Frankenthal Ausgerechnet im Jubiläumsjahr

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FRANKENTHAL. Eine sehr schlechte Vorrunde gab für den TSV Eppstein in der Fußball-A-Klasse den Ausschlag dafür, dass die Mannschaft am Ende in die B-Klasse abgestiegen ist. Und das in dem Jahr, in dem der TSV sein 125-jähriges Bestehen feiert. Die Folge: Die Eppsteiner trennten sich vom langjährigen Trainer Thomas Seidenspinner. Wie wir berichteten, übernimmt nun Tobias Hinkel das Kommando.

Dabei war der TSV erwartungsfroh in die Runde gestartet. Der Verein verzeichnete vor der Saison einen enormen Spielerzulauf. Wobei Seidenspinner schon in der Vorbereitung nicht nur positive Seiten des personellen Mehrangebots ausgemacht hatte. Zudem kickten einige TSV’ler, die bis dahin zu den Stammkräften des A-Klassisten gehörten, aus unterschiedlichen Gründen erst einmal in der zweiten Elf. Anders als in den Runden zuvor, als der TSV in der Vorrunde meist so viele Punkte hamsterte, dass er in der Rückrunde davon zehren konnte, lief es in der jüngsten Saison erst einmal gar nicht. Der Kampf um den Klassenverbleib war für die Eppsteiner nicht neu. „Für den TSV war die A-Klasse immer eine Gratwanderung“, so Seidenspinner. Doch diesmal ließ die Mannschaft die zuvor gewohnte konsequente Defensivarbeit vermissen. So kassierte Eppstein in der Vorrunde viele hohe Niederlagen. War der Saisonauftakt gegen Freinsheim (2:2) noch in Ordnung, so schockte das 0:8 in Schauernheim am zweiten Spieltag. 0:6 gegen den Lokalrivalen DJK Eppstein und 0:7 gegen Weisenheim waren weitere Tiefschläge. Doch es gab auch Hoffnungsschimmer, wie ein 2:2 gegen Friesenheim, ein 1:1 gegen die damals allerdings noch schwächelnden Dirmsteiner oder das 2:1 gegen starke Eisenberger. Spätestens nach den Niederlagen gegen Schwarz-Weiß und VfR Frankenthal II zeigte sich aber, dass es diesmal schwieriger werden könnte, die Klasse zu halten. Nach der Vorrunde standen magere zehn Zähler auf dem TSV-Konto. Ein Grund dafür war sicher, dass gleich eine Reihe von Akteuren verletzungsbedingt ausfiel. „Uns haben lange gute Defensivspieler wie Maik Volk und Andy Küster gefehlt“, sagt Seidenspinner, der während der Saison von der Viererkette auf Libero mit Manndeckern umstellte. „Damit kam die Mannschaft besser zurecht“, so der Ex-Coach. In der Rückrunde wurde nicht mehr so häufig gewechselt. Zwischen dem 17. und 25. Spieltag kam der TSV jedoch nicht mehr vom vorletzten Platz weg. Auch, weil sich die Konkurrenz im Tabellenkeller steigerte. Schwarz-Weiß, zur Halbzeit noch einen Punkt schlechter, startete eine kleine Erfolgsserie. Andere, wie der VfR II, Concordia und Croatia Ludwigshafen blieben in Reichweite. Es kam Pech dazu. Im zweiten Lokalderby gegen die DJK gingen die Punkte nach gutem Spiel erst kurz vor Schluss verloren, bei Schwarz-Weiß ließ man Zähler trotz Überlegenheit liegen. „Uns haben sicher am Ende einige Fleißpunkte gefehlt“, sagt Seidenspinner. Erst im Saisonendspurt zeigte sich der TSV wieder verbessert. Ein kleiner Kraftakt mit Siegen unter anderem gegen Concordia, Friesenheim und VfR II weckte Hoffnung, die dann jedoch mit einer Niederlage in Mutterstadt zunichte gemacht wurde. Die Konkurrenz schlief ebenfalls nicht. Zumindest Concordia Ludwigshafen konnte der TSV noch überflügeln und sich mit 28 Punkten auf den drittletzten Tabellenplatz steigern. Da aber der Zweite, SV Ruchheim, in der Relegation scheiterte, reichte dieser Rang nicht zum Klassenerhalt. Die vielen Verletzten, eine bei 32 eingesetzten Spielern fehlende Bindung sowie eine laxe Einstellung mancher Kicker macht Seidenspinner für das schlechte Abschneiden mit verantwortlich. „Die Hypothek aus der Vorrunde war dann einfach zu groß und konnte durch die gute Rückrunde nicht wett gemacht werden.“ Zweimal ließ der TSV noch jenseits der offiziellen Spielzeit aufhorchen. Im Anschluss an das Rückrunden-Heimspiel gegen Concordia Ludwigshafen durch eine Massenschlägerei, die wohl nicht vom TSV ausgegangen war, den Verein aber überregional in die Schlagzeilen brachte. Und durch die Entlassung des langjährigen Trainers Thomas Seidenspinner zum Saisonende. Ihn schmerzt dieser Abschied: „Die Enttäuschung sitzt tief. Gerade, wie die Zusammenarbeit beendet wurde. Es war vielleicht gut gemeint, mir eine andere Position anzubieten, aber doch sehr einseitig in der Vorgehensweise. Da sollte man anders miteinander umgehen.“

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