Winnweiler Zum Tod von Rita Mayer: Ehrenamtlerin und treue RHEINPFALZ-Schreiberin
Die Ur-Winnweilererin ist unter ihrem Mädchennamen Zöller in der Realschulstraße (heute Gymnasiumstraße) aufgewachsen. Hier hat sie ihren Ehemann Georg („Schorsch“) Mayer kennen-, in der Tanzschule beim gemeinsamen „Abschlussbällche“ dann auch lieben gelernt. Ein Glücksfall: für die beiden selbst, die sich an Ritas 23. Geburtstag das Ja-Wort gegeben und im Mai ihren 67. Hochzeitstag gefeiert haben; für die zwei Söhne und vier Enkel, die aus der Beziehung hervorgegangen sind; aber auch für Winnweilerer Vereine und Organisationen, in denen sich die Eheleute mit Hingabe engagierten. Er unter anderem über 75 Jahre als Aktiver und Ehrenmitglied in der Sängervereinigung, sie in der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, dessen Winnweilerer Zusammenschluss sie rund ein Jahrzehnt lang führte.
Die große Leidenschaft der Mayers gehörte aber dem Turnverein: 40 Jahre war „Schorsch“ erster Vorsitzender, Rita über Jahrzehnte Pressewartin und Schriftführerin. Dass beide bis ins hohe Alter so fit geblieben sind, haben sie wohl auch ihren sportlichen Aktivitäten zu verdanken: Ob im Turnverein, als „Dauerschwimmer“ im Freibad oder beim Bergwandern in den Allgäuer und Lechtaler Alpen, einem großen Hobby des Paares: Der Spruch „Wer rastet, der rostet“ scheint für die beiden geradezu erfunden worden zu sein.
Unter Namen des Mannes beworben
Und ganz „nebenbei“ hat Rita Mayer mehr als 60 Jahre für die RHEINPFALZ geschrieben. Hatte sie sich einst unter dem Namen ihres Mannes beworben („Ich dachte, so habe ich bessere Chancen, als wenn sich eine Frau bewirbt“), so durfte sie ihre Tätigkeit zum Glück auch fortführen, als sie ein paar Jahre später das Pseudonym lüftete. Als freie Mitarbeiterin war sie in Winnweiler und Umgebung eine vorbildliche Repräsentantin unserer Zeitung: Empathisch, zuverlässig und mit viel Herzblut hat sie über unzählige Ereignisse in der Nordpfalz berichtet, meist chauffiert von ihrem Ehemann.
Und wenn „rm“ – so ihr Kürzel – etwas machte, dann richtig! Mehr als einmal rief sie am Tag nach einem Termin in der Redaktion an und sagte: „Es dauert noch e bisje mit em Text. Ich muss do noch e paar Sache nohfrohe.“ Als der mit Schreibmaschine verfasste Artikel dann per Fax eingetrudelt ist, waren meist noch etliche handschriftliche Ergänzungen vorgenommen. „Ich hoff, ehr kennen’s lääse“, war dann ihre fast entschuldigende Anmerkung am Telefon. Dank ihrer außergewöhnlichen Sorgfalt waren Reklamationen zu ihren Berichten eine Rarität. Und wenn ihr doch einmal – wie jedem von uns – ein Fehler unterlaufen ist, dann war sie selbst am meisten zerknirscht darüber.
„Hat das Auswirkungen auf die Redaktion?“
Als sie vor einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen die „Schreiberei“ aufgeben musste, hat das in der Lokalredaktion Rockenhausen eine nur schwer zu füllende Lücke hinterlassen – als Autorin, aber auch als prächtige Gesprächspartnerin für die Redakteure, die bei den mittäglichen Anrufen stets wissen wollten, was den gerade im Hintergrund auf dem Herd so brutzelt.
Apropos Redakteure: Eine ihrer liebsten Anekdoten betraf den jungen Mann aus Ludwigshafen, der nach Ende seines Volontariats eine Weile bei der RHEINPFALZ in Rockenhausen gearbeitet hat. Als „rm“ in Urlaub gefahren ist, hat sie sich – pflichtbewusst, wie es ihre Art war – bei ihm abgemeldet. So etwas kannte der Nachwuchsjournalist aus der Stadt offenbar nicht. Seine verdatterte, die Mitarbeiterin erheiternde Antwort: „Hat das Auswirkungen auf die Redaktion?“ Es wurde über Jahre zum geflügelten Wort, wenn sie und „Schorsch“ mal wieder verreist sind – begleitet von guten Wünschen „ihrer“ Redakteure. Den letzten Gruß konnten diese ihr nun leider nicht mehr persönlich überbringen. Deshalb auf diesem Weg: Danke für alles, Rita!