Wartenberg-Rohrbach RHEINPFALZ Plus Artikel Zur Goldenen Hochzeit blüht Flitterwochen-Mitbringsel der Eheleute Dürr auf

Vor ihrer Agave: Cornelia und Werner Dürr.
Vor ihrer Agave: Cornelia und Werner Dürr.

Cornelia und Werner Dürr haben von ihrer Hochzeitsreise eine exotische Pflanze mitgebracht. Das Ehepaar hat sie gehegt und gepflegt, über Jahrzehnte hinweg. Jetzt hat die Agave den Eheleuten ein Geschenk gemacht: An ihrem Platz an Dürrs Tankstelle bei Wartenberg-Rohrbach ist sie aufgeblüht – genau im rechten Moment.

„Die Hoffnung haben wir nie aufgegeben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Agave americana einmal blüht, sank immer mehr“, berichten Werner Dürr und seine Frau Cornelia, geborene Blanz. Nun stand die Pflanze plötzlich in voller Blüte – und dies in einem besonderen Jahr.

Die Blüten finden sich in luftiger Höhe.
Die Blüten finden sich in luftiger Höhe.

Erstmals geblüht hat die Agave nämlich zum Goldenen Ehejubiläum des Paares, das sich vor 50 Jahren in der kleinen Kirche in Rohrbach das Ja-Wort gab. Liebevoll hat das Ehepaar die für hiesige Gefilde außergewöhnliche Pflanze gehegt und gepflegt. Jetzt hat es das Gewächs seinen Besitzern gedankt.

Auf Hochzeitsreise Liebe zur Agave entdeckt

„Aufmerksam sind wir auf die Pflanze während unserer Flitterwochen 1973 auf Teneriffa geworden“, erzählt Cornelia Dürr. Sie und ihr Mann waren von der Agave americana derart begeistert, dass sie auch eine haben wollten.

Vor der Heimkehr besorgten sich die Nordpfälzer einen Setzling, den sie, gut verpackt im Kulturbeutel, mit ins Flugzeug nahmen. In einem kleinen Topf fand er seinen neuen Platz an der Tankstelle, die das Paar an der Kaiserstraße in Wartenberg-Rohrbach betreibt. Das Pflänzchen breitete sich aus, ging vor allem in die Höhe, wie sich Cornelia Dürr erinnert. „Dann war der Topf zu klein, und es wurde umgepflanzt“, ergänzt Werner Dürr. „Nicht nur einmal, gleich mehrfach in all den Jahren. Zunächst reichten Töpfe aus, dann war es ein 60-Liter-Bottich.“

Vom Töpfchen zum 60-Liter-Bottich

Irgendwann reichte auch dieser nicht mehr für das wuchtige Wurzelwerk. Der Kraftfahrzeugmeister fand eine Lösung: Ein Behältnis aus Holz wurde gezimmert, sogar mit einer Drainage versehen, um überschüssiges Regenwasser abzuleiten, denn die Pflanze stand inzwischen im Freien. Mehr als ein Kubikmeter Boden wurde ausgetauscht. Blumenerde, Torf und Sand vermengte Werner Dürr mit einem Betonmischer.

Einmal im Jahr werde kräftig Hand angelegt, um abgestorbene Pflanzenteile zu entfernen. „Das geht nicht immer ohne Verletzungen. Denn die Spitzen sind sehr scharf“, erzählen die Pflanzenliebhaber. Ein Transport sei seit Jahren nur noch mit technischem Gerät möglich. Um die 14 Zentner zu bewegen, bedürfe es schon eines Gabelstaplers, so Werner Dürr. Zweimal im Jahr kommt der zum Einsatz. Im Sommer steht die Agave auf dem Tankstellengelände, im Winter muss sie frostsicher eingelagert werden. Als eine neue Lager- und Funktionshalle gebaut wurde, hatte das Ehepaar schon bei der Planung einen Stellplatz für die geliebte Pflanze auserkoren.

Zum Blüten-Schauen geht’s mit dem Gabelstapler

Die Pflanze hat schon gigantische Ausmaße. Der Stamm ist am Boden mehr als 70 Zentimeter dick. 6,30 Meter misst sie in der Höhe. „Um in die Blüten zu sehen, fahren wir mit dem Gabelstapler hoch“, sagt Werner Dürr scherzhaft.

Die Blüten von mehr als 30 Zentimetern Durchmesser sind umschwärmt von Insekten und Vögeln. „Die Agave hat uns ein Geschenk zum 50. Hochzeitstag gemacht“, sagen die Eheleute, die die Freude mit so einigen teilen, die eigens wegen der blühenden Agave americana nach Wartenberg-Rohrbach kommen. „Wir sind überwältigt von diesem Naturschauspiel, auf das wir 50 Jahre lang gewartet haben.“

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