Frankenthal Abschied mit Humor

Sie feierten den Schulabschluss auch mit einem Ball bis nach Mitternacht: die Absolventen der Waldorfschule.
Sie feierten den Schulabschluss auch mit einem Ball bis nach Mitternacht: die Absolventen der Waldorfschule.

Ein Gewitter entlud sich am Samstagabend zur Abschlussfeier der Freien Waldorfschule über Frankenthal – und spiegelte die Gemütslage der Absolventen wider: Abkühlung war gefragt nach dem heißen Endspurt mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen.

Die Waldorfschule wurde 1987 eröffnet, mit dem Abschlussfest verlässt nun der 20. Jahrgang die Schule. Verabschiedet wurde er von Harald Buchta, dem Klassenleiter der 13. Jahrgangsstufe. 13 Schüler erhielten ihre Zeugnisse zur allgemeinen Hochschulreife, vier Schüler erreichten die Fachhochschulreife und zwei verlassen die Schule mit einem Realschulabschluss. Kreativ kombinierte Buchta die Zeugnisvergabe mit einem Quiz: Anstatt die Absolventen namentlich im großen Saal auf die Bühne zu rufen, beschrieb er den jeweiligen Schüler mit einem Zitat und einem Foto aus dessen frühester Kindheit. Tatsächlich erkannten sich alle Schulabgänger wieder und nahmen in der richtigen Reihenfolge ihre Zeugnisse entgegen. „Ihr seid die Klasse, die ich in meiner Laufbahn als Lehrer am längsten begleitet habe“, sagte Buchta in seiner Abschiedsrede. Diesen Abschlussjahrgang habe er seit der vierten Klasse im Fach Musik unterrichtet. Rückblickend erinnerte sich der Pädagoge an zehn Schuljahre mit Konzerten, die kurz vor dem Auftritt nicht immer aufführungsreif, jedoch bei der Premiere stets erfolgreich waren. „Und so war es auch heute“, schlug Buchta den Bogen in die Gegenwart und betonte, dass die Abschiedsklasse das als Eurovisionshymne bekannte Te Deum von Marc-Antoine Charpentier ohne Generalprobe aufgeführt habe. „Es war toll, was ihr geboten habt“, lobte er das Abschiedskonzert der Abgänger und zitierte dazu Marc Aurels Ausspruch ,Denke lieber an das, was du hast, als an das, was dir fehlt’. „Euch hat die Probe gefehlt, aber auf der Bühne kann man sich auf euch verlassen .“ In diesem Sinne wünschte Buchta, dass die Schulabgänger ihren zukünftigen Weg mit dem meistern werden, was ihnen die Waldorfschule an Fähigkeiten mitgegeben hat. Den Blick zurück lenkten Salomon Hess und Lenard Siegfried in ihrer Abschiedsrede. Im Namen der Jahrgangsstufe ließen sie humorvoll eine Schulzeit Revue passieren, die manche Schüler seit der ersten Klasse miteinander geteilt hatten – einige von ihnen waren sogar bereits ab dem dritten Lebensjahr im Waldorf-Kindergarten Sterntaler zusammen. „Hätten wir drei Augen, würden wir mit zwei lachenden und einem weinenden Auge von dieser Schule gehen“, schloss Hess. Mit vielen Wünschen an die Zukunft ließen die Absolventen an ihrem Abschiedsabend bunte Luftballons in den Himmel steigen. Die Wünsche nach Liebe, Gesundheit und Erfolg hatten sie auf Zettel geschrieben, die an den Ballons befestigt waren. Von ihren Lehrern verabschiedeten sie sich mit kleinen Geschenken und von ihrer Schulzeit mit einem Ball, bei dem bis nach Mitternacht getanzt wurde.

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