Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Coronavirus: Ältere von aktuellen Neuansteckungen weniger betroffen

Suche nach B.1.1.7 – in Frankenthal ist die britische Variante des Coronavirus in den zurückliegenden zwei Wochen 32 Mal in posi
Suche nach B.1.1.7 – in Frankenthal ist die britische Variante des Coronavirus in den zurückliegenden zwei Wochen 32 Mal in positiven Proben nachgewiesen worden.

Die Sieben-Tages-Inzidenz ist nach ein paar Tagen mit niedrigeren Werten in Frankenthal wieder über die 100er-Marke geklettert. Die Gesundheitsbehörden zeigen in ihren Corona-Zahlen für die Stadt: Das Infektionsgeschehen bei den Älteren über 60 ist deutlich geringer als in jüngeren Jahrgängen.

Die Farbe der Wintersaison und des beginnenden Frühlings in Frankenthal ist Rot – mit kleinen Nuancen zwischen tiefrot und dunkelorange. Denn: Nach den Kriterien der rheinland-pfälzischen Corona-Ampel ist die Stadt seit dem Beginn der zweiten Infektionswelle im Herbst fast durchgehend in Alarmstufe Rot unterwegs. Lediglich an fünf Tagen Anfang März und kurz zu Beginn des Februar lag die auf 100.000 Einwohner hochgerechnete Sieben-Tages-Inzidenz unter dem Schwellenwert 50. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, bewegte sich diese Messzahl sogar meistens über 100, im Dezember sogar über 200.

Interessant ist aber eine Aufschlüsselung, die das Landesuntersuchungsamt nun vorgenommen und veröffentlicht hat: Die Behörde weist in ihren Statistiken zur Verbreitung des Coronavirus neben der Gesamtinzidenz auch die Inzidenz der Altersgruppe über 60 Jahren aus. Auf den Fall Frankenthals bezogen, sieht es derzeit so aus: Der Sieben-Tages-Wert für die gesamte Stadt liegt bei 104,6; bei den Älteren mit 48,5 nicht ganz halb so hoch.

Vor Infektionen schützen

Dass dieser Wert gesondert genannt wird, begründet das Amt unter anderem mit dem Ziel, Menschen ab 60 besonders vor der Ansteckung mit Sars-Cov-2 schützen zu wollen – weil deren Risiko schwer zu erkranken oder zu sterben bedeutend höher ist. Das wiederum illustrieren auch die lokalen Daten: Von den 48 an und mit Covid-19 verstorbenen Frankenthalern sind 37 Männer und Frauen 80 Jahre und älter; weitere neun sind zwischen 60 und 79 Jahre alt.

Neu im Datenangebot der Landesbehörden ist auch eine auf zwei Wochen angelegte Übersicht zum Anteil der sogenannten Variants of Concern, der „besorgniserregenden Varianten“ des Coronavirus. Seit 15. März sind diese Mutanten des Erregers in Frankenthal bei 38 von 113 Fällen nachgewiesen worden. Am häufigsten ermittelten die Labore dabei die Experten zufolge ansteckendere und offenbar auch gefährlichere britische Variante B.1.1.7. In sechs Fällen waren wiederum andere Mutationen im Spiel.

Kein einheitliches Auswahlverfahren

Aus den Zahlen auf die tatsächliche Verbreitung der Mutationen in Frankenthal zu schließen, ist den Behörden zufolge aber genauso schwierig wie der Vergleich von Kreisen und Städten in Rheinland-Pfalz untereinander. Der Grund: Es gibt kein einheitliches Verfahren, welche der positiven Proben aus PCR-Tests für die weitere Untersuchung auf Varianten des Virus ausgewählt werden.

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