Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Congress-Forum steuert kreativ durch die Krise

Der Pop-up-Weingarten am Stephan-Cosacchi-Platz zählt zu den Ideen, die das CFF-Team während der Corona-Pandemie entwickelt hat.
Der Pop-up-Weingarten am Stephan-Cosacchi-Platz zählt zu den Ideen, die das CFF-Team während der Corona-Pandemie entwickelt hat.

Wo sonst Orchester Konzerte geben, Tourneetheater ihre Stücke präsentieren und Firmen zu Tagungen einladen, waren in den ersten Wochen der Corona-Pandemie Einsatzzentrale und Krisenstab untergebracht. Inzwischen strebt das Congress-Forum Frankenthal (CFF) ein Stück Richtung neue Normalität. Um der Krise der Veranstaltungsbranche zu trotzen, ist auch Kreativität gefragt.

Dass es mehr oder weniger aus dem Stand möglich gewesen sei, Treffen, bei denen die Bekämpfung des Coronavirus im Mittelpunkt stand, ins Congress-Forum zu verlegen, berichtete Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) bei der Aufsichtsratssitzung der CFF GmbH. „Das war ausgesprochen wichtig, damit die Verwaltung in dieser schwierigen Phase handlungsfähig war“, sagte Knöppel in seiner Rolle als Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Er dankte den Mitarbeitern des Hauses, die oftmals kurzfristig Räume bestuhlt und mit der nötigen Technik ausgestattet hätten.

Die Zeit des sogenannten Lockdowns, als das CFF komplett für alle Publikumsveranstaltungen geschlossen war, habe das Team für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten genutzt, erklärte Bernd Knöppel. Als dann ab Mai wieder Sitzungen kommunaler Gremien in Sälen des Kultur- und Tagungszentrums stattfanden, sei viel Zeit ins Umsetzen der Hygieneregeln geflossen: für Reinigungsarbeiten oder Einlassdienste inklusive Erfassung von Besucherdaten etwa.

Angebot für Abonnenten

Gleichzeitig hat das CFF-Team nach Knöppels Darstellung aber auch schon wieder für die Zeit nach der Schließung geplant: Vor dem Hintergrund der vielen Absagen seien gezielt das Vereinbaren neuer Termine in Angriff genommen und Hygiene- und Wegekonzepte sowie ein entsprechend coronasicherer Bestuhlungsplan entwickelt worden. Eine Strategie, um als Marke im Gespräch zu bleiben, bestand dem Bürgermeister zufolge darin, Streaming-Angebote fürs Internet zu machen – mit Krimilesungen und Mitschnitten früherer Veranstaltungen.

Trotz der nach wie vor stark eingeschränkten Möglichkeiten mit vorerst maximal 250 Besuchern unter den entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln sei die Entscheidung gefallen, dieser Tage mit einem Kultur- und Konzertprogramm in die Spielzeit 2020/21 zu starten. Es gelte für Theateraufführungen ein Einheitspreis von 25 Euro, Konzerte kosteten 30 Euro, erläuterte Knöppel. Ab drei Terminen gebe es Rabatt, „um dem treuen Kreis der Abonnenten ein Angebot zu machen“, so der CFF-Geschäftsführer.

Leidig mahnt zur Vorsicht

Dass das Congress-Forum im Corona-Jahr zumindest nach derzeitigem Stand einen geringeren Verlust als die ursprünglich geplanten rund 1,65 Millionen Euro machen dürfte, merkte Gerhard Bruder (Grüne/Offene Liste) an. Das sei bis zu einem gewissen Grad paradox. Er lobte generell die Bemühungen, mit dem Einsatz neuer Medien und mit neuen Veranstaltungsformen wie dem derzeit laufenden Pop-up-Weingarten Absagen im sonstigen Kerngeschäft zu kompensieren. „Es ist bemerkenswert, wie Sie diese Krise gemeistert haben“, sagte Bruder.

Dem schlossen sich auch die Vertreter der anderen Stadtratsfraktionen im Wesentlichen an. „Außergewöhnliche Zeiten, außergewöhnliche Zahlen“, sagte Jesko Piana (FWG). Hartmut Trapp (AfD) warnte vor der Gefahr, dass manche Veranstaltungsformen vielleicht nicht wieder zurückkommen, Umsätze insofern im Tagungs- und Kongressgeschäft wegfallen könnten. Unter anderem deshalb habe sich das CFF technisch so ausgestattet, sogenannte Hybridveranstaltungen bewältigen zu können, erklärte Bernd Knöppel. Beigeordneter Bernd Leidig wies in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender darauf hin, dass sämtliche Zahlen noch unter einem großen Vorbehalt stünden: „Wir wissen noch nicht, wohin die Reise in den letzten Monaten des Jahres geht.“

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