Frankenthal Die Blutsauger sind los

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Gruselig geht’s auf der Freilichtbühne „Im Busch“ ab Freitag, 1. Juli, zu: Der Theaterkreis Bobenheim-Roxheim studiert als Erwachsenenstück für die Sommersaison „Dracula“ ein. Regie führt zum ersten Mal Sebastian Lausen.

Auf dem Gelände der Freilichtbühne zwischen der B 9 und dem Rhein sind die Blutsauger los. Und damit ist nicht nur Dracula gemeint, um den sich die aktuelle Produktion des Theaterkreises Bobenheim-Roxheim dreht. Immer wieder schlägt Sebastian Lausen die Schnaken beiseite, die auf der Suche nach Menschenopfern sind. „Die sind echt eine Plage dieses Jahr“, sagt er und seufzt. Nicht nur Stechmücken haben den Mitgliedern des Theaterkreises in diesem Jahr die Proben erschwert, sondern auch das Wetter. „Es kam öfter vor, dass wir während eines Regengusses aufräumen mussten.“ Auch an diesem Freitag ist der Himmel launisch. Es ist schwül, dunkle Wolken hängen über dem Gelände, Donnergrollen rückt näher, erste Tropfen fallen. Lausen hofft, dass es kommenden Freitag trocken bleibt. Dann hat „Dracula“ aus der Feder von Bernd Klaus Jerofke, inspiriert von Bram Stokers Klassiker, Premiere. Die Kulisse – ein altes Schloss – ist bereits aufgebaut. Das Stück spielt zur Hälfte in Transsilvanien, der Legende nach Draculas Heimat in Rumänien, und in einer Irrenanstalt in England, in deren Nachbarschaft sich Dracula ein neues Haus kauft und dort sein Unwesen treibt. „Bisher waren es die Zuschauer gewohnt, dass der Theaterkreis eher humoristische Stücke aufführt“, sagt Sebastian Lausen. „Das wird in diesem Jahr weniger der Fall sein.“ Natürlich werde auch „Dracula“ Gelegenheit zum Lachen bieten, aber das Stück sei mystischer, handle von der Verführungskunst, die der berühmteste aller Vampire beherrsche. Mit den Proben haben Lausen und die 18 Darsteller nach Fasnacht begonnen, zunächst im Hoftheater Hasch-Masch, seit Ostern auf der Freilichtbühne, immer freitags für zwei bis drei Stunden. Man investiere aber nicht nur die Probenzeit in das Stück, sagt Lausen. „Man denkt immer wieder über die Aufführung nach oder spricht darüber, beim Abendessen, beim Spazierengehen, unter der Dusche.“ Bisher kannte der Lehrer aus Bensheim die Aufführungen des Theaterkreises nur aus der Zuschauerperspektive. Über seine Frau, die in Bobenheim-Roxheim aufgewachsen ist, kam der Kontakt zustande. Und als bekannt wurde, dass Lausen im Nebenfach Theaterpädagogik studiert hat und bereits bei verschiedenen Theatergruppen als Darsteller und hinter den Kulissen aktiv war, sei er gefragt worden, ob er nicht Lust hätte, beim Theaterkreis Regie zu führen. Lausen sagte zu, obwohl – oder vielleicht auch gerade weil – er noch keine Erfahrung mit dem Spiel auf einer Freilichtbühne hatte. Als Regisseur bezeichnet er sich ungern. „Schließlich habe ich das nicht studiert.“ Er sieht sich eher als Projektleiter oder Theatermacher. Bei der Frage, welche Stücke sich für eine Inszenierung auf der Freilichtbühne eignen, hat er sich auch Tipps von befreundeten Regisseuren geholt. „Dracula“, erzählt Lausen, habe er als eines der ersten in der Hand gehabt, aber immer wieder beiseitegelegt. Am Ende sei die Wahl jedoch schnell gefallen. „Es war das Stück, bei dem ich sofort Bilder im Kopf hatte und eine Vorstellung, wie es auf der Bühne aussehen könnte.“ Wichtig ist für ihn als Verantwortlichen, dass die Darsteller, Bühnen- und Kostümbildner Lust auf das Stück haben, es mittragen. „Niemand sollte aus Pflichtbewusstsein spielen.“ Mit der Frage, welche Stücke er gerne noch auf die Bühne bringen würde, tut er sich deshalb etwas schwer. „Das hängt immer von der Gruppe ab.“ Leichter fällt ihm die Antwort auf die Frage, in welche Rolle er selbst gerne schlüpfen würde. „Rumpelstilzchen“, sagt er sofort und muss lachen. Vorstellungen Vom 1. bis 23. Juli immer freitags und samstags um 20 Uhr auf der Freilichtbühne „Im Busch“. Tickets zu zwölf Euro, ermäßigt acht Euro und Infos unter www.theaterkreis1975.de

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