Rhein-Pfalz Kreis „Ohne Druck nichts zu erreichen“

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Der Störfall im August im Heßheimer Sonderabfallzwischenlager hat dem Verein Schutzgemeinschaft gegen Mülldeponie (SGM) Heßheim 40 neue Mitglieder gebracht. Entsprechend gut besucht war die Generalversammlung des Vereins am Donnerstagabend. Sie zeigte, dass die Menschen in und um Heßheim immer noch besorgt sind.

So war denn auch ein Einstieg in die üblichen Regularien einer Jahreshauptversammlung nicht möglich. Zu sehr brannten allen die Entwicklungen in dem Fall unter den Nägeln sowie die Frage, wie es auf dem Süd-Müll-Gelände weitergeht. Dass ein weiterer Tank mit Chemikalien mehr als drei Monate nach dem tödlichen Vorfall plötzlich im Fokus der Gewerbeaufsicht steht (wir berichteten), warf in der Versammlung für den stellvertretenden SGM-Vorsitzenden Michael Hieronimus die Frage nach der Professionalität bei Süd-Müll auf. „Wenn zwei, drei Flüssigkeiten zusammenkommen, haben wir den Supergau“, meinte er. Vorsitzende Ulrike Bonifer berichtete über Ereignisse und Fakten seit dem Unfall. So habe sie von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd alle bislang ausgestellten Genehmigungen angefordert und einem Anwalt übergeben. Bonifer sprach von einem „Sammelsurium an Giftstoffen“, das gefährlicher sei als die Stoffe, „die nebenan verbuddelt wurden“. Damit meinte sie die stillgelegte Gerolsheimer Deponie. Gegen das Unternehmen Süd-Müll hat die SGM zwischenzeitlich einen Strafantrag gestellt. Am Mittwoch, 5. Dezember, wird der dann anstehenden Sitzung des Verbandsgemeinderats Lambsheim-Heßheim um 18 Uhr eine öffentliche Einwohnerfragestunde mit Staatssekretär Thomas Griese (Grüne) vom Umweltministerium vorgeschaltet. Dabei soll nach Angaben von Bürgermeister Michael Reith (SPD) der aktuelle Sachstand berichtet und auf die Fragen eingegangen werden, die in der Bürgerversammlung der Schutzgemeinschaft im Oktober aufgeworfen wurden. Danach sollen Bürger die Möglichkeit bekommen, Fragen an die Vertreter des Ministeriums und der SGD Süd zu richten. Für die auf zwei Stunden begrenzte Veranstaltung will die Schutzgemeinschaft Werbung machen. „Je nachdem, welche Erkenntnisse wir aus diesem Gespräch mitnehmen, werden wir über das weitere Vorgehen entscheiden“, sagte Ulrike Bonifer. Wobei wohl heute schon klar sei, dass ohne öffentlichen Druck auf die Politik nichts zu erreichen sei. Im zweiten Teil der Mitgliederversammlung wurde der gesamte Vorstand von den 39 anwesenden Mitgliedern einstimmig für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Während Kassenwartin Richmut Melchior und Vorsitzende Ulrike Bonifer ihren Rücktritt in zwei Jahren ankündigten, ließ es Michael Hieronimus als stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer offen, ob er dann für den Vorsitz kandidieren wird. In den vergangenen zwei Jahren habe der Heßheimer Verein 700 Euro an Beiträgen von mittlerweile 232 Mitgliedern eingenommen, berichtete Melchior. Die Ausgaben seien gering, ein Polster werde jetzt wegen der Anwaltskosten angekratzt. Der Vorschlag, sich beim Heßheimer Kerweumzug zu engagieren, fand keinen Zuspruch. Dagegen will sich der Verein laut Bonifer bei einer von der Gemeinde geplanten Wanderaktion einbringen und dabei in eigener Sache werben.

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