Frankenthal Coronavirus: Erster Fall in Frankenthal, Stadt reagiert mit strengeren Regeln

Mit speziellen Verfahren werden Proben untersucht. Bei einem Frankenthaler wurde am Donnerstag der Erreger Sars-Cov-2 nachgewies
Mit speziellen Verfahren werden Proben untersucht. Bei einem Frankenthaler wurde am Donnerstag der Erreger Sars-Cov-2 nachgewiesen.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit: Frankenthal hat seit Donnerstagnachmittag seinen ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Unterdessen will die Stadtverwaltung mit strengeren Vorgaben für Veranstalter der weiteren Verbreitung des Krankheitserregers entgegenwirken.

Ein 48 Jahre alter Mann ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hat die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises im Namen des auch für Frankenthal zuständigen Gesundheitsamts am Donnerstagnachmittag mitgeteilt. Laut einer Pressemitteilung hat sich der Mann bei einer Auslandsreise infiziert, nach Informationen der RHEINPFALZ handelt es sich um ein Risikogebiet. Auf Anweisung des Gesundheitsamts befindet er sich nun in häuslicher Quarantäne. Eine entsprechende Verfügung werde ihm am Freitag zugestellt, erklärte Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) am Abend. Die Kontaktpersonen des Mannes werden ermittelt. Wie groß dieser Kreis ist und welche Auswirkungen das Testergebnis bei den Betroffenen hat, dazu lagen am Donnerstag keine Informationen vor. Der Mann ist laut Pressemitteilung der Gesundheitsbehörde bereits auf dem Weg der Besserung.

Verfügung gilt zunächst bis Ende April

Derweil folgt die Stadtverwaltung zumindest teilweise dem Vorbild der Nachbarstadt Ludwigshafen und hat eine Allgemeinverfügung erlassen, um einer weiteren Verbreitung des Erregers Sars-Cov-2 zu begegnen. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) erklärte zu Beginn der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag, dass in Frankenthal ab sofort Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern verboten sind. Kommen mehr als 200 Menschen zusammen, müssen die Veranstalter deren wichtigste Daten erheben: Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Diese Angaben müssen vier Wochen für mögliche Rückfragen gespeichert werden. Die Verfügung gilt Hebich zufolge vorerst bis 30. April. Der Kommunale Ordnungsdienst werde das Einhalten dieser Regeln kontrollieren und bei Verstößen Bußgelder verhängen und Veranstaltungen unter Umständen auch beenden, sagte der OB.

Stadtwerke schließen Bad und Zentrale

Vorbeugung und Versorgungssicherheit: Die Stadtwerke Frankenthal haben unter dem Eindruck der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entschieden, ab Freitagmorgen in ihrem Kundenzentrum und in der Verwaltung in der Wormser Straße keine Kunden und Gäste mehr zu empfangen. Auch das Ostparkbad (Bild) wird ab Freitag „bis auf Weiteres“ für Schwimmer geschlossen sein.

„Wir wollen mit diesen Maßnahmen dazu beitragen, der Verbreitung des Virus vorzubeugen“, begründete Stadtwerke-Sprecherin Melanie Brünner am Donnerstagnachmittag auf RHEINPFALZ-Anfrage. Mit Blick auf die Zentrale stehe der Schutz der Mitarbeiter und damit auch die Versorgungssicherheit im Mittelpunkt, sagt Brünner weiter. Kunden könnten ihre Anliegen weiterhin telefonisch oder per E-Mail mitteilen oder das Online-Kundenportal der Stadtwerke nutzen. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Versorgers. Der Kassenautomat für Bareinzahlungen im Kundenzentrum könne bis auf Weiteres nicht genutzt werden. Die Stadtwerke Frankenthal bitten Kunden, das turnusmäßige Ablesen ihrer Energie- und Wasserzähler selbst vorzunehmen. Ablesekarten würden an die entsprechenden Haushalte verteilt.

Von der Schließung des Kundenzentrums sind den Stadtwerken zufolge auch die Kunden der Gemeindewerke Bobenheim-Roxheim, der Elektrizitätsgenossenschaft in Dirmstein und des E-Werks in Gerolsheim betroffen, für die die Stadtwerke Frankenthal die Betriebsführung übernehmen.

Noch Fragen?

  • Bürgertelefon des für die Stadt Frankenthal und den Rhein-Pfalz-Kreis zuständigen Gesundheitsamts: 0621 5909-5800. Es ist erreichbar von Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr.
  • Informationen gibt es zudem beim Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit. Erreichbar ist es von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr: 030 346465-100 und 0800 0117722.
  • Allgemeine Informationen und Verhaltenstipps gibt es zudem auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de.
„Bis auf Weiteres“ ist der Betrieb im Ostparkbad eingestellt.
»Bis auf Weiteres« ist der Betrieb im Ostparkbad eingestellt.
x