Frankenthal Coronavirus: Stadt greift tief ins öffentliche Leben Frankenthals ein
Es ist ein weiterer Einschnitt ins öffentliche Leben der Stadt, aber nach Überzeugung von Oberbürgermeister Martin Hebich unverzichtbar: Am Montag um 12 Uhr müssen in Frankenthal sämtliche Vergnügungsstätten dicht sein – voraussichtlich bis 31. März. Dazu zählen neben Kino, Theater, Spielhallen auch Fitnessstudios, der Indoor-Spielplatz, Tanzschulen und Bars. Generell erfasst die dahingehend verschärfte Allgemeinverfügung der Verwaltung alle Veranstaltungshäuser, in denen mehr als 75 Personen Platz finden – beispielsweise auch das Dathenus- und das Kunsthaus sowie Vereinsheime.
Höchstgrenze: 75 Menschen
Damit orientiert sich Frankenthal an den vergleichbaren Regelwerken anderer pfälzischer Städte und Mannheims. Das gilt auch für die gegenüber den Festlegungen vom Freitag noch einmal massiv nach unten korrigierte Höchstanzahl von Besuchern einer Veranstaltung: Maximal noch 75 Leute sind demnach zugelassen. Jeder Besucher muss sich aber mit Name, Adresse und Kontaktdaten (Telefonnummer, E-Mail-Adresse) registrieren lassen, damit mögliche Infektionsherde im Nachhinein erkennbar bleiben. Diese Richtlinie gilt laut Stadt im ersten Schritt bis 10. April – Verlängerung jederzeit möglich.
Von den Schließungen nicht betroffen sind vorerst Gaststätten, Imbisse und Restaurants: Öffnen dürfen sie nach Angaben der Stadt allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: Auch hier dürfen sich nicht mehr als 75 Menschen gleichzeitig aufhalten. Zwischen Tischen müssen zwei Meter Abstand bleiben. An einem Tisch dürfen nicht mehr als vier Leute Platz nehmen. Diese Kriterien gelten auch für Hotels, in denen Übernachtungsgäste mit Frühstück versorgt werden. Das Einhalten der Regeln kontrollieren Kräfte des Kommunalen Vollzugsdienstes.
Stadt schließt Einrichtungen
Die Stadt will nach Angaben von Martin Hebich aber auch mit weiteren Schritten die Verbreitung des Erregers Sars-Cov-2 bremsen: Das Veranstaltungshaus Congress-Forum, die Stadtbücherei und die Musikschule sagen sämtliche Veranstaltungen fürs Erste ab und sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Auch an der Volkshochschule finden bis zum Ende der Osterferien keine Kurse mehr statt. Dicht bleiben außerdem Jugendtreffs sowie die privaten Kulturbetriebe Gleis 4 und Theater Alte Werkstatt.
„In der Verwaltung achten wir generell darauf, dass Sozialkontakte auch der Mitarbeiter untereinander soweit wie möglich runtergefahren werden“, betonte OB Hebich. Das sei der Schlüssel, Infektionsrisiken zu senken, und auch der Grund für die Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheimen und in der Stadtklinik.
Die Sitzungen der kommunalen Gremien – am Dienstag tagt der Haupt- und Finanzausschuss – sollen nach Vorstellung des OB weiterhin stattfinden. „Wir müssen im Sinne unserer Bürger handlungs- und beschlussfähig bleiben. Da nützt es nichts, alle Gremien in Urlaub zu schicken“, sagte Hebich am Sonntag der RHEINPFALZ. Die Termine würden allerdings aus den Verwaltungsgebäuden ins Congress-Forum verlegt, wo ein größerer Abstand zwischen den Teilnehmern der Sitzung möglich ist.
Noch Fragen?
- Die Stadt Frankenthal informiert auf ihrer Internetseite unter www.frankenthal.de/corona.
- Bürgertelefon des für die Stadt Frankenthal und den Rhein-Pfalz-Kreis zuständigen Gesundheitsamts: 0621 5909-5800. Es ist erreichbar von Montag bis Donnerstag, 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, sowie freitags von 9 bis 12 Uhr.
- Das Bürgertelefon des Landkreises Bad Dürkheim ist zu erreichen unter der Telefonnummer 06322 961-7401, montags bis mittwochs von 8.30 bis 16 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr. Informationen gibt es zudem im Netz unter www.kreis-bad-duerkheim.de.
- Auch das Bundesministerium für Gesundheit hat ein Bürgertelefon eingerichtet: 030 346465-100 beziehungsweise 0800 0117722.
- Informationen gibt es zudem auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts unter www.rki.de/covid-19.
Zur Sache: Die Notbetreuung in Schulen und Kitas Die Notbetreuung (kein Unterricht) findet laut Stadt für die Klassen 1 und 2 von 8 bis 12 Uhr, für die Klassen 3 und 4 von 8 bis 13 Uhr statt. Sie finde nur in Kleingruppen mit maximal zehn Kindern statt. Körperkontakt zwischen den Schülern untereinander und Lehrern soll vermieden werden. Es finden versetzte Pausen statt, in denen die Gruppen nicht miteinander spielen können. An den Grundschulen erfolgt nach Angaben der Verwaltung eine Zugangskontrolle. Dort seien die Eltern verpflichtet, den Betreuungsbedarf schriftlich zu erklären und ihre Erreichbarkeit während der Arbeit mit bis zu drei Notfallnummern anzugeben. Voraussetzung für die Teilnahme ist außerdem, dass Eltern und Kinder innerhalb der letzten 14 Tage nicht in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet waren. Nur gesunde Kinder könnten betreut werden.
Die Kinderbetreuung an Kitas wird ab Montag, 16. März, ausgesetzt bis zum Ende der Osterschulferien. Für diese Kinder wird zunächst bis Freitag, 20. März, eine Betreuung ermöglicht, wenn Eltern oder Alleinerziehende unter anderem in einem der folgenden Bereiche arbeiten: Gesundheit Versorgung, Justiz, Rettungskräfte, Polizei, Feuerwehr, Schuldienst, öffentliche Verwaltung. Generell müssen für die Teilnahme an Notbetreuungen durch Vorlage einer Bescheinigung vom Arbeitgeber über Dienst- und Arbeitszeiten bis spätestens am Dienstag, 17. März, nachgewiesen werden. Formulare erhalten die Eltern bei der Anmeldung in den Einrichtungen am Montag.