Frankenthal Der Tag beginnt zweimal

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25 Jahre lang hat der Frankenthaler Karl-Heinz Siegmund in der BASF in der Wechselschicht gearbeitet, davor war er beim Frankenthaler Maschinenbauer KK&K beschäftigt. Seit sieben Jahren bevorzugt er die frühen Morgenstunden als Arbeitszeit – als Zeitungsausträger der RHEINPFALZ.

Als er mit 57 Jahren bei der BASF in den Vorruhestand ging, wollte Siegmund noch ein bisschen etwas machen. Einen Nebenjob, ohne Chef im Nacken – so kam er aufs Zeitungsaustragen. Begonnen hat er mit der RHEINPFALZ am SONNTAG, als Springer. Springer helfen dort aus, wo andere wegen Krankheit oder Urlaub ausfallen. Inzwischen hat er so knapp 50 Bezirke der RHEINPFALZ kennengelernt. Und ihm macht die Herausforderung Spaß, sich auf neue Gebiete, neue Haushalte einzustellen. „Das geht schnell.“ Nach zwei, drei Tagen habe er das drin, sagt er. Auch wenn er nicht alle Bezirke gleich gerne mag. Wer so viel rumkommt, der muss doch auch einen Lieblingsbereich haben? Ja, sagt Karl-Heinz Siegmund. Roxheim sei sehr schön, wegen des Zuschnitts. Dort könne die Zeitung quasi im Kreisverkehr ausgetragen werden. Derzeit ist er Springer in ganz besonderer Mission. Er ist im Bezirk seiner Frau Ramona unterwegs, von der Frankenstraße bis zur Paul-Klee-Straße, weil diese derzeit gesundheitlich nicht kann. Ramona Siegmund hat nur kurze Zeit nach ihrem Mann damit begonnen, die Zeitung auszutragen. Nun sind sie, wenn es die Gesundheit zulässt, gemeinsam auf nächtlicher Mission. Inzwischen auch werktags. Gegen 3 Uhr beginnt für Karl-Heinz Siegmund der Tag zum ersten Mal. Nur ein Familienmitglied bleibt um diese Uhrzeit lieber noch im Bett: Hund Angel. Zu solcher Stunde bringt ihn niemand vor die Tür. Wenn die Zeitungsausträger gegen 6.30 Uhr nach Hause kommen – Karl-Heinz Siegmund besorgt auf dem Weg immer Brötchen –, dann trinken sie erst einmal einen Kaffee und legen sich noch ein wenig ins Bett. Um 9.30 Uhr beginnt dann der Tag zum zweiten Mal. Und Angel: Der wird dann ebenfalls langsam aus dem Bett geworfen. „Er könnte aber länger schlafen“, sagt Ramona Siegmund lachend. Die Siegmunds kümmern sich gerne um ihre „Kunden“. Die dürfen bei ihnen anrufen, falls etwas nicht richtig gelaufen ist, eine Zeitung gefehlt hat. „Es ist schon vorgekommen, dass ich am Ende einer Tour eine Zeitung übrig hatte. Dann bin ich im Gedanken noch einmal alle Haushalte durchgegangen und mir ist tatsächlich eingefallen, wen ich vergessen habe“, sagt Karl-Heinz Siegmund. Bei mancher Beschwerde sei er sich dann aber sicher, dass er die Zeitung verteilt habe. Komme das häufiger vor, vereinbare er mit den Hausbesitzern einen besonderen Ort, wo die Zeitung hinterlegt werde. Zwitschernden Vögeln und Betrunkenen begegnen die Siegmunds schon einmal in den frühen Morgenstunden. Und ihnen fällt auf, dass mehr Leute Flaschen sammeln. Es gebe mitunter nette Gespräche zwischen Frühaufstehern – so auf einem Spargelhof in Gerolsheim. Am nächsten Morgen stand dann eine Tüte Spargel für ihn vor der Tür. Das habe ihn gefreut, so Siegmund. Bei der Zeitungslektüre interessiert sich Siegmund besonders für den Sport. Früher war er beim VfR aktiv. Auf den Platz selbst will er heute nicht mehr gehen. Im Fernsehen drückt er den Bayern die Daumen. Tagsüber geht Karl-Heinz Siegmund gerne mit seiner Frau shoppen. Ins Einkaufszentrum, etwas essen, einen Kaffee trinken – das macht ihm Spaß. Oder er werkelt am eigenen Haus. „Geld gibt er gerne aus, auch im Baumarkt“, sagt Ramona Siegmund. (nt) Kontakt Wer Interesse an der Arbeit als Zusteller hat, bekommt Informationen bei der Presse Vertriebs-GmbH Frankenthal, Rudolf-Diesel-Straße 13, 67227 Frankenthal. Ansprechpartnerinnen: Liane Findling und Manuela Gruber, Telefon 06233 22349, E-Mail liane.findling@pvg-pfalz.de oder manuela.gruber@pvg-pfalz.de.

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