Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Coronavirus: Hohe Inzidenz noch ohne Folgen

Die Maske könnte für die Teilnehmer der Sommerschule zum notwendigen Utensil werden.
Die Maske könnte für die Teilnehmer der Sommerschule zum notwendigen Utensil werden.

Dass Frankenthal die höchste Sieben-Tage-Inzidenz aller rheinland-pfälzischen Städte und Kreise aufweist, hat keine direkten Folgen für die Bürger. Der auf 100.000 Einwohner berechnete Wert, der Neuinfektionen mit dem Coronavirus der zurückliegenden Woche berücksichtigt, liegt laut Landesuntersuchungsamt bei 63,6.

Höher war diese Zahl zuletzt am 27. Mai mit 67,7, seitdem waren die Werte nach Angaben der Gesundheitsbehörden teilweise wochenlang auf einstellige Werte gefallen. Seit dem 19. Juli steigen die Zahlen wieder, seit vergangener Woche sprunghaft. Dass Frankenthal mit dieser Entwicklung am Montag den dritten Tag in Folge über dem Schwellenwert 35 liegt, hat nach Auskunft der Stadtverwaltung noch keine unmittelbaren Auswirkungen – etwa auf das öffentliche oder kulturelle Leben in der Stadt.

Wie Pressesprecherin Xenia Schandin auf Anfrage erläutert, hätte das Überschreiten des in der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung genannten Werts Folgen für Veranstaltungen, zu denen mehr als 500 Besucher erwartet würden. Termine dieser Größenordnung stehen aber derzeit in Frankenthal nicht an. Das vom Kulturzentrum Gleis 4 am Strandbad organisierte Festival bleibe mit seinem Konzept deutlich unter der Marke.

Sommerschule mit Maske?

Abhängig von der weiteren Entwicklung könnte die vergleichsweise hohe Anzahl neuer Infektionen mit dem Coronavirus zumindest in der kommenden Woche noch Folgen haben: Dann beginnt nach Schandins Auskunft die sogenannte Sommerschule, bei der in kleinen Gruppen für Erst- bis Neuntklässler an drei Stunden vormittags vor allem Deutsch und Mathematik unterrichtet wird. Möglich wäre etwa für Teilnehmer der Kurse eine Maskenpflicht, so Schandin.

Was das Infektionsgeschehen in Frankenthal antreibt, dafür liefert Sebastian Mohr, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der mit Modellrechnungen zu Covid-19 bekanntgewordenen Physikerin Viola Priesemann (Göttingen), auf seiner mit offiziellen Daten gefütterten Internetseite semohr.github.io/risikogebiete_deutschland Hinweise. Demnach zirkuliert Sars-CoV-2 in der Stadt derzeit offenbar vor allem in zwei Altersgruppen: bei den Fünf- bis 14-Jährigen mit einer Inzidenz von 112,9 und vor allem bei den 15- bis 34-Jährigen mit einem Wert von 189,4. Betroffen sind damit mutmaßlich diejenigen, die bisher noch keinen oder noch keinen vollständigen Impfschutz vor dem Coronavirus haben.

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