Frankenthal Bestimmer und Extrawürste

Die Konzerte von „Unter meinem Bett“ sind immer eine Art Familientreffen.
Die Konzerte von »Unter meinem Bett« sind immer eine Art Familientreffen.

„Wir sind eine lustige Truppe mit Musikern aus Köln, Leipzig, Hamburg und Berlin, die sich immer nur für Konzerte zusammenfindet“, sagt Francesco Wilking. Der Berliner Liedermacher hält bei „Unter meinem Bett“ die Fäden zusammen. Er hat auch für das aktuelle vierte Album die Interpreten angeheuert und einige der Stücke in seinem Studio produziert. Mit Moritz Krämer und Gisbert zu Knyphausen steuert er außerdem den Titel „Das ist schon das Lied“ bei. Dabei sein beim Wormser Auftritt werden neben Wilking und Krämer von der Band Die Höchste Eisenbahn noch Larissa Pesch von der Berliner Band Laing, Lisa Bassenge, Tobias Siebert von Die schwarzen Tasten, Locas in Love und Gorilla Club, die sich in ihrem Lied über „Bestimmer“ ärgern, sowie Desiree Klaeukens und Theodor Shitstorm. Die Moderation übernimmt der Hamburger Liedermacher Bernd Begemann mit Tochter Belinda. Die beiden singen auf dem aktuellen Album das Stück „Im Wasser kann ich fliegen“. Auch Wilking nimmt seine drei Kinder (zehn, zwölf und 17 Jahre) gerne mit zu den Konzerten. „Die haben großen Spaß dabei“, sagt er. Allerdings gehe das wegen der Schule nur samstags. Insofern dürfte der Wilking-Nachwuchs Glück haben mit dem Termin am 30. März. Alle drei seien große Nibelungen-Fans. Worms kennen sie noch vom Auftritt beim Festival Jazz and Joy im August. Seine eigenen Kinderlieder testet Wilking immer zu Hause. „Schließlich spielt jeder von uns Musikern die allermeiste Zeit vor anderem Publikum.“ Letztlich sei das Komponieren aber ähnlich wie bei den Stücken für Erwachsene. „Man stellt sich eben ein anderes Publikum vor.“ Wichtig sei ihm und seinen Kollegen, keine Bärchen- und Pferdeklischees zu bedienen. Auch den pädagogischen Zeigefinger findet man auf den Alben nicht. Da heißt es vielmehr im Titelsong von Lisa Pesch „Ich bin nicht niedlich“, und Theodor Shitstorm will „ne 28 Meter lange Extrawurst“. Es seien Titel, die etwas mit den Liedermachern selbst und mit den Kindern, die sie hören, zu tun haben, sagt Wilking, der die letzten drei Alben mit Markus Langer vom Oetinger Verlag erarbeitet hat. Musiker für das Projekt zu begeistern, sei nicht schwer, weiß Wilking. Mit dabei waren schon Maxim, Spaceman Spiff, Mine, Bela B. von den Ärzten, Olli Schulz und Käpt`n Peng. Anfangs sei es hauptsächlich um die Plattenproduktion gegangen. Inzwischen gebe es immer häufiger Konzertanfragen. „Wir haben auch alle Lust, öfter zu spielen“, betont Wilking. Mittlerweile gebe es eine feste Band mit wechselnden Sängern. Dass manche Eltern über Kindermusik stöhnen, kann er nicht nachvollziehen. „Man kann doch eine Vorauswahl treffen“, sagt Wilking. Was nerven könne, seien die Häufigkeit und enorme Ausdauer, mit der auch seine Kinder bestimmte Hörbücher oder Musiktitel abspielen. „Da hilft nur noch: Tür zu.“ Termin Konzert „Unter meinem Bett“ am Samstag, 30. März, 16 Uhr, im Wormser Theater. Tickets gibt es unter www.daswormser.de.

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