Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Brandschutz: Massong präsentiert Premiere

Geländegängig: Das Utility Task Vehicle erleichtert Feuerwehrleuten die Mobilität in schwer zugänglichem Terrain.
Geländegängig: Das Utility Task Vehicle erleichtert Feuerwehrleuten die Mobilität in schwer zugänglichem Terrain.

Es muss nicht zwingend das große Besteck sein in einem Einsatz der Feuerwehr. Im Gegenteil: In unwegsamem Gelände kann ein wendiges Fahrzeug die Arbeit der Retter erheblich erleichtern. Der Frankenthaler Brandschutz-Spezialist Massong will im August einen Prototypen dafür vorstellen.

Es ist in Feuerwehrrot lackiert, ähnelt einem Unimog und verfügt über Auf- und Anbauten, die den Brandbekämpfern den Job erleichtern: Utility Task Vehicle (UTV) heißt das luftige Mobil mit Allradantrieb und Aufsatz, das in jüngster Zeit in Insiderkreisen Aufmerksamkeit erregt. Bei Erkundungsfahrten unmittelbar nach der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal hatten sich ähnliche Offroad-Fahrzeuge als hilfreich erwiesen, um über Steigungen und unwegsames Gelände hinweg näher an einen Einsatzort zu kommen. Der Vorteil für die Retter: Sie waren schneller bei den Opfern, und sie mussten nach der Bergung kürzere Strecken zu Fuß zurücklegen, was Kräfte schonte und raschere Folgebehandlungen ermöglichte.

Erste Wehren in Hessen oder im Norden von Rheinland-Pfalz haben UTVs bereits vereinzelt im Fuhrpark. Zu Gesicht bekommen oder im simulierten Einsatz beobachtet haben sie bislang aber die wenigsten Brandmeister. Dazu will ihnen die Frankenthaler Fritz Massong GmbH Gelegenheit geben. Auf der „Hotspot“-Schau am letzten Augustwochenende stellt Geschäftsführer Thomas Götz nach eigenem Kenntnisstand eine Weltpremiere in Aussicht. Erstmals wolle der japanische Hersteller Yamaha mit seinem UTV-Modell vorfahren, auf dem Motocross-Gelände des Automobilclubs (AMC) Frankenthal an der L532 am Stadtrand.

Wassertank auf dem Dach

Denn, so der Gastgeber, die „Hotspot“ sei keine bloße Frankenthaler Fachmesse mit Ausstellungsstücken zum reinen Anfassen in einer Halle, sondern eine Präsentation modernster Brandschutztechnik unter freiem Himmel. Allen voran das Paradestück UTV, das in einem Tank auf dem Dachaufbau bis zu 300 Liter Wasser etwa zur Bekämpfung von Waldbränden mit sich führen könne. Weitere Funktionalität: Am Heck kann eine Trage für den Material- oder Personentransport fixiert werden. Eine Heckklappe kann im Gegensatz zu den Rolljalousien an herkömmlichen Feuerwehrfahrzeugen hochgeklappt werden und so als wetterfester Unterstand dienen.

Seit über einem Vierteljahrhundert Geschäftsführer bei Massong: Thomas Götz.
Seit über einem Vierteljahrhundert Geschäftsführer bei Massong: Thomas Götz.

Das Feuerwehrfahrzeug der neuen Generation wird nicht der einzige Hingucker auf der „Hotspot“ sein, stellt Götz in Aussicht. In offenem Gelände waren bislang auch nicht die Raupenkettenfahrzeuge mit Monitor und Wasserwerfer zu sehen, die ferngesteuert werden können. An solchen Löschrobotern können Schlauchleitungen befestigt werden, die ferngesteuert werden können. Das Wasser kann also gezielt abgegeben werden, sobald sich das Fahrzeug dem Brand genähert hat, etwa in einem schwer zugänglichen Gelände oder in Steillage.

Body Cams zur Sicherheit

Die dritte innovative Ausrüstung, spezielle Body Cams, klingt zunächst durchaus vertraut, etwa aus Polizeieinsätzen. „Unter Feuerwehrleuten sind sie aber noch nicht so weit verbreitet“, weiß Götz. Bei zunehmender Aggression gegenüber Hilfskräften könne es auch ihnen ein Gefühl von mehr Sicherheit vermitteln, wenn diese dokumentiert würden – oder noch besser, wenn eine sichtbar getragene Mini-Kamera einen potenziellen Angreifer von vornherein abschreckt. „Mit der Promotion von Body Cams für Feuerwehrleute wollen wir sensibilisieren und stärken“, so die Überlegung des seit 26 Jahren amtierenden Geschäftsführers.

Seit 103 Jahren ist die Fritz Massong GmbH mit Sitz in der Robert-Bosch-Straße spezialisiert auf die Ausstattung von Rettungskräften bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk (THW). Darüber hinaus betreuen und beraten die Techniker und Elektriker Industrie- wie Privatkunden im vorbeugenden Brandschutz. Zu den Services zählen etwa die Wartung und Befüllung von Feuerlöschern, Brandmeldeanlagen oder Druckgasflaschen. Das Geschäftsjahr 2023 hat Massong mit seinen Sitzen in Frankenthal, Erlangen, Teningen und Pirmasens mit einem Rekordumsatz von 21,6 Millionen Euro abgeschlossen. Für dieses Jahr erwartet Götz eine neuerliche Steigerung auf 23,5 Millionen.

Bundesweit Schulungen im Brandschutz

Mit der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern hat er ein Projekt angestoßen, bei der künstliche Intelligenz assistieren soll bei der passgenauen Artikelsuche aus dem Sortiment. Die Teil-Automatisierung könne Mitarbeiter entlasten und Freiräume für andere Aufgaben schaffen. Mit Ausnahme von Elektrikern sei die Suche nach Fachkräften in jüngster Zeit wieder einfacher geworden. Und auch das Seminargeschäft, das sich nach der Pandemie erst allmählich wieder sensibilisiert hatte, laufe wieder stabil. Von Rostock bis München schult ein Teil der insgesamt 115 Massong-Mitarbeiter, etwa im vorbeugenden Brand- oder Atemschutz.

Nun folgt erst mal die „Hotspot“, ein Format, zu dem sich der Bobenheim-Roxheimer von einer Freiluftveranstaltung an der brandenburgisch-polnischen Grenze hat inspirieren lassen. Die Demonstrationen am Boden und in der Luft haben ihn dermaßen beeindruckt, dass er in Frankenthal nach einem Kooperationspartner Ausschau gehalten hat. Beim AMC ist Götz prompt auf offene Ohren gestoßen. Die Resultate können sich Fachpublikum aus dem gesamten süddeutschen Raum wie Interessierte aus der Region am 30. August von 9 bis 18 Uhr und am 31. August von 9 bis 15 Uhr anschauen.

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