Rhein-Pfalz Kreis
Lambsheim: Vorerst keine Elterntaxi-Zone nahe der Karl-Wendel-Schule
Im Herbst 2018 waren sich die Lambsheimer Dorfpolitiker einig, dass morgens vor der Karl-Wendel-Grundschule „chaotische und gefährliche Verkehrsverhältnisse“ herrschen. Eine Hol- und Bringzone wurde gefordert. Ein Jahr später sieht die Situation ganz anders aus. Zumindest aus Sicht der Fachbehörden.
Vor allem die Fraktionen von SPD und Grünen haben bislang moniert, dass die Wege im Umfeld des Lambsheimer Schulgebäudes, das nun auch einen Kindergarten beherbergt, zu Stoßzeiten nicht sicher seien. Sie beantragten zu prüfen, ob und wo eine Zone eingerichtet werden könnte, in der Kinder vom elterlichen Auto aus die restlichen 200 oder 300 Meter zur Schule laufen können und umgekehrt. Hol- und Bringzonen nennt man solche Plätze, die weit weniger verbreitet sind, als die Mitglieder des Bauausschusses im August 2018 dachten.
Möglicherweise ist Lambsheim ein gutes Beispiel dafür, dass diese Art, den Autoverkehr zu Unterrichtsanfang und -ende zu entzerren, gar nicht so viel bringt wie erhofft. Das Fazit einer Ende September arrangierten Verkehrsschau lautet jedenfalls: Die Situation im Bereich Schule, Bubensteig und Kita-Zufahrt ist zufriedenstellend, eine Hol- und Bringzone sollte vermieden werden, um nicht anderswo ein Problem zu verursachen.
Die meisten Kinder kommen zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller zur Schule
Zwischen 7.30 und 8.10 Uhr haben die Experten von unter anderem Polizei, Ordnungsamt und Kreisverwaltung das Treiben an der Schule, die von 265 Kindern besucht wird, beobachtet. Das Ergebnis: 34 Fahrzeuge haben Schüler gebracht, 141 kamen mit Fahrrad oder Roller, alle anderen zu Fuß. Nur wenige der motorisierten Eltern, aber etliche Kinder hätten gegen die Regeln verstoßen, heißt es im Protokoll der Verkehrsschau. Diese seien mit dem Roller auf der Fahrbahn statt auf dem Gehweg gefahren oder seien ohne zu gucken über die Straße gelaufen.
Diese Beobachtungen decken sich offenbar nicht mit dem, was Lukas Krauß (Grüne) auf dem Schulweg seiner Kinder erlebt, nämlich „jeden Tag Chaos“. In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag widersprach er Ordnungsamtsleiter Thomas Bauer, der sagte, dass man den Fokus lieber auf die Verkehrserziehung richten solle.
Im Dorf herrscht gar nicht mehr so viel Verkehr
Letztlich bescheinigen die an der Verkehrsschau beteiligten Fachleute die positive Wirkung bereits getroffener Verkehrsentscheidungen: angefangen vom Bau der Umgehungsstraße, die den Ortskern deutlich entlaste, bis hin zum gut genutzten neuen Fußweg zwischen Parkplatz und Schule. Einen verkehrsberuhigten Bereich (Spielstraße) vor der Schule halten die Behörden nicht für notwendig.
Der Bauausschuss gab das Thema am Dienstag an den Schulträger, die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, weiter. Sollte diese ein Interesse am Einrichten einer Zone für Elterntaxis haben, müsste das von den VG-Gremien beraten und in Verbindung mit denen der Ortsgemeinde Lambsheim beschlossen werden.