Fussball
Aktive zu den Plänen des SWFV zur Fortführung der Saison
„Ich bin froh, dass es derzeit so aussieht, als könne wieder gespielt werden“, atmet Patrick Corell, der Kapitän des Bezirksligisten VfR Frankenthal, auf. Der Innenverteidiger glaubt, dass man spätestens nach Ostern beginnen muss, um die zehn Spieltage plus etwaige Nachholpartien zu absolvieren. „Nach dann fünfmonatiger Pause sind Verletzungen vorprogrammiert, wenn man vorher nicht ausreichend trainieren kann. Deswegen ist ein großer Kader wichtig“, sagt der 31-Jährige.
Der Wegfall der Auf- und Abstiegsrunde könne sich für den VfR positiv auswirken. Ein Abbruch der Runde hingegen sei für die Topteams sportlich negativ. Die perfekte Lösung für jeden könne es nicht geben. Der Frankenthaler rechnet damit, dass es mit Training nur in Kleingruppen losgehen wird.
Becker: Am liebsten sportliche Entscheidung
Als sinnvoll bezeichnet Nils Becker vom Bezirksliga-Letzten SC Bobenheim-Roxheim den Verzicht auf die Auf- und Abstiegsrunden. „Klar will man eine Entscheidung am liebsten sportlich herbeiführen. Wir glauben auch daran, dass wir den Rückstand noch aufholen und den Abstieg vermeiden können“, erläutert der Spielführer des SC.
Bei noch elf ausstehenden Partien für sein Team sei es aber eher unrealistisch, dass die Hauptrunde absolviert werde und es zu einer Wertung der Saison komme. „In der vergangenen Runde haben wir davon profitiert, dass es keine Absteiger gab. Das wollen wir uns nicht noch einmal nachsagen lassen“, verdeutlicht der 24-Jährige. Der defensive Mittelfeldspieler ist sicher, dass Training zunächst nur eingeschränkt stattfinden kann.
Schaich: Wäre jammerschade, wenn abgebrochen werden würde
Ganz anders ist die Situation beim ASV Heßheim, dem souveränen Spitzenreiter der A-Klasse Rhein-Pfalz, Staffel Nord. „In der vorigen Saison waren wir als Tabellendritter der Leidtragende der Entscheidung seitens des Verbands. Jetzt liegen wir wieder gut im Rennen. Es wäre jammerschade, wenn wieder abgebrochen werden würde“, meint Kapitän Patrick Schaich.
Der 30-Jährige räumt aber auch ein, dass man mit einem möglicherweise verpassten Aufstieg leben müsse, zumal es derzeit wichtigere Dinge gebe. „Wenn gespielt wird, dann ist es auch gut für die Kameradschaft“, betont der Mittelfeldspieler, der nach auskuriertem Bandscheibenvorfall wieder fit ist. Schaich glaubt, dass manche Vereine beim Hygienekonzept nachsteuern müssen.
Diehl: 14 Partien reichen für Wertung
Gut im Rennen liegt auch die ebenfalls noch unbesiegte DJK Eppstein. „Die Hin- und Rückrunde zu spielen, reicht aus. Dann hätte jede Mannschaft 14 Partien bestritten. Da kann man guten Gewissens eine Wertung vornehmen“, sagt Pascal Diehl (31). Trotz der nur noch neun Begegnungen, die die DJK zu absolvieren hat, sieht der zentrale Mittelfeldspieler die Beendigung der Spielzeit kritisch. „Wenn wir nach Ostern beginnen, darf nichts dazwischenkommen. Wenn wir nicht rechtzeitig starten können, sollte man einen sauberen Schlussstrich ziehen“, fordert der Kapitän des Tabellenzweiten. In der Haut der Verantwortlichen des Verbands möchte er nicht stecken.
Der MTSV Beindersheim trägt die Rote Laterne und wartet noch auf den ersten Sieg. „Trotzdem können wir es noch schaffen, wir liegen nicht aussichtslos zurück“, ist Kai Bundels überzeugt. Der 25-jährige Kapitän misst dem Training nach der langen Pause große Bedeutung bei: „Spielpraxis und Ballgefühl fehlen völlig, wir starten fast bei null.“ Deshalb müsse, ähnlich wie in der Vorbereitung, drei- bis viermal wöchentlich trainiert werden, wenn die Erlaubnis vorliegt. „Es ist gut, dass es keine Auf- und Abstiegsrunde gibt. Das wäre selbst mit englischen Wochen nicht zu schaffen gewesen“, erklärt der Torwart.
Graf: Pandemie lässt nichts anderes zu
Die Südstaffel der A-Klasse wird von der DJK SW Frankenthal angeführt. „Schade, dass Partien wegfallen, das verzerrt den Wettbewerb. Es ist schon komisch, dass man nicht gegen alle Gegner spielt“, bedauert Tim Graf, Spielertrainer und Allrounder der Schwarz-Weißen. Es sei aber in Ordnung, weil die Pandemie nichts anderes zulasse. Eine Annullierung der Saison wäre ärgerlich, „nicht nur wegen unserer Tabellenführung“.
Seine Mannschaft müsste noch acht Partien absolvieren. „Das kann man packen, selbst wenn die Runde erst Mitte April fortgesetzt würde“, meint der 30-Jährige. Der frühere Landesligaspieler hält 14 Begegnungen für aussagekräftig genug, um eine Wertung vorzunehmen.
Perna: Einzig mögliche Lösung
Eintracht Lambsheim ist eine Liga tiefer, in der B-Klasse, Tabellenführer. „Das Streichen von Auf- und Abstiegsrunden ist die einzig mögliche Lösung. Der Zeitplan ist eng, und keiner weiß, wann es Lockerungen geben wird und wann der Amateurfußball wieder starten darf“, hat Stefano Perna Verständnis für die Entscheidung.
Der 24-jährige Innenverteidiger betont, dass dies am Ziel der Eintracht nichts ändere. „Wir wollen aufsteigen, egal auf welche Weise. Wichtig ist, dass wir eine hohe Trainingsintensität haben, schnell wieder in Form kommen und unseren Weg fortsetzen“, sagt Perna. Vier, fünf Monate keinen Ball am Fuß zu haben, sei ungewohnt und für jeden Fußballer schrecklich.
Pirates-Kapitän Weiher skeptisch
Für die C-Klasse Rhein-Pfalz Mitte ändert sich nichts. Um die Saison werten zu können, reicht es, wenn die Vorrunde komplett gespielt ist, eine Aufstiegsrunde gibt es nicht. Fehlt nur eine Partie, wird die Serie annulliert. „Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die Saison fortgeführt wird“, ist Daniel Weiher skeptisch. Der 33-jährige Mittelfeldspieler des unbesiegten Pirates FC plädiert dafür, einen Schritt nach dem anderen zu machen. „Wichtig ist, dass mal wieder Training erlaubt wird, auch wenn es nur Kleingruppen sind.“ Ärgerlich wäre es, wenn am Ende alles für die Katz’ sei. „Ich werde ja nicht jünger“, sagt Weiher mit Blick auf einen eventuell verpassten Aufstieg.