Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Allgemeinmediziner Armin Zisterer geht in den Ruhestand

Pendler, aber integriert: Armin Zisterer war auch „Leibarzt“ der Mörscher Wasserhinkele, spielte beim ASV Fußball und beim TC Te
Pendler, aber integriert: Armin Zisterer war auch »Leibarzt« der Mörscher Wasserhinkele, spielte beim ASV Fußball und beim TC Tennis.

Mit Armin Zisterer beendet ein beliebter und fachlich sehr geschätzter Allgemeinmediziner seine berufliche Tätigkeit in Mörsch und geht in den Ruhestand. Nahezu 25 Jahre hat er im Vorort praktiziert und in diesem Zeitraum nach eigenen Angaben rund 19.000 Patienten behandelt.

Das hohe Ansehen, das Zisterer in der Bürgerschaft genießt, spiegelte sich eindrucksvoll an seinem letzten Arbeitstag wider. Eine starke, vom bisherigen Ortsvorsteher Adolf-José König (SPD) angeführte Abordnung fand sich in der Praxis ein, um sich von ihm zu verabschieden und ihm sogar ein Ständchen zu bringen. „Ich war tief beeindruckt“, bekannte der Mediziner im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Die ärztliche Versorgung in Mörsch und Umgebung ist freilich auch in Zukunft sichergestellt. Denn Armin Zisterer hat rechtzeitig für seine Nachfolge gesorgt und schon vor sechs Jahren die Inhaberschaft der Praxis in jüngere Hände übergeben und als angestellter Arzt weitergearbeitet. Das Team besteht aktuell aus sieben Allgemeinmedizinern und zehn Arzthelferinnen. Chef ist Sylvius von Borries. „Unsere Ärzte in Ausbildung sind fast alle geblieben, zeitweise hatten wir auch samstags Sprechstunde“, hebt Zisterer hervor.

Gestartet ist er mit seiner Praxis in einem deutlich bescheideneren Rahmen. Den gebürtigen Schwaben aus dem Raum Stuttgart zog es nach dem Medizinstudium in Tübingen der Liebe wegen in die Kurpfalz – erst nach Heidelberg, dann ins Theresienkrankenhaus nach Mannheim. Am 1. Januar 2000 übernahm er die Praxis in Mörsch von Hans Mattern in der Frühlingstraße in Mörsch. Schon eineinhalb Jahre später stieg die Kollegin Klaudia Götz bei ihm ein. „Die Zahl der Patienten hat sich sehr rasch vervierfacht“, erinnert sich Armin Zisterer.

Man brauchte mehr Platz und entschied sich für ein Neubauprojekt, das an der Ecke Hauptstraße/Am Bruch in die Tat umgesetzt wurde. „Für mich war das eine riesige Herausforderung“, sagt der Mediziner im Rückblick. Da er auch Facharzt für Sportmedizin, Chirotherapie und Notfallmedizin ist, wollte er zusätzlich eine Praxis für Physiotherapie im Gebäude integrieren. Sie ist im Untergeschoss untergebracht, im Obergeschoss befindet sich eine vermietete Vier-Zimmer-Wohnung. Die neuen Praxisräume mit vier Sprechzimmern wurden im Sommer 2004 bezogen.

Obwohl Armin Zisterer nicht in Mörsch wohnte, sondern zuerst von Kirchheim aus, später von Bad Dürkheim pendelte, hat er sich nach eigener Aussage im Vorort stets wohlgefühlt und in die dörfliche Gemeinschaft eingegliedert. Er spielte beim TC Mörsch Tennis, beim ASV Fußball. Und bei den Wasserhinkele fungiert er als „Leibarzt“. In der Mörscher Au hat er mehrere Jahre eine vielbeachtete Gesundheitswoche mit medizinischen Vorträgen organisiert.

Wichtig war dem 65-Jährigen immer, für seine Patienten da zu sein und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. „Für mich war es ein Traumberuf“, stellt er rückblickend fest. Gleichzeitig räumt er allerdings ein, dass die Zeiten für einen Hausarzt nicht mehr ganz so rosig sind. Ein großes Problem, das viele junge Kollegen abschrecke, sieht er in den Regressforderungen der Kassenärztlichen Vereinigung bei Überschreitung der Budgets. Hinzu kämen der steigende bürokratische Aufwand und die nicht reibungslose Umstellung auf das elektronische Rezept und die elektronische Gesundheitsakte.

Armin Zisterer ist froh, diesen Prozess nicht mehr mitmachen zu müssen und sich im Ruhestand angenehmeren Dingen widmen zu können. So belegt er beispielsweise seit einiger Zeit bei der Volkshochschule einen Italienisch-Sprachkurs und geht mit seiner Frau tanzen. Auch auf dem Tennisplatz wird er weiterhin anzutreffen sein. Und nicht zuletzt will er Bella Italia, seinem bevorzugten Urlaubsland, treu bleiben.

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