Frankenthal Überwiegend Bummeln durch die Geschäfte angesagt
Von „sehr zufrieden“ bis zu „hat sich nicht gelohnt“, reichten gestern die Äußerungen der Geschäftsleute zum verkaufsoffenen Sonntag. Besucher reagierten durchweg positiv, obwohl einige Läden zu blieben. Nach einem sehr verhaltenem Anfang füllten sich die Speyerer Straße und der verkehrsberuhigte Teil der Wormser Straße ab 14 Uhr. Die Bahnhofstraße blieb leer. Viele Besucher schlossen einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt an.
Beim Bummel durch die Stadt fiel auf, dass es zwar etliche Schnäppchenangebote gab, vor allem im Textilbereich und bei Dekorationsartikeln, aber keinerlei Unterhaltungsangebote oder Vorführungen. Vor allem die großen Läden profitierten bei zeitweise schneidend kaltem Wind in der Fußgängerzone. Zu den Kleinen, bei denen etwas los war, zählte Blume 2000. Vor allem Information und Beratung waren in vielen Geschäften gefragt, der Kauf blieb oft zweitrangig. So lief es beispielsweise bei Rothenbach Multimedia. „Wir hatten aber zahlreiche positive Kundengespräche“, sagte Hermann Rothenbach. Erfreulich sei, dass kein Umtausch erfolgte. Gegenüber bei Echt Lecker war so gut wie nichts los. „Eigentlich wollte ich gar nicht öffnen, dachte dann aber an das Stadtbild“, resümierte Julia Neu. Für sie habe sich die Teilnahme gar nicht gelohnt. „Zu uns kamen erfreulicherweise einige neue Interessenten von außerhalb“, stellte Aysegül Dogan von Image Mode in der Speyerer Straße fest. Dafür klingelte die Kasse bei ihr selten. Bei Fürst Helbig wurden vor allem Großgeräte betrachtet und Informationen eingeholt. „Die meisten Leute haben nur geschaut und gefragt“, sagte Sabine Fürst-Hirstein. Sie bedauerte, dass etliche Kollegen gar nicht öffneten. Dies sei für die Gesamtpräsentation der Stadt nicht gut. Zufrieden zeigte sich Evelyn Gedigk von Evita Möbel & Wohnaccessoires. Es seien viele Leute gekommen, auch aus dem Umland. Einige hätten gar nicht gewusst, dass verkaufsoffener Sonntag war. Viel sei nicht über die Ladentheke gegangen, aber das Interesse sei sehr positiv, vor allem bei allem Neuen, was nicht weihnachtlich ist. „Ich wünsche mir mehr Aktionen an solchen Sonntagen“, betonte sie. Dies könne mehr Leute anziehen. Auch bei Gerry Weber war der Kaufandrang mäßig, ebenso in der Schuhschachtel. „Ich wäre besser auf der Couch geblieben“, meinte Christa Schillinger vom Blickfang. Die Stimmung mit den Besuchern sei zwar gut gewesen, im Umsatz habe sich dies bei ihr aber nicht niedergeschlagen. Ihr Laden war in der Bahnhofstraße mit Mode Herb fast der einzige, der geöffnet hatte. Richtig zufrieden äußerte sich Monika Burkhardt von Birkenmeier. Schmuck habe ebenso seine Käufer gefunden wie Kleidung und Sportartikel. „Die Kunden waren sehr entspannt“, meinte sie. Ähnlich sah auch Mitarbeiter Gordon Funke vom Modehaus Jost den Tag. In Wellen seien die Leute gekommen. Einiges sei umgetauscht worden, aber meist nur wegen der falschen Größe. „Vor allem dicke Jacken und Mäntel waren gefragt“, berichtete er. Dick verpackt in Mäntel, Schals und Mützen waren die meisten Besucher unterwegs. Vor allem Paare und Familien mit Kindern im Schulalter sah man auf den Straßen und in den Geschäften. „Wir gehen nur bummeln, was soll man sonst bei der Temperatur machen“, meinte ein älteres Ehepaar. Ein junges Paar suchte nach Schmuck, „weil wir uns gerade verlobt haben“. Spazierengehen und „ein wenig schauen, was schon reduziert ist“, wollte eine Dirmsteinerin. Ihre Freundin sagte, sie habe Geld von den Eltern bekommen und wolle erst sehen, „was ich noch gebrauchen kann“. (ma)