Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Beschwerdemanagement in Frankenthal: Umschalten in die Charmeoffensive

Dauerbrenner im Mängelmelder: überquellende Altkleidercontainer, hier auf dem Röntgenplatz.
Dauerbrenner im Mängelmelder: überquellende Altkleidercontainer, hier auf dem Röntgenplatz.

Wunder kann die neue Beschwerdemanagerin der Stadt nicht vollbringen. Aber sie kann das Gefühl vermitteln, ernst genommen zu werden.

Kleine Erfolgserlebnisse tun jedem gut: dem aufmerksamen Bürger, der der Verwaltung einen Stein des Anstoßes meldet; den hilfreichen Mitarbeitern des städtischen Eigenbetriebs, die Baustellen gezielt anfahren kann; und der neuen Beschwerdemanagerin, die rasch Abhilfe schaffen kann. Nicht jedes Ärgernis wird sich so unkompliziert aus der Welt schaffen lassen wie eine lose Gehwegplatte. So manche sichtbare Auswirkung hat im Hintergrund waltende Ursachen, die sich nicht allein dadurch abstellen lassen, dass man die Auswüchse anprangert. Sparzwänge, Personalmangel oder gesetzliche Auflagen binden einer Verwaltung oft genug mehr die Hände, als dass sie freihändig agieren könnte. Was aus Bürgersicht dann leicht als behördliche Verweigerungshaltung oder Verdrängungsmechanismus interpretiert wird.

Wenn Sachzwänge schon knebeln, probiert das Rathaus es wenigstens mit der Charmeoffensive. Mit der Beschwerdemanagerin ist eine Dolmetscherin zwischen zwei Welten installiert, der des Wünschenswerten und der des Machbaren. Julia Gandyra wird noch oft genug um Geduld und Nachsicht werben müssen. Aber sie will erklären, transparent machen, Feedback geben, warum es klemmt oder wo es in der Umsetzung hakt. Ein Anfang ist gemacht im ehrlichen Dialog mit dem Bürger.

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