Frankenthal Bewerbung kann starten
Auf dem langen Weg zur Fairtrade-Stadt ist Frankenthal fast am Ziel. Alle Kriterien für eine Auszeichnung sind erfüllt, sodass die Bewerbungsunterlagen beim Verein zur Förderung des fairen Handelns in der einen Welt (TransFair) in Köln eingereicht werden können. Mit einer Zertifizierung wird nach der Sommerpause gerechnet.
In einer Sitzung der Steuerungsgruppe „Fairtrade-Stadt Frankenthal“ nannte der zuständige Sachbearbeiter Michael Göbel im Rathaus die Eckpunkte. Die Entscheidung, sich als Fairtrade-Stadt zu bewerben, war bereits in der Stadtratssitzung vom 18. Dezember 2013 gefallen, die Steuerungsgruppe konstituierte sich am 27. Mai 2014. Am schwierigsten war es, in Frankenthal zehn Einzelhändler und fünf Gastronomiebetriebe zu finden, die jeweils mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten. Mit Unterstützung von Citymanager Daniel Strotmann sei es gelungen, diese Vorgaben zu erfüllen, führte Göbel aus. Es beteiligen sich sechs Frankenthaler Gastronomiebetriebe, acht Einzelhändler und 13 Supermarktfilialen. Außerdem sind zwei Schulen mit von der Partie. Neben dem Albert-Einstein-Gymnasium hat sich das Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation ebenfalls bereit erklärt, die Aktion zu unterstützen. Mit im Boot sind außerdem die Kirchengemeinde St. Ludwig, die bei ihren Veranstaltungen nur fair gehandelten Kaffee und Tee serviert, sowie der Förderverein der Stadtbücherei und der Verein Partnerschaft Dritte Welt. Thematisiert wurde in der Sitzung hauptsächlich der Einkauf fair gehandelter Produkte durch die Verwaltung. Es sei mitunter sehr schwierig und mit großem Aufwand verbunden, die Nachhaltigkeit der Beschaffungswege zu überprüfen, gab Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) zu bedenken. Bei der Auswahl der Firmen dürfe nicht allein das Gütesiegel eine Rolle spielen, da andere Anbieter dann unter Generalverdacht gestellt würden. Nachgegangen werden soll der Frage, wie es sich mit der von städtischen Einrichtungen georderten Dienstkleidung verhält. Der OB plädierte dafür, Fairtrade nicht allein als öffentliche Aufgabe zu sehen, sondern alle gesellschaftlichen Kräfte einzubeziehen. Kritik kam von Ralf Zeeb (Weltladen), weil die Steuerungsgruppe eineinhalb Jahre nicht getagt habe. Das nächste Intervall wird kürzer sein. Die Steuerungsgruppe soll bereits im Herbst 2016 wieder zusammenkommen. |eec