Hockey
Aufstiegsrunde: TG Frankenthal zu Gast beim Münchner SC
„Ich gehe tanken. Ich bin auf jeden Fall vorbereitet.“ Die Aussage von Timo Schmietenknop klingt erst mal trivial und humorig. Doch der Hintergrund ist ernst. Denn ob die Partie der TG in München am Sonntag stattfindet, hängt davon ab, wie eine Umfrage ausfällt, die der Deutsche Hockeybund angestoßen hat.
Die Frage: Soll die Saison der Zweiten Bundesligen bei Gewährleistung von 14 Tagen Stocktraining in der Mannschaft bis maximal zum 10./11. Juli fortgesetzt oder abgebrochen werden? Die Umfrage läuft bis 29. April, 18 Uhr. Erst danach steht fest, ob es weitergeht mit dem Spielbetrieb. Hintergrund ist die Lage in Berlin. Dort spielen einige Vereine auf kommunalen Anlagen und können daher nicht trainieren und spielen.
TG und MSC für Fortsetzung der Saison
Sowohl die TG als auch der MSC haben dafür votiert, dass die Saison fortgesetzt wird. Das haben Norbert Grimmer, Sportlicher Leiter Aktive bei der TG, und MSC-Trainer Patrick Fritsche in Gesprächen mit der RHEINPFALZ jeweils bestätigt.
Timo Schmietenknop ist nun verständlicherweise etwas genervt ob der Tatsache, dass er mit seiner Mannschaft mal wieder in der Warteschleife ist. „Gefühlt sind wir das ja schon seit einem Jahr“, sagt der Coach. Es sei ja auch nicht die erste Umfrage. „Wir hatten vor sechs Wochen schon eine Abstimmung. Damals waren 80 Prozent der Vereine dafür, dass wir spielen.“ Er wisse nicht, was jetzt das Ziel dieser erneuten Umfrage sei. Die Vereine stemmten den Betrieb gut mit all den Hygienevorkehrungen.
Probleme mit der Raumdeckung
Mit diesen waren die Spieler am vergangenen Wochenende zum ersten Mal unter Wettkampfbedingungen konfrontiert. Am Ende, und das ist einer der positiven Punkte, hatte die TG den HTC Stuttgarter Kickers 2:0 geschlagen und die ersten drei Zähler in der Aufstiegsrunde gesammelt. Und dank eines sehr gut aufgelegten Thimo Bernet im Tor stand auch hinten die Null.
Doch vor allem mit der in der Vorbereitung einstudierten Raumdeckung hatte das Team noch so seine Probleme. „Wir waren ein schlechtes Kollektiv. Die Raumdeckung hat nicht geklappt“, meint Timo Schmietenknop. Und beim Pressing sei bisweilen nur die Hälfte der Spieler nach vorne gerückt. Beim offensiven Passspiel hat der Übungsleiter noch viel Luft nach oben gesehen. Und auch das Laufverhalten seiner Schützlinge sei noch verbesserungswürdig. „Wir sind nicht genug gelaufen. Wir haben oft nur zugeschaut, was Sven Becker und Johannes Gans mit dem Ball machen.“
Schmietenknop: Alles kein Drama
Das klingt nach großer Aufgabe in dieser Woche, speziell vor dem Duell mit einem der Schwergewichte in der Gruppe. Doch Timo Schmietenknop gibt auch gleich Entwarnung: „Alles kein Drama. Viele hatten sich wohl zu viel vorgenommen.“ Da sei viel Grundlegendes dabei. „Sachen, die wir auch schon gar nicht mehr trainiert hatten, weil ich dachte, dass sie klar wären.“
Gegen das Team aus München darf sich die TG solche Schnitzer nicht erlauben, sonst könnte das Ergebnis unschöne Züge annehmen. Dass die Mannschaft mit dem MSC mithalten kann, hat sie im Herbst bei der knappen 1:2-Heimniederlage gezeigt. „Das beste Spiel von uns, das ich als Trainer gesehen habe“, erinnert sich Schmietenknop noch gerne an die Partie zurück. „Wir brauchen wieder solch eine Leistung, wenn wir in München bestehen wollen.“
Hoffen auf bessere Ecken
Der Respekt vor dem MSC ist da. „Die Mannschaft hat gute Einzelspieler. Der Kader ist überragend und auf jeder Position doppelt gut besetzt“, schwärmt Timo Schmietenknop. Und mit Alexander Inderthal habe das Team einen sehr guten Eckenschützen.
Apropos Strafecken: Auch die haben gegen den HTC Stuttgarter Kickers bei der TG noch nicht gesessen. „Wir hatten in der Vorbereitung eigentlich eine gute Eckenqualität. Wir haben im Training jetzt ein, zwei Sachen geändert. Ohne Eckentor wird es schwierig, gegen München zu bestehen“, erläutert der TG-Coach.
Scharfenberger im Tor
Zum Bestehen beitragen könnte eine gute Torhüterleistung. Die hatte die TG gegen Stuttgart in Person von Thimo Bernet. Doch dieser ist am Sonntag – wie Verteidiger Christian Dopp – beruflich verhindert. Oliver Scharfenberger rückt für ihn zwischen die Pfosten, kündigt Timo Schmietenknop an. Julius Wagner fährt als zweiter Keeper mit.
Lauritz Fuchs (Studium) wird ebenfalls nicht die Reise nach München antreten. Für ihn kommt Alexander Cunningham in den Kader.
Zur Sache
Der Gegner der TG: Münchner SC
Patrick Fritsche, Trainer des Münchner SC, ist ein bisschen „neidisch“ auf die TG Frankenthal. Der Grund: „Ein Pluspunkt für die TG ist, dass sie schon im Rhythmus ist.“ Der MSC startet erst an diesem Wochenende mit zwei Spielen in die Aufstiegsrunde. Am Samstag geht’s gegen den HC Ludwigsburg, am Sonntag kommt die TG.
Und Fritsche ist voll des Lobes angesichts der Entwicklung, die die TG in den vergangenen Jahren genommen hat. „Timo macht einen guten Job. Es ist eine Mannschaft, die Spaß am Spiel hat, immer gewinnen und Herr des Geschehens sein will. Das Team ist als Aufsteiger zu recht in der Aufstiegsrunde, hat eine klare Spielidee.“ Deshalb geht Fritsche auch von einem Spiel zweier Mannschaften aus, die in etwa gleichstark sind.
Die Motivation bei seiner Truppe sei riesig. „Die könnte man in Flaschen abfüllen und Geld damit verdienen.“ Kein Wunder, war der Winter doch auch für die Münchner ewig lang. Das Auftaktwochenende wird für die Münchner happig. Der HC Ludwigsburg hat bereits vor einer Woche beim 3:3 gegen den SC Frankfurt 1880 gezeigt, dass die Mannschaft ein unbequemer Gegner sein kann und gleichzeitig Schützenhilfe für den MSC geleistet. Denn die Frankfurter sind der direkte Konkurrent der Bayern im Kampf um Platz eins, der zum Aufstieg in die Erste Bundesliga berechtigt. Für Fritsche ein Warnschuss zur rechten Zeit für seine Jungs. „Dafür bin ich auch ganz dankbar“, sagt der Coach. Beim Testspiel in Nürnberg unter der Woche habe sich das Team dann auch im Wettkampfmodus präsentiert.
Die Partie wird im Livestream auf dem Youtubekanal des Münchner SC übertragen. Einen Link zur Übertragung gibt es laut Fritsche auch auf der Homepage des MSC.