Fussball
A-Klasse Rhein-Pfalz: Es bleibt bei zwei Staffeln
Eine Runde wie die vergangene, die nach vielem Hin und Her im März abgebrochen wurde, will keiner mehr erleben. Der aus dem Amt geschiedene Leiter und nun Ehrenvorsitzende des Fußball-Kreises Rhein-Pfalz, Peter Schakewitsch, verteidigte die Vorgehensweise des Verbands gegen oft gehörte Kritik des zögerlichen Handelns. „Hätten wir früher entschieden, die Runde abzubrechen, hätten wir sicher ebenso in der Kritik gestanden, wäre eine Fortsetzung doch noch möglich gewesen.“
Den Saison-Abbruch Ende März nannte Staffelleiter Bernhard Schäfer sehr ärgerlich für die jeweils souveränen Spitzenreiter in den Staffeln, den ASV Heßheim und die DJK Schwarz-Weiss Frankenthal. Den jeweiligen Tabellenletzten gratulierte er mit einem Lächeln zum Verbleib in der A-Klasse. Es gab weder Auf- noch Absteiger.
Schäfer: Zu viele Verwarnungen
Gespielt wird in der neuen Runde in der A-Klasse wie gehabt in zwei Staffeln. Die heißen jedoch nicht mehr Nord und Süd, sondern eins und zwei. Ein besonderes Anliegen ist Schäfer die Fairness auf dem Platz. 270 Gelbe Karten, 21 Gelb-Rote und zehn Rote Karten nach 314 ausgetragenen Spielen seien zu viel. Hochgerechnet auf die komplette Saison wären es deutlich mehr gewesen als in der Saison zuvor. „Das ist nicht tragbar“, appellierte Schäfer an die Vernunft. Der neue Kreisvorsitzende Klaus Rings forderte ebenfalls einen fairen Umgang und ein respektvolles Verhalten von allen ein.
Corona könnte sich in der neuen Saison erneut im Spielbetrieb bemerkbar machen. Regulär spielen die jeweils ersten vier Teams in einer Aufstiegsrunde den Meister und die Aufsteiger aus, die jeweils letzten Vier kämpfen um den Abstieg. In den Auf- und Abstiegsrunden werden nur noch die Spiele gegen die hinzukommenden Mannschaften aus der jeweils anderen Staffel ausgetragen. Die Punkte aus den Partien gegen Teams aus der eigenen Staffel werden mitgenommen. Sollte es erneut zu Problemen kommen, können bei Abbruch nach der komplett gespielten Hauptrunde, die jeweils Führenden den Meister und Aufsteiger ausspielen. Der Verlierer geht in die Relegation. Wird später abgebrochen, wird ein Quotient errechnet. Wird früher abgebrochen, gibt es weder Auf- noch Absteiger. Es sei mit vier Absteigern zu rechnen, sagte Schäfer.
Weiter feilen an der Handspielregel
Schäfer appellierte, die Hygieneregeln einzuhalten. Werde ein Spiel vom Gesundheitsamt aufgrund einer Kontrolle abgebrochen, weil dies nicht geschehen sei, werde es als verloren gewertet. Absagen aufgrund von Corona-Fällen seien nur noch möglich, wenn innerhalb von drei Tagen eine Bescheinigung des Gesundheitsamts oder eines Arztes dem Verband vorgelegt werde. Die Vereinsvertreter bezweifelten jedoch, ob dies problemlos einzuhalten und realitätsnah sei.
Gefeilt wird weiter an der Handspielregel. Der Vertreter der Schiedsrichter, Adrian Kokott, berichtete, dass ab sofort der komplette Arm unterhalb der Achselhöhle als Hand gewertet wird. Bisher war das Maß der Dinge der Trikotärmel, der könne aber unterschiedlich lang sein. Der Arm beziehungsweise die Hand müsse mit Absicht Richtung Ball geführt werden, damit ein Pfiff erfolge.
Finanzielle Hilfen
Finanziell werden die Amateure in schwierigen Zeiten entlastet. Für jede Jugendmannschaft, die ein Verein meldet, gibt es in der kommenden Runde 75 statt 50 Euro vom Verband. Gebühren und Strafabgaben aus der vergangenen Saison werden erlassen beziehungsweise zurückerstattet. Kein Verständnis hatte Schakewitsch dafür, dass die Vereine bestehende Zuschussmöglichkeiten in der vergangenen Saison nicht ausgeschöpft hätten.
Spielsperren werden erlassen. Es sei denn, ein Spieler wurde für mehr als vier Partien gesperrt. Dann sei das Vergehen so schwer zu werten, dass die über vier Spiele hinausgehende Strafe noch abgesessen werden müsse, meinte Schakewitsch.
Zeitstrafe soll wieder kommen
Der Verband habe sich dafür ausgesprochen, die Zeitstrafe wieder einzuführen. Derzeit gebe es auf DFB-Ebene in Hessen und Bayern Pilotprojekte. Die Umsetzung im Südwesten finde frühestens in der Saison 2022/23 statt.
Noch läuft der Kreispokal-Wettbewerb 2020/21. Im Finale am Samstag stehen sich mit der DJK Eppstein und dem SV Obersülzen zwei A-Klassisten gegenüber. Doch die erste Runde des Kreispokal-Wettbewerbs 2021/22 ist bereits ausgelost. Er wird ab 8. August ausgetragen, berichtete Klaus Hilbrecht am Samstag bei der Vorrunden-Besprechung der Fußball-A-Klasse im Clubhaus der DJK Eppstein.