Frankenthal Die Letzten werden die Ersten sein

Nach einem holprigen Start hat sich die DJK Eppstein II in der Fußball-B-Klasse gefangen, am Sonntag gegen den TuS Dirmstein II mit einem 6:3 (2:1) den dritten Sieg in Folge eingefahren. Auf Erfolgskurs ist ebenso Eintracht Lambsheim II in der C-Klasse Süd. Überraschend steht der Vorjahresletzte nach sieben Spielen ungeschlagen an der Tabellenspitze, gewann am Sonntag gegen den ESV Ludwigshafen II mit 2:1 (1:1). Drei Siege, das klingt, als hätte der neue Trainer Halil Kaya nun ein recht entspanntes Leben in Eppstein. Doch sein Team mag es auf eigenem Platz spannend. Schon im Heimspiel zuvor hatte die DJK II mit 0:2 in Rückstand gelegen, bevor sie gegen Großkarlbach das Blatt noch wendete und 3:2 gewann. Am Sonntag gegen den TuS Dirmstein II habe sein Team die erste Viertelstunde verschlafen, sagt Kaya. Eine frühe Ruhephase, die die Gäste nutzten. Bei einem langen Ball sei seine Elf unsortiert gewesen, habe einen Gegentreffer kassiert. „Erst danach sind wir ins Spiel gekommen.“ Noch vor der Halbzeit schafften die Eppsteiner die Wende zum 2:1 und legten nach dem Wechsel auf 3:1 nach, sahen jetzt wie der sichere Sieger aus. Doch dann gönnten sich die Gastgeber eine zweite Pause. Und wieder war Dirmstein II zur Stelle. Mit „unnötigen Fouls“, so Kaya, habe seine Elf den Gegner in gute Schusspositionen gebracht, der zum 3:3 ausglich. Glück für die DJK: Die Gäste vergaben noch einen Elfer beim Stand von 2:1. Doch es spricht für die Moral der Eppsteiner, dass sie den Schalter noch einmal umlegten, in der Schlussviertelstunde drei Treffer erzielten. Am Defensivverhalten müsse das komplette Team arbeiten, legt Kaya den Finger in die Wunde. Die Abstände zwischen Offensive und Defensive seien oft zu groß gewesen. Insgesamt sei es für ihn, der mit auf dem Platz stand, ein nervenaufreibendes Spiel gewesen, gesteht Kaya und erklärt: „Sechs Spieler waren in der Vorsaison noch in der A-Jugend.“ Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Heßheim und den VfR Grünstadt II sieht der Trainer sein Team, das mit neun Punkten auf Rang fünf steht, auf einem guten Kurs: „Die Mannschaft findet sich langsam.“ Ganz vorne sonnt sich Eintracht Lambsheim II – ein neues Gefühl nach der sportlichen Dürre in den vergangenen Spielzeiten. Trainer Andreas Paczulla sieht es mit Freude: „Das nehmen wir gerne mit.“ Doch er warnt: „Es werden auch schlechtere Zeiten kommen.“ Dennoch gehe die Eintracht II mit Selbstvertrauen in die anstehenden Spitzenspiele gegen die direkten Verfolger Schauernheim II und FG Nord Ludwigshafen. „Die zweite Mannschaft profitiert von den Neuzugängen. Und es passt menschlich, worauf wir ein besonderes Augenmerk hatten“, so Paczulla. Das habe der Eintracht insgesamt einen Qualitätsschub gegeben. Doch man müsse die Saison abwarten. Schließlich stelle die zweite immer wieder Spieler an die erste Elf ab – ein Zusammenspiel, das aber gut funktioniere. Denn wer in Team I nicht zum Zug komme, für den sei der Einsatz in Team II Pflichtprogramm. Vor der Partie gegen den ESV Ludwigshafen sei die halbe Defensive zur Eintracht I aufgerückt, berichtet Paczulla, der den ESV stark sah und an diesem Spieltag durchaus mit einem Unentschieden hätte leben können. „Wenn man oben steht, hat man aber manchmal das nötige Glück.“ So sieht es der Trainer als glücklich an, dass seine Elf die Führung der Gäste (23.) noch in der ersten Halbzeit durch einen Elfmeter ausgleichen konnte, den Marc Fuxius (29.) verwandelte: „Wir haben überhaupt keine Bindung zum Spiel gefunden, hätten uns über weitere Treffer nicht beschweren können. Wir standen richtig unter Druck.“ Direkt nach dem Wechsel legte erneut Fuxius zum 2:1 nach. Danach sei der ESV weiter stark aufgetreten, die Punkte aber blieben in Lambsheim. Noch ist es zu früh, um über den Titel zu sprechen. Einen Motivationsnachteil sieht Paczulla aber nicht darin, dass seine Elf den Aufstieg wohl gar nicht erreichen kann, weil die erste Eintracht-Mannschaft in der B-Klasse spielt und ihrerseits in die A-Klasse aufsteigen müsste: „Die Meisterschaftsurkunde bekämen wir auf alle Fälle. Und ein Anlass für ein Fest wäre der Titel auch ohne Aufstieg.“