Frankenthal / LAMBSHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel 100 Prozent für Martin Haller

Wegen Corona wurde Abstand gehalten: Blick in die Versammlung in Lambsheim.
Wegen Corona wurde Abstand gehalten: Blick in die Versammlung in Lambsheim.

Die Sozialdemokraten aus Frankenthal und dem nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis gehen wieder mit Martin Haller ins Rennen um das Direktmandat bei den Landtagswahlen im März 2021. Am Freitag nominierten sie den 36 Jahre alten Abgeordneten bei ihrer Delegiertenkonferenz einstimmig. Ort und Inhalt der Veranstaltung waren von einem Thema geprägt: dem Coronavirus. Das Treffen fand unter freiem Himmel auf dem Gelände des Alten Freibads in Lambsheim statt.

58 von 58 Vertretern der Ortsvereine aus Frankenthal, Bobenheim-Roxheim und der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim gaben Martin Haller bei der etwa anderthalbstündigen Versammlung ihre Stimme und demonstrierten damit große Geschlossenheit mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf. Den Teamgedanken hatten zuvor sowohl Haller als auch Alexander Schweitzer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Mainzer Landtag, beschworen. Der lobte den Lambsheimer, inzwischen als Parlamentarischer Geschäftsführer einer seiner engsten Vertrauten, als „hervorragenden Abgeordneten“. Haller sei „drin in den Themen“ und „nah bei den Menschen“. Der 36-Jährige selbst hatte sich für die vielen Hinweise und Anregungen während der zurückliegenden Monate seit Ausbruch der Corona-Pandemie bedankt. Nur mit Unterstützung der Basis sei es möglich gewesen, der Anfragen und Probleme in diesem Zusammenhang Herr zu werden.

Thema Corona

Das Coronavirus war das zentrale Thema der Veranstaltung im idyllischen Alten Freibad: Die Delegierten nahmen auf in Sicherheitsabstand zueinander aufgestellten Stühlen Platz. Am Eingang und bei den direkten Gespräche untereinander prägten Alltagsmasken das Bild. Mit den gleichwohl schwerwiegenden Folgen, die auf Corona zurückgehen, beschäftigte sich Martin Haller ausführlich: Das Leben der Menschen habe sich bis ins kleinste Alltäglichkeiten grundlegend verändert, wahrscheinlich noch für Monate. Die wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen werden seiner Überzeugung nach allerdings noch sehr viel länger zu spüren sein: „Ich rechne mit Jahren.“

Haller, seit 2006 für die SPD im Landtag, sprach rückblickend von bislang drei Phasen der Krise: In der ersten sei es vor allem um das Thema Gesundheitsschutz gegangen. Hier habe sich bewährt, dass die Landesregierung das Beschaffen von Material in die Hand genommen habe. In der zweiten Phase habe das Verteilen der Soforthilfen für Unternehmen und Soloselbstständige gestanden. Die Existenzangst, die er bei unzähligen Telefonaten in dieser Zeit geführt habe, „ist mir ziemlich in die Kleider gefahren“, bekannte der Politiker. Sein Resümee: „Alle, die sich gemeldet haben, haben ihr Geld bekommen.“ Kleine Randbemerkung Hallers: Ursache Nummer eins für Verzögerungen beim Auszahlen sei die von Antragstellern falsch angegebene IBAN gewesen.

Neuer Zeitabschnitt

Als dritte Phase sei dann das Hilfsprogramm für von Corona durch Einnahmeausfälle betroffene Vereine und Hilfsorganisationen gefolgt. „Das Land hat niemanden im Stich gelassen“, zeigte sich der 36-jähige Familienvater überzeugt. Mit dem Konjunkturpaket der großen Koalition im Bund habe nun ein neuer Zeitabschnitt begonnen. Haller nannte aus seiner Erfahrung der jüngsten Zeit die Reisebranche und das Veranstaltungsgeschäft als Sorgenkinder, die der „Unterstützung und Solidarität“ bedürften.

Der Lambsheimer zählte mit Blick auf die kommende Legislaturperiode eine Reihe von Punkten auf, die er im Fall seiner erneuten Wahl in den Landtag begleiten und gestalten wolle. Bei der Stadtklinik in Frankenthal zähle angesichts der Turbulenzen in zurückliegender Zeit der „Blick nach vorne“. Die dort anstehenden Investitionen müssten in enger Abstimmung mit Mainz geplant und umgesetzt werden. Er wolle sich außerdem dafür einsetzen, dass die Pläne fürs Frankenthaler Bahnhofsumfeld realisiert würden. Er könne sich erinnern, dass dieses Projekt schon Thema gewesen sei, als er die fünf oder sechste Klasse am Albert-Einstein-Gymnasium besucht habe. Weitere Vorhaben auf Hallers Liste: der Ausbau der Kindertagesstätte, der Radweg entlang der Landesstraße 524 bei Eppstein und die Ortsumgehung Bobenheim-Roxheim.

Klodt B-Kandidat

Mit 51 der 58 abgegebenen Stimmen wurde Uwe Klodt von den Delegierten zum B-Kandidaten gekürt. Der Eppsteiner Ortsvorsteher definierte seine Rolle im Wahlkampf für Martin Haller so: „Ich möchte ihm als Mensch helfen, der mit beiden Beinen im Leben und in der Politik steht und im direkten Gespräch unsere sozialdemokratischen Ziele erklärt.“ Der Lambsheimer selbst bekannte, dass er sich „total“ auf den Wahlkampf freue, dass es dafür aber derzeit noch zu früh sei. Hallers Spitze mit Blick auf aus seiner Sicht „peinliche Aktivitäten“ der politischen Konkurrenz: „Die Leute erwarten, dass wir bis zum Wahltag weiterregieren.“

Martin Haller
Martin Haller
Uwe Klodt
Uwe Klodt
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