Donnersbergkreis Zwischendurch geht gar nichts mehr

Ein wenig ratlos: Steffi und Peter Emrich wissen derzeit nicht, wie sich die Telekommunikationsprobleme für das Burgrestaurant,
Ein wenig ratlos: Steffi und Peter Emrich wissen derzeit nicht, wie sich die Telekommunikationsprobleme für das Burgrestaurant, in die sie unverschuldet hineingeraten sind, lösen lassen.

Peter Emrich ist ziemlich genervt. Seit Monaten liegt der Inhaber des Burgrestaurants auf der Burg Lichtenberg im Disput mit der Telekom Deutschland GmbH, bei dem es um die Versorgung des Restaurants mit stabilem Telefon- und Internetanschluss geht. Zwischendurch waren nicht einmal mehr Kartenzahlungen möglich. Und Telefon gab’s vorübergehend auch keines. Eine zeitgemäße Lösung scheint auch nicht in Sicht.

Angefangen hat es nach Emrichs Aussage im vergangenen September. Damals kündigte die Telekom den bestehenden Vertrag zum 18. Januar 2018. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit dem Umbau des klassischen Festnetzes zu einem „Telekommunikationsnetz der Zukunft“, das heißt dem Wechsel zur Internettelefonie. Schnellere Datenübertragung, höhere Bild- und Tonqualität sowie bessere Sprachqualität beim Telefonieren durch die Anschlüsse mit mehreren Telefonnummern, verspricht die Telekom als Vorzüge. Zwar war Emrich mit dem herkömmlichen Anschluss über ISDN und einen Router für Internetzugang zufrieden, wollte sich dem digitalen Fortschritt aber nicht in den Weg stellen. Allerdings stellte sich heraus, dass die DSL-Anschlusstechnik entgegen Zusicherungen der Telekom nicht funktioniert, da keine ausreichende Signalstärke die Burg erreicht. Intensive Kontakte mit der Telekom, deren Hotline und Beschwerdestellen, hätten keine Lösung erbracht, bedauert Emrich. Das für den DSL-Anschluss gelieferte Zubehör ging wieder zurück. Doch es kam noch schlimmer. In der vergangenen Woche war dann auch noch die Telefonverbindung weg. Mit der Folge: Telecash, also die Zahlung mit Bank- und Kreditkarte stand nicht mehr zur Verfügung, wie Emrich erläutert. Jeder zweite Kunde sei inzwischen Kartenzahler; vor allem für US-Amerikaner unter seinen Restaurantgästen sei Kartenzahlung nachgerade eine Selbstverständlichkeit. Aber auch bei Geschäftsessen sei es üblich, die Rechnung mit Karte zu begleichen, ergänzt der Koch aus Rutsweiler am Glan, der seit 1991 das Burgrestaurant führt. Nach dem Wegfall des Telecash sei man dazu übergegangen, den Kunden Rechnungen auszustellen, die diese wiederum per Überweisung begleichen. Ein aufwendiges und lästiges Verfahren, wie Emrich einräumt. „Wenn das im Dezember passiert wäre, wäre ich vom Turm gesprungen“, sagt der Restaurantbetreiber mit bitterer Ironie. Im Januar sei der Betrieb in dem Restaurant mit elf festen Mitarbeitern und einem guten Dutzend Aushilfen, das über annähernd 150 Plätze verfügt, glücklicherweise ruhiger. Über eine Rufumleitung auf das Mobiltelefon seiner Frau Steffi, die den Service leitet, konnte Emrich zufolge zumindest der Kontakt zur Außenwelt für Reservierungen und Anfragen aufrechterhalten werden. Von Telekom-Mitarbeitern sei ihm gar geraten worden, sich an einen anderen Anbieter für Telekommunikationsdienste oder die Kommune zu wenden. Doch diese Alternative scheide aus, weil etwa die Firma Inexio nur im Ort Thallichtenberg präsent sei, nicht jedoch auf der Burg. Von Inexio erfuhr er immerhin, dass die Burg eventuell per Richtfunk vom Potzberg aus versorgt werden könnte. Dort hatte die Firma zur Lösung des Beritbandproblems seiner Kunden am Funkturm Nachbesserungen vorgenommen. Relativ gelassen reagieren dem Restaurantbesitzer zufolge bisher andere Einrichtungen auf der Burg wie etwa die Museen, die ebenfalls von der Umstellung auf internetbasierte Telefonanschlüsse betroffen seien. Die Kreisverwaltung – der Landkreis ist Verpächter des Restaurants – habe ein Büro beauftragt, sich um eine dauerhafte Lösung zu kümmern. Doch darauf kann Emrich nicht warten, auch könne er ja nicht auf „Trommeln und Rauchzeichen“ zurückgreifen. Auf sein beharrliches Drängen hin schaltete die Telekom immerhin am Wochenende den bisherigen ISDN-Anschluss wieder frei, so Emrich.

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