Fussball
A-Klasse: Aufsteiger Eintracht Lambsheim empfängt Absteiger SC Bobenheim-Roxheim
„Marc Hornig war einer der Hauptgründe dafür, dass Lars Karr und ich zur Eintracht gekommen sind. Er ist ein super feiner Kerl“, sagt Eintracht-Trainer Andreas Persohn. Der Übungsleiter erfuhr bereits Mitte vergangener Woche von Hornigs Absichten, die Eintracht zu verlassen. „Ich meinte, er solle sich das noch einmal überlegen. Aber er hatte seinen Entschluss bereits gefasst“, verrät Persohn.
In den vergangenen Tagen hätten Lars Karr und er versucht, den Fokus auf die Partie gegen den SC Bobeheim-Roxheim zu legen. Geklappt habe das nicht wirklich. „Aus den Köpfen der Spieler ist das nicht raus“, gibt Persohn zu. Große Teile der Mannschaft seien für Hornig nicht nur Spieler gewesen, sie waren Freunde geworden, berichtet der Eintracht-Coach.
Angst vor Unruhe
Dementsprechend groß war die Angst davor, dass sich einige Spieler Hornig anschließen und die Eintracht verlassen. Der scheidende Trainer selbst forderte seine Mannschaft jedoch dazu auf, weiterzumachen und in der A-Klasse für die eine oder andere Überraschung zu sorgen. Die muss nun ohne Hornig an der Seitenlinie gelingen. Persohn muss es mit Karr alleine richten.
Davon sind beide wenig begeistert. „Das war ja das, was wir nicht mehr haben wollten“, sagt der Coach mit Blick auf die fehlende Unterstützung einer dritten Person. In den kommenden Tagen soll aus dem Duo aber wieder ein Trio werden. Wer genau die Position von Hornig einnehmen wird, ist noch offen. Einen externen Neuzugang für die vakante Stelle schließen sowohl Persohn als auch Spielleiter Sascha Götz aus.
Prehn als Stabilisator und Motivator
„Marc kann nicht eins-zu-eins ersetzt werden. Am liebsten wäre es mir, wenn er zurückkäme“, sagt Persohn. Er scheint seinen Kollegen und dessen Motivationsreden zu vermissen. „Er ist der Typ Menschenfänger. Er hat eine unfassbare soziale Kompetenz und immer ein offenes Ohr für jeden“, sagt Persohn.
Ähnliches wird auch Norbert Prehn, Trainer des SC Bobenheim-Roxheim nachgesagt. Ihm gelang es im vergangenen Jahr, das Team nach der Übernahme – ohne Punktgewinn am Tabellenende stehend – zu stabilisieren und zu motivieren. Den Abstieg in die A-Klasse konnte er wegen der großen Hypothek aus der Hauptrunde nicht mehr verhindern. Der Kader blieb dafür weitestgehend beisammen. Top-Stürmer Maximilian Haltenberger, der von Schwarz-Weiss Frankenthal kam, kam hinzu.
Mit Remis gestartet
Vor Norbert Prehn und der Offensive der Gäste hat Persohn großen Respekt. 25 Tore erzielte der SC in vier Vorbereitungsspielen. In die Meisterschaft startete die Prehn-Elf indes nur mit einem 1:1 gegen die SG Maudach – noch ohne Haltenberger. Der Stürmer war wegen eines Vergehens in der Vorbereitung gesperrt.
Die Sperre ist abgelaufen, sodass der Torjäger am Sonntag auf dem Platz stehen wird. „Von Beginn an“, wie sein Trainer verspricht. Er sei ein sehr wichtiger Bestandteil des Teams, habe aber zuletzt mehr mit sich selbst zu kämpfen gehabt, sagt sein Trainer. Trotz der Rückkehr von Haltenberger, möchte Prehn zurückhaltend agieren.
SC will erst abwarten
„Wir warten ab und schauen, wie sich Lambsheim positioniert. Dann werden wir entsprechend gegenhalten“, sagt der Coach der Gäste. Die Gründe dafür liegen vor allem an den vielen personellen Sorgen. Ähnlich wie die Eintracht (zwölf Ausfälle) ist auch der SC von personellen Sorgen durch Urlaub, Verletzungen und Sperren gebeutelt. „Es war nicht die optimale Vorbereitung zuletzt. Natürlich würde ich gerne hoch anlaufen lassen, aber wir werden nicht ins offene Messer rennen“, erklärt Prehn.
Den SC-Übungsleiter kennt Persohn gut und hat viel Respekt vor seiner Arbeit. „Er ist ein Taktikfanatiker. Sein Team ist diszipliniert und fit“, sagt Prehn. Der Coach hat die Eintracht bereits beobachtet und die Stärken der Gastgeber gesehen. Besonders Außenstürmer Zafer Seckin blieb ihm dabei im Gedächtnis. „Er hat ein enormes Tempo und geht jedem Ball hinterher – ein guter Spieler“, lobt der Trainer. Für die Hintermannschaft wird es darauf ankommen, ihn unter Kontrolle zu bringen. Ob das jedoch für den SC ausreicht, um den ersten Erfolg in der A-Klasse zu feiern, ist fraglich.