Frankenthal Corona-Pandemie: Hebich sieht Klinik auf drohende zweite Welle gut vorbereitet
„Schwer, aber notwendig“ – so bewertet Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) die am Mittwoch zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und der Bundeskanzlerin vereinbarten Einschränkungen. Anders sei die steigende Anzahl der Infektionen mit dem Coronavirus nicht in den Griff zu bekommen, ist er überzeugt. Die aktuellen Statistiken seien ja schon so etwas wie eine Nachbetrachtung, und längst beschränke sich das Infektionsgeschehen nicht mehr auf sogenannte Hotspots, sagt Hebich.
Warten auf Landesverordnung
In Frankenthal ist mit Überschreiten des auf 100.000 Einwohner hochgerechneten Werts von 50 Infektionen innerhalb der zurückliegenden sieben Tage am Montag die Corona-Ampel auf Rot gesprungen. Ob die noch für die Warnstufe Orange ausgelegte Allgemeinverfügung der Stadt deshalb von einer aktualisierten Fassung abgelöst wird, ist nach Hebichs Angaben noch nicht geklärt. Der OB will abwarten, wie die Beschlüsse von dieser Woche in der Landesverordnung formuliert sind, die am Freitag vorliegen soll.
Seinem Empfinden nach wäre es nicht sinnvoll gewesen, diese Woche eigene Regeln etwa zur Maskenpflicht an bestimmten Orten oder zur Schließung von Einrichtungen zu erlassen. Diese nach kurzer Zeit möglicherweise zurücknehmen oder ändern zu müssen, wenn sie sich mit dem zwischen Bund und Ländern abgestimmten Vorgehen beißen, sei für die Bürger kaum nachvollziehbar, findet Hebich. Die oberste Maxime aus seiner Sicht lautet deshalb: „Das muss sinnvoll kommuniziert werden.“
OB: Fangen nicht bei Null an
Was die Bekämpfung einer zweiten Welle angeht, „fangen wir nicht bei Null an“, sagt der OB mit Blick auf die Erfahrungen des Frühjahrs. Die entscheidenden Akteure – allen voran die Stadtklinik – seien gut vorbereitet. Das Krankenhaus habe in den zurückliegenden Wochen die Lager mit Medikamenten und persönlicher Schutzausrüstung gefüllt. Hebich: „Wir können einige Zeit durchhalten.“ Denkbar seien gegenüber der aktuellen Praxis wieder strengere Vorgaben für Besucher.
Aktuell laufe in der Klinik noch der Normalbetrieb, auch geplante Eingriffe fänden noch statt. Es sei aber jederzeit möglich, Kapazitäten beispielsweise für Beatmungspatienten hochzufahren. Derzeit würden sechs an Covid-19 erkrankte Menschen behandelt. Für den Fall dramatisch steigender Zahlen gebe es auch das Szenario, dass Kräfte aus anderen Abteilungen bei der Intensivpflege unterstützten.