Frankenthal Angeklagter räumt Vorwürfe ein

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Wegen unerlaubten Handels mit Marihuana im Zeitraum Januar 2014 bis Juli 2015 steht ein 27-jähriger Frankenthaler seit Mittwoch vor dem Landgericht Frankenthal. Staatsanwalt Kai Ankenbrand wirft ihm vor, dass er in mindestens neun Fällen mehrere Kilogramm Marihuana verkauft habe.

Der Angeklagte, der in Russland geboren und mit vier Jahren nach Deutschland mit seinen Eltern übersiedelt ist, besuchte die integrierte Gesamtschule und machte mit 20 Jahren seinen Realschulabschluss. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, arbeitete er bis kurz vor seiner Verhaftung am 12. Januar als Schlosser bei einem Betrieb in der Vorderpfalz. Zurzeit sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Frankenthal in Untersuchungshaft. Der geständige Angeklagte, der bereits vorbestraft ist, lebte bis zu seinem 26. Lebensjahr bei seinen Eltern in Kaiserslautern, 2014 zog er nach Frankenthal, „um näher bei der Arbeit zu sein“, so der Angeklagte. Mit 21 Jahren habe er erst an den Wochenenden Marihuana und Haschisch genommen, später habe sich sein Konsum wesentlich gesteigert. „In der Haft habe ich mich zu einem kalten Entzug entschlossen“, denn es sei ihm klar geworden, dass er sich, seiner Familie und seiner Verlobten schwer geschadet habe, so der Angeklagte. Auf Fragen des Richters Karsten Sauermilch berichtete der Angeklagte, dass er in einem Internet-Chat einen Drogenhändler aus Aachen kennengelernt habe. Zum ersten Mal habe er im Jahr 2013 bei ihm 500 Gramm Marihuana gekauft. Allerdings habe er dies nicht selbst getan, sondern seinen Schulfreund aus Kaiserslautern als Kurierfahrer eingesetzt. Diesem Freund habe er für alle Fahrten pro Kilogramm Marihuana, die er aus Aachen mitgebracht hatte, 100 Euro bezahlt. Nur für den Eigenverbrauch habe er sich einige Gramm abgezweigt, den Rest habe er an zwei Abnehmer und an Bekannte in Kaiserslautern und Frankenthal weiterverkauft. Als Zeuge war der Kurierfahrer geladen, der bei seiner Verhaftung den Namen seines Freundes angegeben hatte. Sein Verfahren ist inzwischen rechtskräftig abgeschlossen, er wurde zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Freund konnte sich nicht mehr genau an die Anzahl der Fahrten erinnern, bestätigte jedoch, dass er im Auftrag des Angeklagten zwei- bis dreimal pro Monat als Kurierfahrer mit verschiedenen Autos nach Aachen gefahren sei. Er selbst habe nie Drogen genommen. Drei Polizeibeamte, die bei der Vernehmung des Angeklagten dabei gewesen waren, bestätigten dessen Angaben. Er habe mehrere Namen seiner Abnehmer genannt, die „Ermittlungen haben aber nicht zum Erfolg geführt“, so einer der Beamten. Die Verhandlung wird am Donnerstag, 17. Dezember, 10 Uhr, fortgesetzt. (ef)

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