FRANKENTHAL Coronavirus: Frankenthal richtet zweite Fieberambulanz in Albert-Schule ein
Mit der zweiten Fieberambulanz will die Stadt auf eine möglicherweise in den kommenden Tagen und Wochen deutlich steigende Anzahl von Infektionsfällen vorbereitet sein, wie der Intensiv- und Notfallmediziner Thilo Schöllhorn im RHEINPFALZ-Gespräch erläutert. Der 53-Jährige koordiniert in den Ambulanzen und in der Stadtklinik Frankenthal die Organisation.
Derzeit ist vorgesehen, dass im täglichen Wechsel ein niedergelassener Arzt, unterstützt von Kräften des Katastrophenschutzes, den Dienst in der Albert-Schule übernimmt. Mit den Öffnungszeiten und der personellen Ausstattung orientiere man sich an der „Dynamik des Zuspruchs“, sagt Schöllhorn, der neben seiner medizinischen Kompetenz auch viele Jahre Erfahrung als Katastrophenschützer mitbringt.
Entlastung für Hausarztpraxen
Die zweite Ambulanz soll ihm zufolge vor allem die Hausarztpraxen entlasten. Die könnten dann Patienten mit starken Infektsymptomen – hohes Fieber, trockener Husten, Halsschmerzen – abseits des normalen Praxisbetriebs dorthin bestellen. Nach Schöllhorns Angaben hat mit Inbetriebnahme der ersten Fieberambulanz am vergangenen Mittwoch der Ansturm auf die reguläre Notaufnahme der Stadtklinik nachgelassen.
Ein Terminfenster in einer der beiden Fieberambulanzen bekommt nur, wer sich vorher bei der Kassenärztlichen Vereinigung (Rufnummer 116 117) oder seinem jeweiligen Hausarzt gemeldet hat. Grund für eine Rücksprache könne neben den typischen Krankheitsanzeichen auch ein kürzlicher Aufenthalt in einem der Risikogebiete sein.
Ausbau zum Notlazarett möglich
Schöllhorn plant bereits für eine mögliche Eskalation der Situation, in der deutlich mehr Personal als derzeit benötigt wird, und erneuert den Aufruf der Stadt an freiwillige Helfer mit medizinischem oder pflegerischem Hintergrund, sich zu melden. „Das kann schnell viele Ressourcen auffressen. Deswegen müssen wir eine Reserve bilden, um dann notwendige Einsatzzeiten abzudecken“, sagt der Arzt.
Er hoffe, dass es nicht dazu komme, aber für den Fall, dass die Ambulanzen nicht mehr ausreichten, um die Behandlung von Corona-Patienten zu garantieren, könne die Schulsporthalle zu einem Notlazarett umfunktioniert werden. Einzelne Klassenzimmer könnten dann auch als Quarantäneräume dienen, erklärt Schöllhorn. Die Schule sei grundsätzlich gut geeignet, „um Kapazitäten hochzufahren“.
In Stadtklinik „eine Station leergeräumt“
Auch in der Stadtklinik, wo bereits Covid-19-Patienten behandelt werden, laufen Vorbereitungen auf eine Verschärfung der Krise: „Wir haben eine Station leergeräumt für die Isolation“, sagt Schöllhorn. Aus der Intensivstation mit zwölf Beatmungsplätzen würden sukzessive Patienten, bei denen das möglich sei, verlegt. Um diese Kapazitäten freizuhalten, fänden nur noch Not-Operationen statt. Kurzfristig könnten sechs weitere Beatmungsbetten eingerichtet werden. Schöllhorn hofft außerdem, dass die vom Land angekündigte Lieferung weiteren Materials schnellstmöglich komme.
Noch Fragen?
- Öffnungszeiten und Kontakt: Die Fieberambulanzen sind für die telefonische Terminvergabe montags bis freitags, 10 bis 14 Uhr, über die Rufnummer 06233 771-3232 erreichbar.
- Die Ambulanzen sind die Ansprechpartner für Corona-Verdachtsfälle aus Frankenthal, Bobenheim-Roxheim, Heßheim, Lambsheim, Beindersheim, Heuchelheim sowie Groß- und Kleinniedesheim.