Frankenthal „Brücken bauen, statt Zäune errichten“

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„Lassen Sie uns auch in Zukunft weiter Brücken bauen, statt Zäune zu errichten“, lautete die Botschaft von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU), der das vereinigte Europa – trotz der gegenwärtigen „handfesten Krise“ – als Erfolgsgeschichte bezeichnete. „Kein europäischer Nationalstaat kann die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts allein lösen.“ Die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen stünden längst auf einem soliden Fundament gesellschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Verbindungen. „Auch die Partnerschaft zwischen Frankenthal und Sopot ist Teil dieses Kommunikations- und Kooperationsnetzes, das in den vergangenen Jahren immer dichter geknüpft wurde“, sagte der OB. Da die ursprünglichen Ziele der Partnerschaft – Versöhnung und Unterstützung auf kommunaler Ebene – nach 25 Jahren erreicht seien, gelte es, die Freundschaft dazu zu nutzen, „einen gemeinsamen Beitrag zur weiteren positiven Entwicklung des europäischen Gedankens zu leisten und den Menschen wieder eine europäische Vision zu vermitteln“, hob Hebich hervor. Wichtig sei dabei, die Bürger stärker als bisher in die Debatte um die Zukunft Europas einzubeziehen und sie vom Wert der europäischen Einigung zu überzeugen. „Die europäische Idee ist es allemal wert, für ihre Erhaltung zu streiten, damit auch kommende Generationen in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben können“, betonte der OB. Diesen Gedanken aufgreifend, ermunterte Jacek Karnowski, Stadtpräsident von Sopot, seine rund 500 Zuhörer, weiter an einem gemeinsamen Europa ohne Fremdenfeindlichkeit zu arbeiten. Mit Sorge blicke er auf die Politik der polnischen Regierung und auf die Länder, die aus dem Haus ausziehen wollten. „Wir unterstützen die Politik von Angela Merkel und Donald Tusk“, unterstrich der Gast aus Polen. Mit dem Fall der Berliner Mauer sei begonnen worden, Europa eine neue Ordnung zu geben und ein neues Kapitel deutsch-polnischer Geschichte zu schreiben, sagte Karnowski. Dank der Städtepartnerschaft habe es viele gemeinsame Projekte gegeben, und Tausende Bürger seien sich nähergekommen. Auch sei Sopot durch die Partner in Frankenthal gut auf den EU-Beitritt vorbereitet worden, sodass es polenweit die höchste Zustimmung gegeben habe. Mit Witz und Esprit führte Andreas Kasperski, Stadtführer in Danzig mit deutschen Wurzeln, durch das gut zweistündige Programm. Es sei richtig gewesen, sich vor 25 Jahren für die Partnerschaft mit Sopot zu entscheiden. „Auf die Werte von damals kann man sich verlassen“, sagte er und vergaß auch nicht zu erwähnen, dass Danzig und Sopot die ersten Städte in Polen gewesen seien, die sich bereit erklärt hätten, Flüchtlinge aufzunehmen. Kasperskis Werbung und Charmeoffensive für das „Bayreuth des Nordens“ wurde durch einen professionell gemachten Imagefilm über Sopot visuell unterstützt. Für harmonischen Wohlklang beim Bürgerempfang waren die Musikschulen der beiden Partnerstädte verantwortlich. Agata Szabelska (Violine) und Roksana Szreder (Klavier) aus Sopot erfreuten mit Vitorio Montis „Csardas“ und dem polnischen Tanz von Edmund Severn. Die bekannten Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate hatten sich die Frankenthaler Stadtstreicher – mit Shirin Aimée Schulz (Violine) als Solistin – ausgesucht. Zeitgenössische Melodien – den Filmtitel „A Whole New World“ von Alan Menken und „You Raise Me Up“ von Brendan Graham – steuerten Melanie Schlüter (Gesang), Anna-Katharina Thoma (Violine) und Vater Hans-Jürgen (Klavier) zum Gelingen des Abends bei.

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