Frankenthal Der süße Kleine mit dem schwarzen Haar

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Einen außergewöhnlichen Geburtstag hat Ahmed Joud Bitar, der kleine syrische Junge, der gestern Vormittag in der Stadtklinik auf die Welt gekommen ist, nicht nur wegen des Datums 29. Februar. Seine Eltern haben schwere Zeiten hinter sich und es trotz der Schwangerschaft gewagt, nach Deutschland zu flüchten.

Um 10.23 Uhr ist Ahmed Joud geboren. Noch in Mamas Bauch hat er schon viele Länder durchquert. Von Ankara über Athen bis nach Österreich ging die Reise. Der süße Kleine mit dem schwarzen Haar, wiegt 3270 Gramm und ist 51 Zentimeter lang. Entspannt schlafend erlebt er das Interview, das Mutter Iman Nagama und Vater Anas Bitar geben, weil sie sich in Deutschland freundlich aufgenommen fühlen. Derzeit wohnt das muslimische Ehepaar mit einer anderen syrischen Familie in Bobenheim-Roxheim. Sie stammen ursprünglich aus dem syrischen Aleppo. Schweren Herzens trennten sie sich von der Familie, die zum großen Teil noch dort lebt, wie sie erzählen. Aber das erste Baby, ein Sohn, der inzwischen eineinhalb Jahre alt ist, kündigte sich an und deshalb flüchteten die Eltern 2014 in die Türkei, nach Ankara. Dort leben Familienmitglieder und ehemalige Nachbarn von Iman Nagama, die das Paar aufnahmen. „Wir waren glücklich, dass wir dort mit im Haus wohnen konnten, unser erster Sohn ein festes Dach über dem Kopf hatte“, erzählt Anas Bitar. Die beiden wollten weiter nach Deutschland, blieben wegen der Geburt des ersten Kindes aber in der Türkei. „Ich will arbeiten und wünsche mir für beide Kinder ein sicheres Leben“, betont der junge Vater. Er sei Jurist und hoffe, bald eine Stelle zu finden. Gern würde die Familie nach Mönchengladbach gehen. Dort lebe seit vielen Jahren ein Bruder, der Kinderarzt sei. „Wir sind sehr glücklich, dass wir hier sind und haben viel Unterstützung von Mitbürgern bekommen“, sagen beide. Von Ankara aus kamen sie per Schiff, teils zu Fuß und mit dem Zug über die Balkanroute nach Österreich, dann nach Deutschland. Das war am 11. November. In Bobenheim-Roxheim ist die Familie seit Dezember. Anas Bitar spricht Englisch und schon recht gut Deutsch. Er will sich weiter verbessern, „deshalb bin ich im Sprachkurs“, betont er. Seine Frau wolle ebenfalls schnell die Sprache lernen und ihr Abitur machen. Jetzt muss sich die junge Mutter aber erst erholen. Sie strahlt, weil bei der Geburt alles gut lief und Ahmed Joud gesund ist. „Wir wollen Frieden und Arbeit“, betont sein Papa und hofft, dass seine Familie einige Jahre in Deutschland bleiben darf. „Das wäre wunderbar“, meint er. Seinen anderen Sohn haben gestern Nachbarn betreut, bis er ihn holen und sagen konnte: „Du hast einen kleinen Bruder.“

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