Frankenthal Alles auf Sieg

Die Elf von VfR-Coach Filippo Graziano will sich für das 1:5 im Hinspiel gegen den ESV Ludwigshafen revanchieren.
Die Elf von VfR-Coach Filippo Graziano will sich für das 1:5 im Hinspiel gegen den ESV Ludwigshafen revanchieren.

«FRANKENTHAL.» Fällt heute eine Vorentscheidung in der Titelfrage in der Fußball-A-Klasse Rhein-Pfalz? Zumindest treffen die beiden Top-Anwärter – Spitzenreiter VfR Frankenthal und Tabellenzweiter ESV Ludwigshafen – im Ostparkstadion (Anpfiff: 15.30 Uhr) aufeinander. Der VfR hat einen Punkt Vorsprung, könnte sich mit einem Sieg wohl schon entscheidend absetzen.

Noch vier Spiele stehen in der A-Klasse bis zum Saisonende auf dem Programm. Lange kämpfte ein Quartett an der Spitze um die begehrten Plätze eins und zwei. Der Meister steigt direkt auf, der Zweite darf in die Relegation. Aktuell ist daraus ein Zweikampf geworden. Der VfR Frankenthal (65 Punkte) hat als Tabellenführer einen hauchdünnen Vorsprung vor dem ESV (64). Als Dritter folgt der VfR Friesenheim (60), den man vielleicht noch nicht ganz abschreiben sollte. Eisenberg (57) ist wohl raus aus dem Titelrennen. Vom Papier her hat der VfR nach dem Topspiel das leichtere Restprogramm: die sich auflösende SG Bockenheim/Ebertsheim, Schlusslicht CSV Frankenthal und den TuS Dirmstein. Doch VfR-Coach Filippo Graziano wiegelt ab. Ein Derby beim CSV, ein TuS Dirmstein, der auf dem eigenen, gewöhnungsbedürftigen Platz frei aufspielen kann ... „Man hat gegen Obersülzen gesehen, wie schwer es sein kann“, sagt Graziano. Gegen den SVO dauerte es bis zur 90. Minute, ehe der spielbestimmende VfR traf und doch noch drei Punkte einfuhr. „Solche Siege gehören dazu“, sagt der Trainer. Aber: „So viele Chancen werden wir gegen den ESV nicht bekommen.“ Die „Eisenbahner“ treffen danach noch auf den SC Bobenheim-Roxheim, Alemannia Maudach und den ASV Edigheim. Heute setzen Graziano und ESV-Trainer Bernhard Grätz auf Sieg. Von vornherein auf ein Unentschieden zu pokern, würde dem ESV nur wenig bringen. „Das ginge bei uns überhaupt nicht gut. Dann würden wir nur den Hintern versohlt bekommen“, sagt Grätz. Seine Mannschaft sei offensiv ausgerichtet, was eindeutig am Torverhältnis (92:33) abzulesen sei: „Wir haben schon seit einigen Spielzeiten die beste Offensive der Liga.“ Dafür nehme er den einen oder anderen Gegentreffer in Kauf. Zweimal sind der VfR und der ESV in dieser Saison schon aufeinander getroffen. Das Hinspiel in der A-Klasse hat der ESV klar mit 5:1 für sich entschieden. Für den VfR-Trainer allerdings unter unglücklichen Vorzeichen. Kapitän Patrick Corell verletzte sich beim Aufwärmen, Pascal Renner bereits nach 20 Minuten. Doch das Ergebnis stehe. Somit habe seine Elf noch etwas gutzumachen. Im Pokal gewann der VfR mit 1:0. „Mit einem weiteren Sieg für uns würde es im Titelrennen sehr gut aussehen“, sagt Graziano. Die Chancenverwertung müsse bei seiner Mannschaft stimmen, spricht Graziano ein Manko an. Die Devise beim VfR: kompakt stehen, schnelles Passspiel aufziehen und die Chancen nutzen. Geduld zu haben, gehöre unter Umständen dazu. Ein schnelles Führungstor wäre Graziano aber lieber. Der VfR-Trainer weiß um das gute Umschaltspiel der Gäste und deren Offensivstärke und hat Respekt. Die langen Bälle in die Spitze müssten möglichst unterbunden werden. Der Respekt beruht auf Gegenseitigkeit. Die Jungs vom VfR könnten mit der Kugel gut umgehen, meint ESV-Coach Grätz. Im Pokal sei sein Team trotz der Niederlage über weite Strecken die bessere Mannschaft gewesen. Er sieht beim Gastgeber die größere Erfahrung im Team. „Da fehlt bei uns dem einen oder anderen Spieler ein wenig die Cleverness, auch einmal ein taktisches Foul zu begehen. Ich hoffe, wir haben aus den Fehlern im Pokal gelernt. Wir müssen auf den Außenbahnen mehr aufpassen.“ Beide Mannschaften sind personell gewappnet. Beim VfR fehlt lediglich Gabriel Arslan nach seiner Roten Karte in Obersülzen. Beim ESV sind laut Grätz alle Mann an Bord. RHEINPFALZ-Tipp: 3:3

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