Frankenthal Auf jeden Tag gefreut

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„Da hat das Kultusministerium endlich mal eine Sache richtig gemacht.“ Voll des Lobes ist Cornelia Schmoll, Lehrerin an der Frankenthaler Albert-Schweitzer-Förderschule, die am Montag mit ihren Schülern und Künstlerin Uschi Freymeyer den Abschluss eines Kunstprojekts mit einer Vernissage im Rathaus feierte. Die Arbeiten der Kinder, die beim Landesprogramm „Jedem Kind seine Kunst“ entstanden, sind noch bis 6. Februar zu sehen und zu erwerben.

Die Wände im Foyer des zweiten Obergeschosses leuchten in bunter Farben- und Gestaltungsvielfalt. Die zehnjährigen Künstler wuseln umher, sind ruhig oder aufgeregt, aber auch immer noch von ihrem Tun „ganz begeistert“, sagt Dennis. „Es hat Spaß gemacht, ich habe mich auf jeden Tag gefreut“, bestätigt Klassenkamerad Jan. „Die Kinder sollen sehen, was alles zu einer Vernissage gehört“, verweist Freymeyer auf Ansprachen, auf Gäste, auf einen Tisch mit Kuchen, Salzgebäck und Apfelsaftschorle. Auch die Erklärung der Arbeiten übernehmen die Kinder: nennen Vorbilder wie Mark Rothko mit seiner Flächenmalerei, erläutern Themen wie Weltraum, afrikanische Landschaft mit Affenbrotbaum, surreale Zukunftsvisionen in grau-blau, und sie verweisen auf die Techniken wie Tupfen, Fingermalen, Schüttel- oder Spachteltechnik, Zusätze wie Knisterfarbe oder Sand sowie die Reduktion der Bleistiftzeichnungen, die mit wenigen Strichen Freude, Schreck, Erstarren oder Ärger ausdrücken. Kein Schüler habe ob des Marschs in Freymeyers Atelier im Kunsthaus gemeckert, erzählt die Lehrerin. Die Kinder hätten sogar auf Pausen verzichtet und von 8 bis 13 Uhr emsig gearbeitet. Rektorin Mechthild Zimbelmann sah in dem Landesprojekt die Chance für die Kinder, neue Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken und soziale Kompetenzen zu fördern. Dies bestätigte auch die Mutter von Dennis: „Durch die Aktion ist er schon etwas selbstsicherer geworden, hat ganz stolz sein Werk aufgehängt.“ Uschi Freymeyer gab den Grundschülern noch mit auf den Weg: „Denkt daran, ihr entscheidet, was schön ist, was euch gefällt.“ Im Projekt mit der Albert-Schweitzer-Schule, das über acht Termine in der Schule und im Atelier lief, ging es um „abstrakte, freie und intuitive Malerei“. Gearbeitet wurde mit Acryl auf Leinwand oder reißfestem Spezialpapier. „Das Material könnten sich die Schule oder Kindergärten ohne Landeszuschüsse ja gar nicht leisten“, so Freymeyer. Für jedes Projekt stehen 2500 Euro zur Verfügung, der Künstler bekommt einen Stundenlohn vom Land. Die Arbeit mit Kindern sei zwar anstrengend, aber mache auch Freude: Jeden Schritt einfach zu erklären, die Kinder arbeiten zu lassen, Anstöße und Zuspruch zu geben. „Man merkt von Tag zu Tag, wie die Kinder einen Blick für Bilder bekommen.“ Im zweiten Teil des Programms wird der Künstler Dieter Malzacher mit den Grundschülern den Bau von und das Spiel mit Puppen erarbeiten, erzählt die Direktorin. (cei)

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