apache207 bekannten Ludwigshafener Rappers Volkan Yaman, vom Ludwigshafener SC. Stephan Krön erhofft sich, dass sich der Konkurrenzkampf positiv auf die Leistung auswirkt und sich eklatante Einbrüche nicht mehr wiederholen.

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