Fußball
A-Klasse: Dominik Hess vom ASV Heßheim vor dem Spitzenspiel gegen Eintracht Lambsheim
Herr Hess, Sie haben am vergangenen Wochenende beim 5:1 gegen den SC Bobenheim-Roxheim vier Tore erzielten Sie vier Tore. Ist Ihnen das zuvor bereits gelungen?
So richtig daran erinnern kann ich mich jetzt nicht. Sowas passiert ja nicht alle Tage. Vielleicht hat das in der A-Jugend in der letzten Saison funktioniert. Im Aktiven-Fußball noch gar nicht.
Generell ist es eine starke Leistung, gegen einen Absteiger wie den SC Bobenheim-Roxheim mit 5:1 zu gewinnen …
Es liegt daran, dass wir im Training viel investieren. Wir waren alle fit. Zuvor hatten wir immer mal ein paar angeschlagene Spieler. Im Spiel waren wir in den ersten 20 Minuten nicht die bessere Mannschaft. Dann haben wir uns gefangen und uns in alles reingeworfen, waren sehr motiviert. Dass sie aufsteigen wollen, war Motivation genug. Wir waren präsenter, aggressiver und hatten die besseren Chancen.
Es war bereits der siebte Erfolg im siebten Saisonspiel. Was sind die Gründe für diesen Lauf?
Wir ziehen alle an einem Strang. Wir haben uns nicht das Ziel Aufstieg gesetzt, sondern schauen von Spiel zu Spiel. Wir sind alle hochmotiviert, und die Stimmung in der Mannschaft ist perfekt. Da gibt es keine Meckereien oder Streitereien. Ich denke, das trägt einen Großteil dazu bei, dass es aktuell so gut läuft.
Ihr Team spielt in dieser Konstellation schon lange zusammen, ist das ein weiterer Grund, warum der ASV so erfolgreich ist?
Definitiv. Ein Großteil von uns kickt schon bald 16, 17 Jahre lang zusammen. Auch jetzt die zwei A-Jugendspieler haben sich perfekt eingefügt und sind sehr wichtige Spieler für uns.
In den vergangenen Jahren wurde dem ASV immer die Favoritenrolle zugesprochen. In diesem Sommer wurde diese Rolle dem SC Bobenheim-Roxheim, dem ASV Maxdorf und auch dem TuS Dirmstein übergeben. Ist diese neue Rolle des Außenseiters gut und befreit vom Druck?
Druck hatten wir allgemein noch nie. Die letzten drei Jahre ist es allgemein gut gelaufen. Zweimal hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. In der vergangenen Saison waren wir in der Aufstiegsrunde und haben es wegen ein, zwei Punkten nicht geschafft. Wir wollen gar keine Favoriten sein und uns auch keinen Druck machen. Was am Ende der Saison dabei rumkommt, werden wir nach dem letzten Spieltag sehen.
Seit Saisonbeginn steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Welchen Anteil hat Uwe Naßhan am Erfolg?
Immer, wenn man einen neuen Trainer hat, lernt man auch neue Dinge dazu. Er ist auf jeden Fall ein Trainer, der viel Wert auf Kondition und Ausdauer legt, und das merkt man in unseren Spielen. Da können wir auch in der 95. Minute noch einen Sprint ziehen. Das war vielleicht in den Saison davor nicht so der Fall. Da waren wir körperlich nicht so fit.
Was macht er anders als sein Vorgänger?
Im Endeffekt hat sich zum Training davor nicht so arg viel verändert. Ich würde sagen, dass Uwe und Andy (Andreas Köhler, d. Red.) das gleiche Training machen. Die körperliche Fitness macht den großen Unterschied. Wir haben im Sommer öfter mal vier Einheiten die Woche gehabt. Wir sind laufen gegangen und haben viele Sprints mit Richtungswechsel gemacht. Das war schon eine anstrengendere Vorbereitung als zuvor.
Am Wochenende kommt es zum Top-Spiel zwischen dem ASV und Eintracht Lambsheim. Was für eine Begegnung erwarten Sie?
Ich denke, dass das ein körperlich betontes Spiel wird. Es ist ein Derby, da ist immer Feuer drin. Dass Lambsheim nach dem siebten Spieltag auf Platz zwei steht, hätte wohl auch niemand gedacht – nicht mal sie selbst. Jede Mannschaft hat so ihre Stärken. Ich kenne die Eintracht gar nicht, aber ich glaube, dass es ein gutes und interessantes Spiel wird.
Und wie geht’s aus?
4:1 für den ASV.
Zur Sache
Eintracht will die Großen ärgern
Auch bei Eintracht Lambsheim hatte man in den vergangenen Wochen viel zu feiern. 13 Punkte holte das Team aus den vergangenen fünf Partien. Das Resultat: Platz zwei in der Tabelle. Das Kuriose: In keinem der vergangenen vier Spiele (vier Siege) stand Coach Andreas Persohn an der Seitenlinie. Er ist derzeit sowohl privat als auch beruflich verhindert. Co-Trainer Lars Karr steht seit gut vier Wochen an der Seitenlinie. „Ich habe die volle Verantwortung. Alles liegt in meiner Hand“, sagt der Übungsleiter. Er entscheide aus dem Bauch heraus sei eher der Emotionale. Mathias Krauß und Salvatore Di Rosolini helfen als „Co-Co-Trainer“, berichtet Karr. Einen Rückkehrtermin für Persohn gebe es bereits. Bis es soweit ist, will der Stellvertreter weiter Punkte sammeln. Einfach wird das gegen den ASV Heßheim nicht. „Wir hatten Heßheim schon vor der Saison zu den Favoriten gezählt“, sagt Karr. Er kennt ASV-Coach Uwe Naßhan noch aus gemeinsamer und erfolgreicher Zeit bei der DJK Eppstein. „Heßheim ist Favorit. Wir sind der Underdog und versuchen, die Großen zu ärgern“, erklärt der Eintracht-Trainer.