Donnersberger Echo Zum Wochenende leider nur Gedanken zum Krieg

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Vielleicht hat sich der eine oder andere an dieser Stelle auf unsere Büttenrede gefreut. Oder sie befürchtet. Nennen wir es der Einfachheit halber: erwartet. Im Donnersberger Echo an Fasnachtssamstag 2021 hatten die Kollegen Rainer Knoll, Thomas Behnke und ich zu verschiedenen Themen aus dem Donnersbergkreis unseren gereimten, pfälzischen Senf gegeben. Das war bei Weitem nicht vergleichbar mit dem, was die gestandenen Fasnachter in allen Ecken unseres Kreises so zustande bringen, aber Ihre Reaktionen, liebe Leserinnen und Leser, hatten uns darin bestärkt, uns nun jedes Jahr zur Fasnachtszeit an einem solchen Büttenreden-Echo zu versuchen.

Der Premierenversuch im Jahr 2021 war auch ein wenig einem „Jetzt erst recht“ geschuldet, schließlich hatte die Corona-Pandemie den Närrinnen und Narren erstmals die Fasnacht versaut. Da wollten wir unseren bescheidenen Teil beitragen, wenigstens ein klein wenig Fasnachtsgefühle aufkommen zu lassen.

Auch ein Jahr später hat Corona den Narren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich wäre es also wieder an der Zeit für den Fasnachts-Einsatz der Redaktion. Wir haben uns dennoch am Freitagvormittag dafür entschieden, unsere Büttenrede, den augenzwinkernden Blick auf die vergangenen Tage, von der Seite zu nehmen. Die Geschehnisse in der Ukraine, der Angriffskrieg Wladimir Putins, bieten nicht den Rahmen, um in einer Tageszeitung mit Witz, Ironie und Satire zu agieren. Nicht an diesem Fasnachtswochenende. Und womöglich für längere Zeit nicht, steht zu befürchten.

Zu befürchten steht es vor allem für die Menschen, die direkt betroffen sind. Die von Angst um ihr Leben getrieben sind. Die von Sirenengeheul aus dem Schlaf gerissen werden. Uns alle erreichen über die verschiedensten Kanäle die Bilder von zerstörten Häusern, von rollenden Panzern, von verletzten und verzweifelten Menschen. Schon am Donnerstag sind die ersten Todesmeldungen aus der Ukraine eingegangen.

Aber nicht nur durch Bilder in den Medien ist der Krieg uns nahe. Welche Auswirkungen er auf unsere Versorgungslage, auf unsere wirtschaftliche Situation hat, das lässt sich noch bei Weitem nicht abschätzen. Und auch auf unsere Sicherheit – wer vermag schon die weltpolitischen Konsequenzen eines solchen Kriegs zu prognostizieren?

Und nicht zuletzt: Auch im Donnersbergkreis leben Menschen, die aus den vom Krieg heimgesuchten Gebieten stammen. Die dort womöglich noch Familie haben, Freunde, Bekannte. Wie mag es ihnen gehen? Menschen aus der Ukraine, die hier leben, und viele Menschen aus Russland. Die sicherlich auch mit Ängsten umgehen müssen. Denn, das zeigen uns die Bilder, die um die Welt gehen, und das darf man nicht vergessen: Auch das russische Volk steht alles andere als uneingeschränkt hinter diesem Krieg.

In der Hoffnung auf endlich mal wieder unbeschwerte Fasnachtstage im Jahr 2023, verbunden mit einer Büttenrede im Donnersberger Echo,

Ihr Torben Müller.

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