Frankenthal Betriebsgelände an Lambsheimer Straße soll attraktiver werden

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Aus dem „industriellen Herzen“ soll ein attraktives, belebtes Viertel werden: Dieses Ziel haben die Koenig & Bauer AG (KBA) und die Stadt für das größtenteils brachliegende Betriebsgelände an der Lambsheimer Straße formuliert. Im Herbst wollen die Partner ihre Pläne und das Areal der Bevölkerung vorstellen. Der Dialog mit dem Bürger soll übers Internet laufen.

Detlef Lilier gerät ins Schwärmen, wenn er die Perspektiven skizziert, die sich seiner Überzeugung nach nun für Frankenthal bieten. Mit der Entwicklung jener Teile des früheren Betriebsgeländes der Koenig & Bauer AG, die der Druckmaschinenhersteller nicht mehr benötigt, sei es möglich, einen „Impuls zu setzen, der das Image Frankenthals nach vorne bringt“, sagt der Prokurist der Kaiserslauterer Beratungsfirma Firu. Die Aufgabe, das 8,6 Hektar große Areal neu zu überplanen und zu vermarkten ist dem Diplom-Ingenieur zufolge „komplex, aber spannend“. Lilier: „Sie können hier nicht wie auf der grünen Wiese agieren, sondern müssen mit einem historischen Erbe umgehen.“ Die Tradition beschwören bei der ersten gemeinsamen Vorstellung des Projekts am Dienstagnachmittag auch OB Martin Hebich (CDU) und das KBA-Aufsichtsratsmitglied Andreas Pleßke. Der Name Albert sei „untrennbar mit der Industriegeschichte Frankenthals“ verknüpft, sagt Hebich. Aus diesem Grund gebe es beispielsweise die Spielregel, keine Grundstücke zu veräußern, bis eine Strategie für das gesamte Gelände stehe, betont Pleßke. Das soll im Herbst der Fall sein. Und zwar in Form eines gemeinsamen Masterplans, für dessen Entwicklung der Rat im März grünes Licht für einen städtebaulichen Rahmenvertrag zwischen Stadt und KBA gegeben hatte (wir berichteten). Im September oder Oktober planen die Partner einen „Tag des offenen Geländes“, bei dem die Bevölkerung sich ein Bild der baulichen Situation machen könne. Gleichzeitig soll eine Internetseite an den Start gehen, die nach Darstellung von Andreas Pleßke zwei Funktionen erfüllt: einerseits die Information der Bürger, andererseits die Möglichkeit, Ideen und Kritik an die Projektverantwortlichen zurückzuspielen. „Die Leute haben etwas zu sagen – damit muss man umgehen.“ Sowohl der Oberbürgermeister als auch der KBA-Mann blieben hinsichtlich der zukünftigen Nutzung des Geländes und der darauf stehenden Gebäude vage: Innenstadtnahes Wohnen sei eine Möglichkeit, Einzelhandel eine weitere. „Wir wollen ein Viertel, das nicht nur von 8 bis 16 Uhr belebt ist, sondern darüber hinaus“, sagte Martin Hebich. Offenbar recht weit gediehen sind Überlegungen der Stadt, als „Ankernutzer“ in Teile des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes zu ziehen. Die Verwaltung brauche sowohl Platz für Büros, aber es gebe beispielsweise auch zu wenig Kapazitäten für das Depot des Erkenbert-Museums und das im Archiv gesammelte stadtgeschichtliche Erbe, erklärte der Oberbürgermeister. Sowohl er als auch Pleßke äußerten sich ausgesprochen positiv über die Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten der Stadt, den KBA-Vertretern und den extern engagierten Beratern im eigens dafür gebildeten Projektteam. „Wir sind kein Bauträger, sondern wir sind Maschinenbauer“, sagte das Aufsichtsratsmitglied. Deshalb müssten bei einer „so komplexen Immobilie“ Büros wie die Kaiserslauterer Firu eingebunden werden, so Pleßke. Dass Koenig & Bauer auch wirtschaftliches Interesse an der Entwicklung des Geländes hat, damit hält der Manager nicht hinterm Berg. Obwohl nach dem harten Restrukturierungsprozess der zurückliegenden Jahre nur noch ein kleinerer Teil des Areals genutzt werde, bewegten sich die Fixkosten für den gesamten Standort im siebenstelligen Bereich, gab Pleßke zu bedenken. Unter dem Arbeitstitel „KBA kompakt“ sei festgelegt worden, dass die verbliebenen Gesellschaften rund ein Viertel im Westen des langgestreckten Betriebsgeländes nutzen sollen. In die dortigen Gebäude sei in der jüngsten Zeit schon stark investiert worden, beispielsweise in das Heizungssystem und die dort installierte Pneumatik.

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