Frankenthal „Alle können voneinander lernen“
Eine Woche lang feierte die Lutherkirchengemeinde Frankenthal mit Gästen der Gemeinden St. Andrew’s Roundhay aus dem englischen Leeds und der Martinskirche Bernburg aus Sachsen-Anhalt ein Partnerschaftstreffen. Jugendliche und Erwachsene – die älteste Teilnehmerin war 87 Jahre alt – erkundeten die Pfalz. Besonders begeistert waren sie von einer Tour nach Idar-Oberstein mit „Schatzsuche“. Am gestrigen Sonntag reisten die Gäste ab.
Seit 1971 besteht die Partnerschaft mit Leeds, erst 1991 kam jene mit Bernburg hinzu. Alle zwei Jahre findet ein Partnerschaftstreffen abwechselnd in einer der drei Gemeinden statt. Dagegen sehen sich die Jugendlichen jährlich. Einmal monatlich wird ein Thema gemeinsam festgelegt und in den Gemeinden erarbeitet sowie im Gemeindebrief veröffentlicht. Themen können eine Bibelstelle, ein Gedicht, ein Lied oder eine besondere Botschaft sein, berichten Pfarrer Martin Henninger und Pfarrer Karl-Heinz Schmidt (Bernburg) sowie Presbyterin Sheana Dudley (Leeds). Beim Pizzaessen am Freitag berichteten die Teilnehmer im Gemeindezentrum von ihren Kontakten. Dudley ist seit Anbeginn dabei: bereits als Kind und heute mit ihrem Ehemann. Es hätten sich enge Freundschaften ergeben, erzählt sie. Manche, vor allem Ältere, würden sich regelmäßig schreiben und, soweit dies gesundheitlich möglich sei, auch zu Partnerschaftstreffen mitkommen. Diesmal sind sechs Jugendliche und zehn Erwachsene dabei. Zur Gemeinde gehören 170 Aktive, so Dudley, die sich für die Freikirche engagierten. Die Mitglieder seien interessiert, Deutsche näher kennenzulernen, was durch die private Unterkunft gut gelinge. Auch Karl-Heinz Schmidt freut sich über das große Interesse an der Partnerschaft. Die Martinskirche sei eingebunden in ein Zentrum aus Kinderhort, Kindertagesstätte und Schule. So hätten auch junge Leute regelmäßig Kontakt. In Sachsen-Anhalt sei es allerdings schon seit den 1960er-Jahren schwierig, Menschen für die Kirche zu interessieren. Rund 80 Prozent der Bürger gehörten keiner christlichen Kirche an, aber viele stünden der Kirche positiv gegenüber. Fünf Jugendliche und neun Erwachsene sind diesmal dabei. Für ihn und seine „Schäfchen“ sei die Vielfalt der Gemeindeformen interessant. Ähnlich äußerte sich Henninger, der die Treffen als Bereicherung sieht. Alle Gruppen könnten voneinander lernen. Schön sei es, dass viele Kontakte privat gepflegt würden.