Frankenthal Auszeit:

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Ein Fußballtrainer steht vor und während einer Partie gewaltig unter Strom. Zum Beispiel Torsten Winterott, der Coach des MTSV Beindersheim, dessen Gesichtsausdruck vor dem Kreispokal-Halbfinale gegen die DJK Eppstein Angespanntheit, Entschlossenheit und Zuversicht verriet. Während der Partie wurde Winterott quasi zum zwölften Mann seines Teams. Er gab Anweisungen, korrigierte und bewältigte an der Seitenlinie ein großes Laufpensum. Als der 1:0-Sieg perfekt war, gab es für den Trainer kein Halten mehr. Ruck-zuck war er in der Mitte, umarmte seine Spieler und machte mit ihnen die Welle vor den Zuschauern. Für solche Tage ist man Trainer. Winterotts Kollege Halil Kaya muss einem anderen Anforderungsprofil gerecht werden. Er spielt noch mit. Und ist der absolute Chef auf dem Platz. Der im defensiven Mittelfeld agierende Techniker redet viel, weist auf Fehler hin, gibt Tipps. Zudem hat keiner so viele Ballkontakte wie der 29-Jährige. Ein Ballverteiler in bester Xabi-Alonso-Manier. Wie der Spanier den Takt im Mittelfeld von Bayern München angibt, so lenkt Kaya das Spiel der DJK. Bei einer Verletzungsunterbrechung rief der Trainer sein Team zusammen, schwor es noch einmal ein. Am Ende war Kaya allerdings enttäuscht, die DJK Eppstein hatte den Finaleinzug verpasst. Das könnte ihn von Xabi Alonso unterscheiden. Der spielt nächste Woche mit dem Bayern gegen Werder Bremen im DFB-Pokal um das Endspielticket … Der Sportplatz des MTSV Beindersheim ist eine Freude für jeden Fußballspieler. Der Kunstrasen ist ein grüner Teppich, der die Ballkontrolle zum Kinderspiel macht. Drumherum erinnert aber einiges an vergangene Zeiten. Etwa das marode, längst nicht mehr genutzte Kassenhäuschen. Das Schild dort ist ein weiteres Indiz dafür, dass hier seit Jahrzehnten kein Eintritt mehr bezahlt wurde. „Erwachsene, Rentner und Schüler 0 DM“. Sicher, der MTSV spielt in der untersten Liga, da muss man Abstriche machen. Aber dass man die Darbietungen allenfalls zum Nulltarif anschauen kann, kann man nun wirklich nicht sagen. Laustarke Unterstützung der Anhänger ist im Amateurfußball eher unüblich. Meist rührt sich selbst bei spektakulären Toren kaum eine Hand zum Beifall. Doch es geht auch anders. So gibt es beim MTSV Beindersheim eine Gruppe junger Männer, die mit Gesang und Trommel ihr Team beim Pokalspiel anfeuerte. Allerdings war das „Beindersheim olé, olé“ erst in der zweiten Halbzeit zu hören. Wo waren die Jungs vorher. Anstoßzeit verschlafen? Autopanne? Egal, am Ende gab’s etwas zu feiern. Und dazu haben die Fans ihren Teil beigetragen. Sportliche Grüße sendet Thomas Leimert

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