Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Bauarbeiten am Bahnhof Frankenthal: Beim Busverkehr klemmt es

Großbaustelle: Blick auf die Gleise am Samstag.
Großbaustelle: Blick auf die Gleise am Samstag. Foto: BOLTE

„Achtung Zugbetrieb, halten Sie Abstand zur Bahnsteigkante.“ Am total verwaisten Hauptbahnhof Frankenthal ließ diese Lautsprecherdurchsage am Samstagnachmittag aufhorchen. Mit der Realität hatte sie nichts zu tun – wegen Bauarbeitenwaren alle Gleise gesperrt. Und mit den ersatzweise eingerichteten Busverbindungen hatten Fahrgäste Probleme.

Die nächste Durchsage klärte dann auf: „Der Regionalexpress nach Frankfurt am Main, planmäßige Abfahrt 15.12 Uhr, fällt heute aus. Der Grund sind Bauarbeiten.“

Ein Blick vom menschenleeren Bahnsteig in Richtung Süden verschaffte endgültig Gewissheit: Alle drei Gleise waren auf einer Länge von etwa 200 Metern voll blockiert – mit Weichenkran, Gleisstopfmaschine und Zweiwegebagger. Auf Betonschwellen schon fertig montierte Schienenstränge standen hochkant auf einem Spezialfahrzeug. Der Austausch der Weichen und das Ausbessern des Schotterbettes wurden von lautstarken Kommandos der Bautrupps begleitet. Im Zeitlupentempo bewegten sich die tonnenschweren Gerätschaften auf den Schienen – erst vor, dann wieder zurück.

„Ganz normale Arbeiten“

„Es handelt sich hierbei um ganz normale Standardarbeiten“, ließ dazu Julia Katzenbach-Trosch von der DB-Pressestelle in Frankfurt wissen. Trotz wiederholter Anfragen der RHEINPFALZ sah sich die Deutsche Bahn AG nicht in der Lage, vor Ort über die technischen Einzelheiten der mit Kosten von rund 1,1 Millionen Euro verbundenen Instandsetzungsarbeiten und die Notwendigkeit des Austauschs der vier Weichen zu informieren. Ein Bauleiter sei am Wochenende nicht vor Ort, die Arbeiten würden von Fremdfirmen ausgeführt, lautete die Auskunft der Pressestelle.

Aushänge im Miniformat

So gut wie nichts deutete am Gebäude des Hauptbahnhofs, der ganz normal zugänglich war, darauf hin, dass der Zugverkehr am Wochenende ausfiel. Erst auf den zweiten Blick konnten neben den regulären Fahrplänen die Aushänge im Miniformat ausgemacht werden, die auf den baustellenbedingten Schienenersatzverkehr hinwiesen.

Ein paar Meter weiter, am Busbahnhof, ging es reichlich chaotisch zu. Bei den Fahrgästen, die entweder in Richtung Worms, Ludwigshafen oder Lambsheim befördert werden wollten, machte sich Verunsicherung breit. „In welchen Bus muss ich einsteigen?“, fragten sich viele mit ratlosem Gesichtsausdruck. Einen Schriftzug mit dem Zielort suchte man an den Bussen vergeblich. Nur an einem klebte an der Frontscheibe ein winziges handgeschriebenes Schild: „Weisenheim/Sand.“

Mit Fragen bombardiert

Weil die Bahn aber nichts dem Zufall überlässt, hatte sie einen auskunftsfreudigen Mitarbeiter – zu erkennen an der Rückenaufschrift „Im Auftrag der DB-Sicherheit“ – abgestellt und mit einem Fahrplan ausgestattet. Das Deutsch des permanent mit Fragen bombardierten Mannes war ebenso ausbaufähig wie seine Ortskenntnis. „Nach Wiesenheim, hier einsteigen“, vermeldete er. Die Beschwerde einer Frau, dass sie mit dem Bus eine Stunde lang steckengeblieben sei und jetzt wohl besser ein Taxi nehme, quittierte er mit einem Achselzucken.

Bus bis Oggersheim

„Wir wollen nach Mannheim“, verkündete eine Jugendliche und hielt dem Schienenersatzverkehrsexperten ihr Smartphone mit der DB-App unter die Nase. „Bus bis Oggersheim, dann weiter mit dem Zug“, informierte er kurz und knapp. Und wann? „In etwa einer halben Stunde.“ Eine andere Kundin, die offenbar schon negative Erfahrungen gemacht hatte, merkte an: „Es wäre schön, wenn die Busse so fahren würden, wie es im Fahrplan steht.“

Viele Fragen hatten Fahrgäste, die den Bus nehmen sollten.
Viele Fragen hatten Fahrgäste, die den Bus nehmen sollten. Foto: BOLTE
Die Anzeigetafel an Gleis 1 signalisierte: Hier geht zurzeit nichts mehr.
Die Anzeigetafel an Gleis 1 signalisierte: Hier geht zurzeit nichts mehr. Foto: BOLTE
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