Frankenthal Auszeit:
Farbenprächtiger ist das Kartenspiel in dieser Runde im Handball geworden. Neu ist seit Saisonbeginn die Blaue Karte. Weil die Mädels beim Spiel zwischen dem HSC Frankenthal und der TSV Iggelheim am Sonntag alle brav waren, Schiedsrichter Michael Werner aus Ramstein, der für die TSG Kaiserslautern pfeift, nur Gelbe Karten zeigen musste, zückte er die neue Karte exklusiv für die RHEINPFALZ in der Halbzeitpause. Die Blaue Karte wird immer in Verbindung mit einer Roten Karte gezeigt, wenn das Vergehen eines Sportlers besonders stark war – bei einer Tätlichkeit zum Beispiel. Sie soll dem Schiedsgericht und den Zuschauern deutlich machen: Hier wird es eine längere Strafe geben als das obligatorische eine Spiel für eine Rote Karte. Der Schiedsrichter zeigt damit an, dass er einen Bericht schreiben wird. Hauptsache, die Damen und Herren an der Pfeife behalten in der bunten Kartenwelt den Durchblick. Es gibt Beziehungen, die halten ein Leben lang. Andere sind nur von kurzer Dauer, manche harmonisch, manche leidenschaftlich. In letztere Kategorie fällt die Beziehung zwischen Norbert Wolff, Trainer des Hallenhockey-Erstligisten Nürnberger HTC, und seiner Taktiktafel. Bereits vor einem Jahr hat Wolff dieses Utensil spüren lassen, was er von der Darbietung seiner Mannen hielt. Die Tafel ging zu Bruch. Aber anders als mit Lebensabschnittsgefährtinnen aus Fleisch und Blut, kann man sich ja eine neue Taktiktafel kaufen. Doch ach, auch die Neue an Wolffs Seite wird sich wohl nur ungern an die Fahrt nach Frankenthal erinnern wollen. Denn erneut war der NHTC-Coach nicht mit dem einverstanden, was seine Truppe aufs Parkett brachte. Wieder ließ er seinen Unmut die unschuldige Taktiktafel spüren. Die Taktiktafel und Wolff, das wird keine Liebesbeziehung mehr, oder? „Was soll ich machen, ich brauch’ sie halt“, meinte der Trainer, lächelte und verstaute die Tafel in ihrer Tasche. Wenigstens musste sie auf der Fahrt zurück nach Franken nicht frieren ... Wer behauptet, Fußball-Bezirksligist VfR Frankenthal würde mitunter kopflos auftreten, der liegt vielleicht gar nicht so falsch. 17 der 19 Spiele wurden verloren. Der zweite Abstieg in Folge droht. Diese Kopflosigkeit ist bei Trainer Mohamed El-Haddadi nicht festzustellen, denn der 35-jährige Coach hilft immer mal wieder als Spieler aus und führt mit vier Toren (gemeinsam mit Fatih Sezgin) die vereinsinterne Schützenliste an. Andererseits ist El-Haddadi doch kopflos, zumindest wenn man in seinen Spielerpass schaut. Dort fehlt nämlich das Foto des einstigen Oberligaspielers, wie Klassenleiter Klaus Karl am Rande der Rückrundenbesprechung leicht süffisant bemerkte. Dies kostet den Verein Woche für Woche ein paar Euro Strafe. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Jetzt kann man natürlich sagen, „Momo“ ist so prominent, den kennt in der Bezirksliga eh jeder. Durchkommen dürfte man mit dieser Argumentation aber nicht. Also bleibt nur eine Lösung: Foto machen, in den Pass einkleben, vom Verband abstempeln lassen und alles ist gut. Sportliche Grüße senden Tresch, Leimert und Treptow |nt