Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Heuchelheim: Kindergartenumbau wird fast 70 Prozent teurer

Bald hat jedes Kita-Kind einen Anspruch auf ein Mittagessen. Darauf müssen sich die Kommunen einstellen.
Bald hat jedes Kita-Kind einen Anspruch auf ein Mittagessen. Darauf müssen sich die Kommunen einstellen. Foto: DPA

Die Erweiterung der Heuchelheimer Kindertagesstätte wird wesentlich teurer als im August angenommen: statt 800.000 Euro wird das Projekt nach Berechnungen des Architekturbüros wohl rund 1,35 Millionen Euro kosten.

Ziemlich unglücklich angesichts dieser Summe wirkte Ortsbürgermeister Frank Klingel (FWG) am Montag in der Sitzung des Heuchelheimer Bauausschusses. Andere Investitionen wie zum Beispiel und vor allem die Sanierung der Mehrzweckhalle müssten somit wohl auf Jahre zurückgestellt werden.

Geschuldet seien die hohen Kosten vor allem dem nötigen Umbau der Sanitäranlagen sowie den Anforderungen, die sich aus dem neuen Kita-Gesetz ergäben, sagte Claudia Reiser vom Dirmsteiner Architekturbüro Jurna/Reiser. Denn künftig sollen alle Kinder Anspruch auf sieben Stunden Betreuung am Stück und ein Mittagessen haben. Die Heuchelheimer Kita muss also nicht nur um einen Gruppenraum, sondern auch um einen Mehrzweckraum mit Essensmöglichkeit erweitert werden.

„Der Kindergarten wird nach dem Umbau nahezu doppelt so groß sein wie bisher“, führte Reiser weiter aus. Aktuell bietet die Einrichtung Platz für bis zu 40 Kinder. Nach dem Umbau sollen bis zu 65 Kinder betreut werden können. „Ich habe bei der Summe Bauchweh, aber wir haben eine Warteschlange an Kindern, wir müssen dem jetzt zustimmen“, forderte Klingel die Ausschussmitglieder auf.

Es gibt noch eine weitere schlechte Nachricht im Zusammenhang mit der Kita

Eine weitere Hiobsbotschaft hatte sich Claudia Reiser für den Schluss ihres Vortrags aufgehoben: Im Dach der Kita sei Asbest verbaut worden. Die Kosten für die Entsorgung des giftigen Stoffs schätzt sie auf weitere 170.000 Euro. Eine Gefahr bestehe durch das reine Vorhandensein aber nicht, betonte Beigeordneter Torben Klink (FWG). Asbest könne nur dann zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn in die Substanz des Daches eingegriffen und daran gearbeitet werde.

„Lohnt es sich denn dann überhaupt, in ein kaputtes Gebäude so viel Geld reinzustecken?“, fragte Sebastian Raub (FWG). Reiser entgegnete, dass ein Neubau auf der grünen Wiese vermutlich rund drei Millionen Euro kosten würde. Letztlich stimmten die Politiker einstimmig dafür, dass das Büro die weiteren Schritte für einen Bauantrag unternehmen soll. Dazu müssen laut Reiser noch Fachplaner, beispielsweise für den Brandschutz, einbezogen werden.

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