Meinung Zu Rockenhausen und Marienthal: Ein Schatten bleibt
Aus Sicht vieler Marienthaler wird diese Ratsentscheidung sicher historische Ausmaße haben. Und das auch nicht zu unrecht – schließlich wurde eine Linie übertreten und über die einstimmige Empfehlung des Stadtteils hinweg entschieden. Nur logisch, dass dies alles andere als Freudenstrahlen und Zustimmung hervorruft. Es wirft einen Schatten auf Entscheidungen, die in Zukunft noch getroffen werden könnten. Auch wenn es schwer fallen mag, hilft dennoch nur ein Bemühen um Sachlichkeit. Denn Fakt ist, dass mit der Entscheidung des Stadtrates, den Flächennutzungsplan anzupassen, noch lange keine PV-Anlage gebaut wird. Überall in der Verbandsgemeinde wurden in Zuge des Flächenanalyse Gebiete ausgezeichnet, vielerorts sind Anlagen erwünscht und werden forciert. Marienthal wird also nicht in der allerersten Reihe stehen. Es können also noch Jahre vergehen, bis ein Bauprojekt dort überhaupt konkret werden würde. Denkbar, dass bis dahin auch die Technologien schon wieder ganz andere sind. Andere, moderne Formen der Photovoltaik, die auch kompatibel mit Landwirtschaft sind – Stichwort: Agri-Photovoltaik –, werden bis dahin längst weiterentwickelt sein und ganz andere Möglichkeiten bieten. Außerdem lässt sich eben nicht vorhersagen, wie angewiesen zukünftige Generationen auf solche Flächen sein werden. Auch da kann es hilfreich sein, wenn bereits welche zur Verfügung stehen. Dennoch wird der Stadtrat oder künftige Nachfolger Wort halten und eine tatsächliche Bebauung in Marienthal dann im Dialog und mit viel Feingefühl umsetzen müssen. Eine Kompromissfindung, die vor dem Schatten des jüngsten „Tabubruchs“ wird stattfinden müssen.
